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Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme - Innenentwicklungspotenziale

Konzept

Das Projekt gliedert sich in zwei Stränge:

  • Durchführung einer bundesweiten, repräsentativen Umfrage zur Erhebung von Innenentwicklungspotenzialen (IEP).
  • Prüfung der Möglichkeiten, Grenzen und Perspektiven einer automatisierten Abschätzung von Innenentwicklungspotenzialen mit Hilfe von neuen Datenquellen und GIS-gestützten Verfahren.

In drei Workshops wurden die Konzeption, die Ergebnisse sowie die Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen mit externen Fachleuten, Wissenschaftlern und Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen sowie der kommunalen Spitzenverbände diskutiert.

Das Projekt umfasste folgende Arbeitspakete:

A. Auswertung aktueller Studien
Auf der Grundlage der vorliegenden Expertisen und Erfahrungen wurden aktuelle Studien zur Erfassung von Brachflächen und weiterer für die Innenentwicklung geeigneter Flächenpotenziale ausgewertet. Berücksichtigt wurden insbesondere Arbeiten auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene sowie Aktivitäten auf EU-Ebene.

B. Prüfung, Beschreibung und Nutzung neuer Quellen und Verfahren
Als Ausgangspunkt und Grundlage der Entwicklungsarbeiten wurden zunächst potenziell nutzbare Datenquellen und Methoden zusammengestellt. Nach Prüfung der Daten und ausgewählter Methoden erfolgte die Verfahrensentwicklung unter Nutzung von Geobasisdaten am Beispiel von Referenzgebieten. Das Verfahren wurde durch Pilotanwendungen in 16 Fallbeispielkommunen getestet und optimiert. Auf der Grundlage der Ergebnisse wurde eine Abschätzung der Tragfähigkeit vorgenommen, zudem wurden Optionen und Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung abgeleitet.

C. Repräsentative Erhebung
Kern des Projektes war eine bundesweite, repräsentative Erhebung von Brachflächen und von Innenentwicklungs-geeigneten Flächenpotenzialen in Städten und Gemeinden. Berücksichtigt wurden Größe, Struktur und räumliche Verteilung von IEP, Mobilisierungshemmnisse und praktische Erfahrungen der Kommunen mit Flächeninformations- und Management-Systemen. Die Erhebung lehnte sich teilweise an die Baulandumfragen des BBR an, in deren Rahmen bereits in den Jahren 2000, 2003 und 2006 Wiedernutzungspotenziale von Flächen im Innenbereich erhoben wurden. Wichtige Erweiterungen bestanden unter anderem in der Einbeziehung kleiner Gemeinden und kleinteiliger Potenziale.

Die Umfrage wurde Mitte 2012 als standardisierte Online-Umfrage durchgeführt. Die Fragebogenentwicklung und -abstimmung erfolgte unter Beteiligung unterschiedlicher Experten aus Wissenschaft und Praxis. Aus der Umfragestichprobe von 1315 repräsentativ ausgewählten Städten und Gemeinden konnten 451 verwertbare Fragebögen gewonnen werden. Die Umfrage wurde vom Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund unterstützt.

D. Durchführung von Fallstudien
Zur Validierung und Reflektion sowohl der Umfrageergebnisse als auch der automatisiert abgeschätzten Potenziale und zur Gewinnung ergänzender qualitativer Informationen wurden insgesamt 29 Fallstudien durchgeführt. 16 Fallstudien-Städte wurden als Vor-Ort-Besuche und 15 als telefonische Experten-Interviews durchgeführt. Dabei erfolgten die Vor-Ort-Besuche in Gemeinden, deren Fragebogen-Angaben sich auf "geschätzte Daten" bezogen, um insbesondere auch Indizien für mögliche Unterschätzungen zu prüfen.

E. Auswertung, Hochrechnungen und Vergleich
Aus den gewonnenen Daten wurden bundesweite und regionalisierte Hochrechnungen von IEP generiert. Darüber hinaus erfolgte eine Gesamtbewertung der verschiedenen methodischen Ansätze hinsichtlich ihres Potenzials für ein periodisches bundesweites Monitoring. Dabei wurden auch Erfahrungen und Ergebnisse regionaler und lokaler Initiativen vergleichend herangezogen. Berücksichtigt wurden insbesondere die Ergebnisse der Raum+-Studien aus Rheinland-Pfalz, die LANUV-Erhebungen zum Brachflächenrecycling in NRW sowie die Initiative zur automatisierten Baulückenerfassung des Regionalverbandes Rhein-Main.

F. Entwicklung von Handlungsempfehlungen
In Arbeitspaket F wurden Handlungsempfehlungen zu den Themenbereichen des Projektes abgeleitet.

Zusatzinformationen

Kontakt

Dr. Fabian Dosch
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2160
Gisela Beckmann
Referat I 6 – Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2305