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Urbane Freiräume – Qualifizierung, Rückgewinnung und Sicherung urbaner Frei- und Grünräume

Veranstaltungen

Expertenworkshops

Im Projektverlauf wurden drei forschungsbegleitende Arbeitsgruppen und Werkstätten mit geladenen Experten zu unterschiedlichen Themen durchgeführt:

  • 1. Expertenwerkstatt am 23. Februar 2016 (Berlin):

    "Doppelte Innenentwicklung" und "Gesunde Stadt"

  • 2. Expertenwerkstatt am 27. Juni 2016 (Siegburg):

    "Instrumente und kommunikative Ansätze"

  • 3. Expertenwerkstatt am 6. Dezember 2016 (Münster):

    "Handlungsfelder und Handlungsempfehlungen für die kommunale Freiraumentwicklung im Spannungsfeld von Bauen und Freiraum"

Erkenntnisse der ersten Expertenwerkstatt – Doppelte Innentwicklung und Gesunde Stadt

Mit den Mitgliedern der Forschungsbegleitenden Arbeitsgruppe und weiteren Experten wurden auf der Werkstatt am 23. Februar 2016 die Themen "Doppelte Innentwicklung" und "Gesunde Stadt" vertiefend diskutiert. Die wesentlichen Schlussfolgerungen und die daraus abgeleiteten Handlungsfelder und Fragestellungen für die weitere Untersuchung sind nachfolgend zusammengefasst.

Erste Forschungsbegleitende Arbeitsgruppe und Expertenwerkstatt im Ernst-Reuter-Haus in BerlinQuelle: Erste Forschungsbegleitende Arbeitsgruppe und Expertenwerkstatt im Ernst-Reuter-Haus in Berlin (Foto: bgmr/HCU)

Spannungsfeld von Wachstum und Sicherung/Qualifizierung urbaner Freiräume

Viele Städte in Deutschland, darunter fast alle Großstädte, wachsen. In vielen Fällen ist das Städtewachstum noch bzw. auch nach außen gerichtet, auf bisher nicht baulich genutzte Siedlungsflächen. Nach bundespolitischer Zielsetzung soll das Wachstum hingegen vorrangig innerhalb der bestehenden Stadtkulisse erfolgen. Die Strategie der doppelten Innenentwicklung verfolgt zwei Ziele: Zum einen soll ein Zuwachs an Bauflächen im Inneren durch eine städtebauliche Verdichtung und durch Konversion bereits baulich genutzter Flächen verfolgt werden. Zum anderen sollen dabei gleichzeitig die notwendigen Frei- und Grünräume in den Städten gesichert und qualifiziert werden.

Innenentwicklung und Verdichtung bei gleichzeitiger Freiraumqualifizierung erzeugen allerdings ein Spannungsfeld, von dem viele Kommunen betroffen sind. In zahlreichen wachsenden Städten spitzen sich die Verteilungskonflikte um die unbebauten Freiflächen und der Nutzungsdruck auf die verbleibenden Frei- und Grünräume erhöht sich.

Daher benötigen die Städte geeignete Strategien und Instrumente, um bei einer Innenentwicklung und steigender Einwohnerzahl ausreichende, zeitgemäß und nutzungsgerecht gestaltete Frei- und Grünräume sichern und neu bereitstellen zu können. Diese müssen der steigenden und diversifizierten Nachfrage sowohl nach aktiver Betätigung im Freien (Räume und Angebote für die Bewegung und das Spielen, Aneignungsräume zum Gärtnern, Begegnungsorte) als auch nach Entspannung, Ruhe und Naturerleben gerecht werden.

Bei einer dichter werdenden Bebauung muss besonders darauf geachtet werden, die gesunden Lebensverhältnisse für alle Stadtbewohner zu wahren (Belichtung, Lärm, Schadstoffimmissionen). Hierzu kann das Grün in der Stadt durch seine psychologische Wirkung, die Staubbindung und -filterung, die Kühlungseffekte und die Regenwasserrückhaltung (auch bei lokalen Starkregenereignissen) wichtige Beiträge leisten.

Rückgewinnung und Entwicklung urbaner Freiraumqualitäten in Verkehrsräumen

Als wichtiges Handlungsfeld wurde die Rückgewinnung und Entwicklung urbaner Freiraumqualitäten im Rahmen der Anpassung von Stadtquartieren an zukunftsfähige Mobilitätsformen identifiziert. Spielräume ergeben sich ebenfalls aus dem vorhandenen Umbaubedarf für die (überdimensionierte) Verkehrsinfrastruktur. Längerfristig wird es auch darum gehen, durch das autonome Fahren freiwerdende Flächen neu zu verteilen.

Die Rückgewinnung von Freiraumqualitäten von Verkehrsräumen bietet angesichts der Veränderung der Mobilität in den Städten und der notwendigen Sanierung und Anpassung der insbesondere auf den motorisierten Individualverkehr ausgerichteten Verkehrssysteme ein erhebliches Potenzial für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Ansätze zur Umgestaltung von Straßenräumen sind z.B.:

  • Begegnungszonen, Verkehrsberuhigung, Stadtplätze statt Stellplätze
  • Kampagnen für klimaangepasste und grüne Straßen
  • Regelungen zur Mehrfachcodierung (z.B. temporäre Nutzungsbeschränkung)
  • Anpassung der Richtlinien des Straßenbaus
  • Förderung der Freiraumqualitäten durch Vorgaben für Bundes- und Landesstraßen im Hinblick auf städtebauliche Integration, insbesondere bei Ortsdurchfahrten

Ziel muss es aber auch sein, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen, um die vielfältigen nicht-motorisierten Fortbewegungsformen in der Stadt, wie beispielsweise das Radfahren und das Zu-Fuß-Gehen, zu fördern.

Gesundheitliche Wirkungen von Frei- und Grünräumen

Die gesundheitlichen Wirkungen von Freiräumen sind anerkannt, lassen sich aber nicht standardisieren, da zu viele Faktoren hineinwirken – insbesondere individuelle, kulturelle und historische Unterschiede sowie die subjektive Einschätzung von Lebensqualität. Die Gesundheitsförderung in der Stadtentwicklung sollte sich daher an konkreten lebensweltlichen Bedingungen orientieren. Die Praxis der Landschaftsplanung integriert Gesundheitsaspekte allerdings bislang nur selten.

In der Diskussion über die Beiträge urbaner Freiräume zur gesunden und lebendigen Stadt wird betont, dass die Gesundheitswirkung von Freiräumen vielfältig ist: Teilhabe, Entspannung, Treffen und gärtnerische Beschäftigung tragen genauso wie Sport und Bewegung zum Wohlbefinden bzw. zur Gesunderhaltung bei.

Schaffung von Bewegungsräumen in den Städten

Sport, als ein weiteres wichtiges Themenfeld für die Freiraumentwicklung, wird bislang häufig nur auf den Vereinssport fokussiert. Im Gegensatz dazu ist Bewegung das breitere Konzept. Mittlerweile haben sportliche Aktivitäten die gesamte Stadt erobert: Fast jeder Freiraum ist immer auch ein Bewegungsraum.

Daher sollten Freiräume hinsichtlich ihrer Gestaltung und Nutzungsangebote noch stärker zu Bewegung, Spiel und sportlichen Aktivitäten auffordern und Bewegungsfreude vermitteln.

Sportanlagen bieten in einigen Fällen Potenziale der Mehrfachnutzung. Um diese auch im Alltag nutzen zu können, müssten Sportanlagen und Sportvereine mit ihren Außensportanlagen jedoch stärker in die städtische Freiraumentwicklung integriert werden. Sportplätze werden öffentlich gefördert, sind aber häufig nicht öffentlich, sondern nur für Vereinsmitglieder nutzbar.

Möglichkeiten zur temporären Öffnung dieser Flächen für die Allgemeinheit sind vereinsungebundene Angebote, um Parks und andere Freiräume vom Nutzungsdruck zu entlasten. Für eine Integration in das öffentliche Freiraumsystem kommt bei größeren Sportarealen ggf. auch eine öffentliche Durchwegung infrage. Auch die Öffnung von der Lage her geeigneter Schulhöfe in verdichteten Stadtquartieren für Kinder und Jugendliche außerhalb der Schulzeiten ist von Bedeutung.

Um Bewegung in der Stadt zu fördern, sollten attraktive grüne Wegenetze in Parks und Stadtquartieren ausgebildet werden, die zur Nutzung einladen. Wenn Wege attraktiver sind, gehen die Menschen auch eher zu Fuß und nutzen weniger das Auto. Auch die Ausweisung wohnortnaher Ruhezonen in Freiräumen stellt eine gesundheitsfördernde Maßnahme dar – vor allem in Gebieten mit Unterversorgung an Freiflächen und in Wohngebieten mit sozialen Problemlagen.

Konfliktfeld Sport/Bewegung vs. ruhige Erholung

Die zunehmende Verbreitung informeller Sport- und Bewegungsnutzungen in urbanen Frei- und Grünräumen führt zunehmend auch zu Konflikten, z.B. durch Verdrängung und Lärmbelästigungen. So führen in Berlin beispielsweise informelle Sportnutzungen im Tiergarten, im Gleisdreieck und auf der Tempelhofer Freiheit zu Verdrängungsprozessen der ruhigen Erholungsnutzungen. Daher muss auch über die Grenzen von Sport im Freiraum diskutiert werden – beispielsweise wenn Grünanlagen zu klein sind, Sportarten in Konflikt mit anderen Nutzungen treten (z.B. Baumschäden durch Slackline, schnelle vs. langsame Nutzungen, z.B. Inline-Skaten) oder große Flächenbedarfe bestehen. Gleichzeitig sollten aber auch Freiräume für kreative Nutzungen offen bleiben.

Zu beobachten ist auch eine Kommerzialisierung von Sport- und Bewegungsangeboten im Freiraum. Private Anbieter nutzen öffentliche Grünflächen für die Ausübung von Sportkursen (von Yoga über Nordic Walking bis zum Paragliding). Die Anbieter verdienen damit Geld, ohne für die Nutzung der Freiräume zu bezahlen. Vor diesem Hintergrund sollte geprüft werden, ob für bestimmte Aktivitäten Grünflächenbenutzungsgebühren erhoben werden können, vergleichbar den Straßenbenutzungsgebühren.

Erkenntnisse der zweiten Expertenwerkstatt – Instrumente und kommunikative Ansätze

Sowohl die Strategie der Doppelten Innenentwicklung als auch die positiven gesundheitlichen Wirkungen von Freiräumen sind weitgehend anerkannt. Auch die Notwendigkeit, die Städte durch Grünentwicklung resilienter gegen die negativen Folgen des Klimawandels zu gestalten, ist in der Fachwelt und in den Verwaltungen weitgehend angekommen. Mit Blick auf die Umsetzung lässt sich allerdings feststellen, dass es in der kommunalen Planungspraxis noch deutliche Defizite und Hemmnisse gibt.

Auf der zweiten Expertenwerkstatt am 27. Juni 2016 wurde daher über die Weiter- und Neuentwicklung von Instrumenten und Strategien zur Qualifizierung, Rückgewinnung und Sicherung von urbanen Frei- und Grünräumen diskutiert. Neben konzeptionellen und verbindlichen Instrumenten erörterten die Teilnehmer auch Ansätze, die die Kooperation und Kommunikation innerhalb der Verwaltung sowie zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft verbessern. Folgende formellen und informellen Instrumente wurden vertiefend diskutiert:

  • Gesamtstädtische Leitbilder, Strategien und Konzepte
    Informelle Leitbilder und Konzepte sind wichtige ergänzende Instrumente, fachplanerische Ziele, Maßnahmen und Strategien zu formulieren. Sie unterstützen die Abstimmung und Kommunikation mit anderen Fachplanungen sowie der städtischen Öffentlichkeit. Die verbindlichen gesamtstädtischen Instrumente (Landschaftsprogramm, Landschaftsplan und Flächennutzungsplan) sollten in der kommunalen Praxis flexibler und kreativer genutzt werden. Entsprechende Vorschläge wurden auf der Expertenwerkstatt diskutiert.
  • Stadtteil- oder quartiersbezogene Freiraumentwicklungskonzepte
    Stadtteil- oder quartiersbezogene Konzepte für die Freiraumentwicklung sind relevant, um Ziele zu erreichen und Akteure und Flächen zu mobilisieren. Wie sie ausgestaltet und umgesetzt werden, ist allerdings noch offen, insbesondere das Verhältnis zum Integrierten Stadt(teil)entwicklungskonzept (Eigenständigkeit des Freiraumkonzeptes, verbindliche Integration im ISEK) sowie die Gebietsgröße und die Umsetzungsorientierung der Freiraumkonzepte.
  • Grünflächenfaktor (GFF)
    Für Neu- oder größere Umbauvorhaben wird die Festlegung von verbindlichen grünflächenbezogenen Kennwerten analog den Baumassenzahlen vorgeschlagen. Die Art und Weise der Umsetzung eines solchen Grünflächenfaktors sollte ein Freiflächengestaltungsplan konkretisieren. Großräumiger wirksam wäre es, ein grundstücksbezogenes Grünflächenstandards für die ganze Stadt, für Stadtteile oder Stadtquartiere festzulegen. Die Möglichkeiten der rechtlichen Implementierung sollten in einer gesonderten Expertise näher untersucht werden.
  • Freiraumpool
    Mit einem Freiflächenfonds für öffentliches Grün könnten Kommunen Frei- und Grünflächen zielgerichtet entwickeln, verwalten und Neubauvorhaben zuordnen. Parallel sollten die Kommunen für Neubauvorhaben die Freiraumbedarfe für öffentliche Grün- und Freizeitangebote als Richtwerte für die jeweiligen Stadtteile und -quartiere festlegen. Der quantitative und qualitative Nachweis im räumlichen Zusammenhang der Bauvorhaben wird dann über den Freiraumpool geregelt. Konzeptionell sollte dieses Instrument auf der gesamtstädtischen und stadtteilbezogenen Ebene vorbereitet werden.

In zwei Arbeitsgruppen wurden die Themen "Kommunale Diskurse über Grün und Freiraum / Koordination der Verwaltung" sowie "Einbindung von Initiativen und privaten Akteuren / Bündnisse für Grün und Freiraum" erörtert. Dabei ging es insbesondere um die Fragen der besseren Koordination, Kommunikation und Kooperation innerhalb der Verwaltung sowie zwischen Verwaltung und privaten Akteuren, zivilgesellschaftlichen Gruppen beziehungsweise den wichtigen Stakeholdern der Stadtentwicklung.

Es werden sowohl informelle Instrumente (Strategien und Konzepte) als auch formelle (verbindliche flächenbezogene Aussagen) benötigt. Für beide Ansätze gilt gleichermaßen, dass die Planungen prozessual erarbeitet werden sollten. Der Diskurs ist notwendig, erfordert aber Zeit und Ressourcen. Auch wenn Planungen Verbindlichkeit herstellen sollten, sollte eine "starre" Fachplanung vermieden werden. Außerdem sollte bei der Wahl der Instrumente die Stadtgröße berücksichtigt werden. In kleineren Städten sind die Wege zwischen den Fachressorts und zur Politik oft kurz. Dies kann die Kommunikation und Umsetzung vereinfachen.

Bei der Kooperation von Akteuren ist es nicht nur eine Frage, ob die privaten Initiativen und zivilgesellschaftliches Engagement von Relevanz für die Freiraumentwicklung sind, sondern wie diese in der Praxis unterstützt, gesteuert und gestaltet werden können. Hierzu gibt es vielfältige Praxiserfahrungen mit konkreten Strategien und Instrumenten. Insgesamt scheinen private Initiativen und zivilgesellschaftliches Engagement in der Freiraumentwicklung jedoch noch "seltene und zarte Pflanzen" zu sein, die zudem oft von Einzelinteressen getrieben werden. Es gilt, dieses Interesse und Engagement zu fördern und eine Qualifizierung der Akteure zu unterstützen. Dazu gehört es, die Fähigkeiten zur Selbstorganisation der Akteure zu stärken und die komplexen Zusammenhänge der Freiraumnutzung und -entwicklung besser zu vermitteln. Hierfür sind die Formen der Organisation, Kommunikation und Kooperation der privaten und zivilgesellschaftlichen Akteure weiterzuentwickeln. Die Kommunen können und sollten eine unterstützende Rolle einnehmen. Grundsätzlich relevant ist der Ausgleich zwischen Gemeinwohlinteressen und gesamtstädtischen Belangen mit individuellen Nutzungsansprüchen. Diese Fragen wird auch weiterhin die Kommune im Blick behalten.

Erkenntnisse der 3. Expertenwerkstatt – Handlungsfelder und Handlungsempfehlungen für die kommunale Freiraumentwicklung

Im Mittelpunkt der dritten Expertenwerkstatt, die am 6. Dezember 2016 in Münster stattfand, standen die Vorstellung und die Diskussion der in vier Handlungsfeldern (siehe unten) zusammengeführten Erkenntnisse aus der Empirie des Forschungsprojektes und die dazu formulierten Empfehlungen für die kommunale Praxis sowie die dazugehörigen Beispiele.

Ziel der Veranstaltung war es, die Relevanz der vorgestellten Handlungsempfehlungen für die Praxis zu überprüfen und die Ansätze für ihre Umsetzung zu präzisieren. Die Handlungsempfehlungen zur Qualifizierung, Rückgewinnung und Sicherung urbaner Frei- und Grünräume wurden dabei in erster Linie vor dem Hintergrund der wachsenden Städte und des damit verbundenen Spannungsfeldes von Bauen, Freiraum und Nutzungsintensivierung erörtert.

Herr Bruns, Leiter des Amtes für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit der Stadt Münster erläutert die Grünordnung der StadtQuelle: Foto: bgmr/HCU

Die zentralen Handlungsfelder der Freiraumentwicklung im Spannungsfeld zwischen Bauen und urbanen Freiräumen

Vorgestellt und diskutiert wurden die folgenden vier Handlungsfelder:

I. Urbane Freiräume in der Inneren Stadt sichern und qualifizieren
a) Qualitäten vorhandener Frei- und Grünräume verbessern und dauerhaft sichern!
b) Frei- und Grünräume schaffen und zurückgewinnen – auch an ungewöhnlichen Orten!

II. Ränder der Stadt entwickeln und stärken
a) Innere Ränder sichern, qualifizieren und vernetzen!
b) Äußere Stadtränder in Wert setzen!

III. Neue Ziele für die urbanen Frei- und Grünräume
a) Umweltgerechtigkeit, Gesundheit und Klimaanpassung stärker in den Vordergrund stellen!
b) Integriertes Nutzungsmanagement für urbane Freiräume organisieren!

IV. Strategien und Instrumente für die Umsetzung
a) Lobby für urbane Frei- und Grünräume bilden!
b) Informelle und rechtsverbindliche Instrumente kombinieren und weiterentwickeln!
c) Ressortübergreifend und kooperativ handeln!

Die Teilnehmer der Werkstatt bestätigten diese Handlungsfelder als zentrale Aufgabenbereiche grundsätzlich. Ergänzend merkten sie an, dass die inhaltlichen Querbezüge zwischen den Handlungsfeldern deutlich gemacht werden sollten.
Die Handlungsfelder I und II beziehen sich räumlich auf die inneren und äußeren Frei- und Grünräume. Zu den Freiräumen der Inneren Stadt zählen die Plätze, Parks, Promenaden, Wege und die wohnungsbezogenen öffentlichen und privaten Frei- und Grünräume in den Zentren und den innerstädtischen Stadtquartieren. Als Ränder der Stadt werden die inneren und äußeren Ränder zusammengefasst. Innere Stadtränder bilden die großen Parks, Grünzüge, Stadtwälder, Kleingärten, Friedhöfe sowie größere Infrastrukturflächen, Gewerbe- und Industriegebiete, Wasserwege, Bahntrassen und die großen Straßenachsen (Magistralen). Zu den äußeren Rändern zählen die Übergangsbereiche der Städte mit den sie umgebenden Kultur- und Naturlandschaften sowie die Freiräume zwischen den Siedlungsflächen in Ballungsräumen.

Mit diesen räumlichen Handlungsebenen sind verschiedene Interessen, Akteure, Strategien und Instrumente verbunden. Für die urbanen Freiräume in der Inneren Stadt beziehen sich diese vor allem auf die grundstücks- und quartiersbezogene Handlungsebene. Die Interessen, Akteure, Strategien und Instrumente für die inneren und äußeren Ränder orientieren sich meist stadtteilübergreifend oder gesamtstädtisch. Zwischen diesen räumlichen Betrachtungsebenen überschneiden sich allerdings auch Interessenslagen, Akteurskonstellationen sowie die Strategien und Instrumente.

Bei den Handlungsfeldern III "Neue Ziele" und IV "Strategien und Instrumente" handelt es sich um querschnittsbezogene und prozesshafte Themen. Neben den räumlichen Orientierungen werden übergeordnete und zum Teil neue Ziele für die Freiraumentwicklung im Rahmen der qualifizierten Innenentwicklung identifiziert: Umweltgerechtigkeit, Klimaanpassung, Gesundheit sowie ein integriertes Nutzungsmanagement und place-keeping der Freiräume (Reinigung, Pflege, Unterhaltung, Management). Mit diesen Themen und Zielstellungen lassen sich weitere wichtige Zielstellungen der Stadtentwicklung verknüpfen. Dazu gehört zum Beispiel, die sozialen Funktionen urbaner Freiräume zu stärken oder die Biodiversität in den Städten zu erhöhen. Um diese Ziele zu erreichen, braucht es geeignete Strategien und Instrumente. Beispiele hierfür sind die Lobbybildung für urbane Freiräume und kooperative Strategien sowie die Erarbeitung und Kombination von gesamtstädtischen und teilräumlichen Leitbildern, Konzepten und Instrumenten.

Die nachfolgende Abbildung zeigt die vier Handlungsfelder in einer vereinfachten grafischen Übersicht.

Handlungsfelder der Qualifizierung, Rückgewinnung und Sicherung urbaner Frei- und Grünräume in wachsenden Städten

Zusatzinformationen

  • Logo der Initiative Grün in der Stadt

Kontakt

Dr. Brigitte Adam
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2325
Dr. Fabian Dosch
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2160