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Hidden Champions – Stabilisierungs- und Entwicklungsfaktoren von Kleinstädten in peripheren Lagen

Innovative und auf dem Weltmarkt führende Unternehmen werden häufig zuerst in den großen Metropolen vermutet. Dabei gibt es sie auch in ländlich-peripheren Regionen. Das Projekt untersucht, welche wirtschaftliche Rolle diesen als "Hidden Champions" bezeichneten Unternehmen in Kleinstädten in peripheren Lagen zukommt, inwieweit sich diese aktiv in Stadtentwicklungsprozesse einbringen und welche Gründe darüber entscheiden.

Projektstart: Oktober 2017

Ausgangslage

Die Sicherung einer gleichwertigen Entwicklung in Stadt und Land sowie die Entwicklung von Konzepten für strukturschwache und besonders vom demografischen Wandel betroffene Räume sind erklärte Ziele der Bundespolitik. Kleinstädten kommt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselposition zu. Sie übernehmen für ihren Raum eine wichtige Stabilisierungsaufgabe und tragen somit wesentlich zur territorialen Kohäsion bei.

Eine integrierte Stadtentwicklung, die neben ökonomischen auch soziale, kulturelle und politische Gesichtspunkte berücksichtigt, ist unerlässlich, um diese Aufgabe zu bewältigen. Das Zusammenspiel von Politik, Zivilgesellschaft und nicht zuletzt der lokalen Wirtschaft ist eine der Grundvoraussetzungen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung. Dabei sind gerade Kleinstädte häufig vor allem durch Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) geprägt. Diese sind zum Teil hochspezialisiert und agieren EU- bis weltweit.

Die kommunale wie regionale Bedeutung dieser Unternehmen in Kleinstädten hinsichtlich Arbeitsplatzpotenzial, Kaufkraftpotenzial sowie Stadt- und Regionalentwicklung wurde bisher höchstens sektoral oder in Einzelfallstudien wahrgenommen und untersucht. Diese Lücke soll dieses Projekt schließen. Dabei liegt der Fokus der Untersuchung auf "Hidden Champions" bzw. "Weltmarktführern". Diese Unternehmen sind zumeist unbekannt, international jedoch äußerst erfolgreich und innovativ. Daher lässt sich vermuten, dass sie in Kleinstädten in peripherer Lage einen signifikanten Einfluss auf vor allem die wirtschaftliche Entwicklung haben und, gegebenenfalls auch Prozesse der Stadt- und Regionalentwicklung signifikant beeinflussen. Damit können sie zur positiven Entwicklung oder Stabilisierung der Kleinstädte und des jeweiligen Umlandes beitragen.

Die Karte stellt die Verteilung der Unternehmenssitze von sogenannten Hidden Champions nach Anzahl und Stadt- und Gemeindetypen sowie dem Lagetyp „peripher“ bzw. „sehr peripher“  dar. Rot hervorgehoben sind die Unternehmenssitze in Kleinstädten. Karte Hidden Champions UnternehmenssitzeUnternehmenssitze von Hidden Champions in Kleinstädten und in Deutschland Quelle: BBSR 2018

Ziel

Das Projektteam untersucht, inwieweit Hidden Champions in peripheren Lagen auf ihren Standort und das entsprechende Umland wirken, ob und wie sich diese Unternehmen auch abseits ihres unternehmerischen Eigeninteresses in Stadtentwicklungsprozesse aktiv einbringen und welche Gründe darüber entscheiden. Daran anknüpfend untersucht das Projektteam Ansätze, Methoden und Instrumente, die sich für eine integrierte, robuste Stadtentwicklung nutzen lassen.

Dazu wird im Projektbereich A eine quantitativ angelegte Analyse der Bedeutung von Hidden Champions insbesondere für Kleinstädte in peripheren Lagen durchgeführt. Im zweiten Schritt werden in Projektbereich B drei qualitativ-explorierende, kontrastierende Einzelfallstudien durchgeführt, anhand derer die Rolle und Bedeutung von Hidden Champions in Prozessen der Stadtentwicklung untersucht wird.

In der Gesamtbetrachtung analysiert das Projektteam, inwieweit Unternehmen zu einer positiven Entwicklung oder Stabilisierung von Kleinstädten in peripheren Lagen beitragen und welche Chancen und Risiken die aktive Beteiligung von Unternehmen an der Stadtentwicklung birgt.

Zusatzinformationen

Kontakt

Lars Porsche
Referat I 7 - Baukultur und Städtebaulicher Denkmalschutz
Tel.: +49 228 99401-2351