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Integration von Flüchtlingen in den regulären Wohnungsmarkt

Die Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Für die Städte und Gemeinden ergeben sich hieraus neue Herausforderungen und Integrationsanforderungen. Im Fokus der Studie stand die Frage, inwieweit eine angemessene Wohnraumversorgung der Flüchtlinge als wichtige Komponente der Integration gelingt und wie sich die Flüchtlinge auf dem regulären Wohnungsmarkt versorgen. Darüber hinaus sollten die regionale Verteilung und Unterbringungsformen während und nach dem Asylverfahren untersucht werden.

Projektlaufzeit: August 2016 – September 2017

Ausgangslage

Nachdem zunächst die Erstversorgung und Unterbringung von Asylbewerbern im Fokus öffentlicher und politischer Debatten stand, rückt inzwischen die Integration von Geflüchteten in den Mittelpunkt. Das Hauptaugenmerk des Forschungsprojektes lag auf den Flüchtlingen mit Schutzstatus: Diese Gruppe wächst nicht nur mit der Anzahl der positiven Entscheidungen über die Verfahren, sondern beeinflusst die langfristige Wohnungsmarktentwicklung am stärksten. Im Gegensatz zu den nichtregistrierten Flüchtlingen sowie Flüchtlingen und Asylbewerbern im Asylverfahren fragen Personen mit Schutzstatus Angebote auf dem regulären Wohnungsmarkt nach. Sie haben, sofern sie noch keiner auskömmlichen Erwerbsarbeit nachgehen, Anspruch auf Leistungen nach SGB II oder SGB XII und damit auch auf Erstattung der Kosten der Unterkunft (KdU).

Wie der Übergang von anerkannten Geflüchteten aus der vorläufigen Unterbringung auf den regulären Wohnungsmarkt gelingen kann, also wie und wo sich die Geflüchteten mit Wohnraum versorgen, hängt von den Merkmalen der Wohnungsmärkte ab, die sich regional, aber auch lokal stark unterscheiden. Arbeitsmöglichkeiten und Anknüpfungspunkte an ethnische Gemeinschaften bieten sich vermehrt in den größeren Städten, aber dort sind die Wohnungsmärkte zum Teil angespannt. Um zusätzliche Konzentrationen zu verhindern, sieht das Integrationsgesetz aus dem Jahr 2016 die Möglichkeit von Einschränkungen bei der Wahl des Wohnortes für anerkannte Flüchtlinge vor. Einige Länder haben entsprechende gesetzliche Regelung eingeführt.

Ziel

Das Projektteam untersuchte mit dem Forschungsvorhaben, inwiefern die Integration von Geflüchteten in den regulären Wohnungsmarkt gelingt. Zu den nachgeordneten Zielen gehörte, einen Überblick über die Verteilung Geflüchteter sowie über Rahmenbedingungen, Unterbringungskonzepte und Erfahrungen auf kommunaler Ebene zu gewinnen. Dafür wurde die Verteilung und Unterbringung von Geflüchteten im Asylverfahren und von Geflüchteten mit einem Schutzstatus erforscht. Aus der Analyse von Rahmenbedingungen, Akteurskonstellationen, Strategien und Zuständen vor Ort leitete das Projektteam Handlungsempfehlungen ab.

Auftragnehmer des Projekts war das Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik (IfS) sowie das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS)

Zusatzinformationen

Kontakt

Franziska Bensch
Referat II 12 - Wohnen und Gesellschaft
Tel.: +49 228 99401-1289