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Energieeffizienter Neubau von Nichtwohngebäuden kommunaler und sozialer Einrichtungen

Modellvorhaben

Die 14 Modellvorhaben und 2 Anwärter sind in einem zweistufigen Verfahren in Abstimmung zwischen dem ehemaligen Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), der KfW und der Begleitforschung ausgewählt worden. Dazu gehören Kindertagesstätten, Schulen, Mensen, Sporthallen, Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude und Kliniken.

Kindertagesstätten

Erlangen (Bayern): Städtisches Kinderhaus Stadtinsel

Foto der Gartenseite des zweigeschossigen KindergartensQuelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Stadt Erlangen
Architektur: Stadt Erlangen, Amt für Gebäudemanagement
Statik: Dr. Kreutz+Partner, Nürnberg
HLS: H+S Ingenieure GmbH, Nürnberg
Elektro: Ingenieurbüro Blomeier, Nürnberg
Energieplanung: iaoe, Regensburg

Baufertigstellung
Oktober 2012

Energieeffizienz geplant
Endenergiebedarf: 16 kWh/(m² a)
Primärenergiebedarf Qp: 41 kWh/(m² a)
EnEV-Anforderungswert Qp: 124 kWh/(m² a)
Unterschreitung EnEV: 67%

Die Stadt Erlangen hat sich für den Neubau des Kindergartens das Ziel gesetzt, besonders energieeffizient zu bauen. Von besonderem Forschungsinteresse war, wie unter schwierigen städtebaulichen und Standort-Bedingungen auf dem innerstädtischen Grundstück eine hohe Energieeffizienz erreicht werden kann. Dazu gehört auch die Energieversorgung mit erneuerbaren Energien, eingesetzt wird eine Sole-Wasser-Wärmepumpe. Der Kindergarten in der Wasserturmstraße trägt dazu bei, dass das Wohnen in der Innenstadt von Erlangen auch für junge Familien attraktiv bleibt.


Leinfelden-Echterdingen (Baden-Württemberg): Kinderhaus Aicherweg/Layhweg

Eingangsseite des zweigeschossigen KinderhausesQuelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Stadt Leinfelden-Echterdingen
Architektur: BSS Architekten, Nürnberg
Statik: Merz Kley Partner ZT GmbH, Dornbirn
HLS: Ingenieurbüro Ralf Appel, Tamm
Bauphysik: Gutbrod Bau Physik, Markgröningen
Elektro: Mueck & Schaber, Holzgerlingen

Baufertigstellung
März 2013

Energieeffizienz geplant
Endenergiebedarf: 47 kWh/(m² a)
Primärenergiebedarf Qp: 51 kWh/(m² a)
EnEV-Anforderungswert Qp: 186 kWh/(m² a)
Unterschreitung EnEV: 73%

Leinfelden-Echterdingen verfolgt mit dem Kinderhaus im Aicherweg/Layhweg den Ansatz, mit "einfachen" Mitteln einen möglichst hohen Energieeffizienz-Standard zu erreichen. Die Planung wurde dafür im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten optimiert. Aus Forschersicht wurde betrachtet, ob und wie sich verschiedene Techniken unter Einbeziehung von Investitions-, Nutzungs- und Wartungskosten wirtschaftlich umsetzen lassen. Das Kinderhaus wurde im Passivhausstandard gebaut und unterschreitet die EnEV 2009 mit Berücksichtigung der Photovoltaikanlage um 73%.


Urbach (Baden-Württemberg): Kinderhaus am Drosselweg

Foto der Ost- und Nordseite des zweigeschossigen KinderhausesQuelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Gemeinde Urbach
Architektur: j+j Planconcept GmbH, Urbach
Statik: Mihatsch Ingenieurbüro für Bauwesen, Urbach
HLS: Clauss + Partner, Esslingen am Neckar
Elektro: Ingenieurbüro Andreas Daiss, Urbach
Passivhaus-Zertifizierung: ebök, Tübingen

Baufertigstellung
März 2013

Energieeffizienz geplant
Endenergiebedarf: 44 kWh/(m² a)
Primärenergiebedarf Qp: 83 kWh/(m² a)
EnEV-Anforderungswert Qp: 164 kWh/(m² a)
Unterschreitung EnEV: 49%

Für das neue Kinderhaus gibt es ein stimmiges Gesamtkonzept, bei dem die Vorteile von Stahlbeton- und Holzständerbauweise im Hinblick auf ihre Speicher- bzw. Dämmfunktion gezielt genutzt werden. Vorhandene Klima- und Energiepotenziale am Standort wurden im Entwurfsprozess berücksichtigt. Der Neubau ist über eine Nahwärme- und Stromleitung an das bestehende Blockheizkraftwerk der benachbarten Schule und Sporthalle angebunden und nutzt dessen Überschusskapazität. Hier war von besonderem Interesse, welche Effekte sich aus der Anbindung an das auf Gas-Brennwert-Technik basierende System ergeben.


Wustrow (Mecklenburg-Vorpommern): Plus-Energie-Kindertagesstätte

Foto eines Teils der Südseite der zweigeschossigen KindertagesstätteQuelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Gemeinde Ostseebad Wustrow
Architektur: Buttler Architekten, Rostock
Statik: Ingenieurbüro Schur, Elmenhorst
HLS: HKS Ingenieurbüro Ehlert, Rostock
Elektro: Ingenieurbüro Babendererde, Elmenhorst
Energieplanung: IPJ Ingenieurbüro P. Jung GmbH, Köln

Baufertigstellung
Dezember 2011

Energieeffizienz geplant
Endenergiebedarf: 37 kWh/(m² a)
Primärenergiebedarf Qp: 26 kWh/(m² a)
EnEV-Anforderungswert Qp: 139 kWh/(m² a)
Unterschreitung EnEV: 81%

Die Kindertagesstätte im Ostseebad Wustrow ist das erste Plus-Energie-Gebäude in Mecklenburg-Vorpommern. Es wird zu 100% über Umwelt- und Solarenergie versorgt, dabei wird viel innovative Technik eingesetzt. Von besonderem Forschungsinteresse war, wie sich die Technik in der Nutzung bewährt, welche Rolle der Plus-Energie-Standard bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit spielt und inwieweit das Konzept eine Initialzündung für die Region haben kann. Die Kommunikation des Plus-Energie-Konzepts spielt in Wustrow eine große Rolle, die Energiegewinne werden direkt am Gebäude für Kinder und Erwachsene visualisiert.

Schulen, Sporthallen, Schulmensen

Bad Urach (Baden-Württemberg): Kaufmännische Schule

Foto der Südfassade der dreigeschossigen BerufsschuleQuelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Landratsamt Reutlingen
Architektur: ArGe KSBU, Pfullingen
Statik: Ade-Fritz, Metzingen
HLS: ebök, Tübingen
Elektro: Heusel + Siess, Reutlingen

Baufertigstellung
August 2012

Energieeffizienz geplant
Endenergiebedarf: 44 kWh/(m² a)
Primärenergiebedarf Qp: 37 kWh/(m² a)
EnEV-Anforderungswert Qp: 93 kWh/(m² a)
Unterschreitung EnEV: 60%

Das Landratsamt Reutlingen setzte für seinen Schulneubau auf einen integralen Planungs- und Optimierungsprozess, der von Anfang an von einer ganzheitlichen, konsequenten Vorgehensweise geprägt war. Zur Kostenoptimierung wurden umfangreiche Varianten geprüft. Die gewählte Variante Passivhaus mit Holzpelletsanlage sollte eine Unterschreitung der EnEV 2009 um 60% erreichen. Darüber hinaus wurden auch Aspekte der Klimaanpassung berücksichtigt. Nach Fertigstellung der Berufsschule im Sommer 2012 wurde anhand eines detaillierten Messkonzeptes ein Monitoring der Nutzungsphase gestartet.


Leipzig (Sachsen): Erich-Kästner-Schule und Dreifachsporthalle

Foto der Hoffassade der Schule Quelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Stadt Leipzig
Generalplaner: pbr Planungsbüro Rohling AG, Magdeburg
Bauphysik: Krämer-Evers, Osnabrück

Baufertigstellung
Juni 2013

Energieeffizienz geplant (Schule/Sporthalle)
Endenergiebedarf: 39/38 kWh/(m² a)
Primärenergiebedarf Qp: 56/79 kWh/(m² a)
EnEV-Anforderungswert Qp:
110/147 kWh/(m² a)
Unterschreitung EnEV: 49/46%

In der Innenstadt von Leipzig werden neben der Erich-Kästner-Schule mit Dreifachsporthalle zwei weitere Schulbauten im Passivhausstandard geplant und gebaut. Von besonderem Interesse war zum einen, welche (Vorbild-)Wirkung die Konzepte in der Öffentlichkeit haben und welche Effekte aus den parallelen Planungs- und Bauprozessen entstehen, und zum anderen das Monitoring in der Nutzungsphase. Im Hochbauamt der Stadt Leipzig ist für öffentliche Gebäude ein Energiemanagement etabliert. Außerdem wurde ein Monitoring durch die Sächsische Energieagentur Saena durchgeführt.


Nürnberg (Bayern): Dreifachsporthalle und Erweiterung Dürer-Gymnasium

Foto des Innenraums der SporthalleQuelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Stadt Nürnberg
Architektur: baurconsult, Haßfurt
Statik: pss, Nürnberg
HLS: Koppe, Nürnberg
Bauphyik, Energieplanung: Ing+Arch, Ehingen

Baufertigstellung
September 2013

Energieeffizienz geplant
Endenergiebedarf: 89 kWh/(m² a)
Primärenergiebedarf Qp: 59 kWh/(m² a)
EnEV-Anforderungswert Qp: 171 kWh/(m² a)
Unterschreitung EnEV: 65%

Im integralen Planungsprozess für den Erweiterungsbau mit Sporthalle und einem Schulgeschoss wurden alle Aspekte detailliert betrachtet und bei Bedarf optimiert. Eine energetische Projektsteuerung begleitete das Projekt, eigens hierfür wurde ein umfassendes Aufgabenbild entwickelt. Welche Bedeutung und Notwendigkeit eine energetische Projektsteuerung bei innovativen Projekten hat, war in der wissenschaftlichen Begleitung von besonderem Interesse. Für die Nutzungsphase ab Herbst 2013 hat die Stadt Nürnberg ein Monitoring beauftragt. Das Projekt wird intensiv messtechnisch ausgewertet, um systematische Anlagen- und Nutzungsfehler zu beseitigen und um zu evaluieren, wie das Energiemanagement-Konzept zur Energieeinsparung beiträgt.


Ulm (Baden-Württemberg):
Erweiterung Schulzentrum Kuhberg Schul- und Mensagebäude

Foto des SchulgebäudesQuelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Stadt Ulm
Architektur: Meyer & Partner, Bayreuth
Statik: Ingenieurbau Häussler, Illerkirchberg
HLS: Schreiber Ingenieure Gebäudetechnik GmbH, Ulm
Bauphysik: ebök, Tübingen
Elektro: Conplaning GmbH, Ulm
Projektsteuerung: Drees & Sommer

Baufertigstellung
Januar 2014

Energieeffizienz geplant (Schule/Mensa)
Endenergiebedarf: 44/72 kWh/(m² a)
Primärenergiebedarf Qp: 45 / 81 kWh/(m² a)
EnEV-Anforderungswert Qp: 129 / 207 kWh/(m² a)
Unterschreitung EnEV: 65 / 61 %

Bei den Neubauten im Schulzentrum Kuhberg wurde versucht, weitgehend mit Standardlösungen einen hohen Energieeffizienz-Standard zu erreichen. Die EnEV 2009 wird entsprechend der Planung um 61% unterschritten. Die Wärmeversorgung erfolgt über Fernwärme, die zu einem großen Teil regenerativ und mit Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt wird. Von Interesse war, wie sich die Stoßnutzung des Gebäudes in der Mittagszeit auf Gebäudetechnik und Energieverbrauch auswirken. Die Mensa ist seit Schuljahresbeginn 2011/2012 in Betrieb, so dass im Rahmen des Forschungsprojekts die Nutzung über drei Jahre betrachtet werden konnte.


Ravensburg (Baden-Württemberg): Schülermensa Grundschule Weststadt

Foto des Esssaals der MensaQuelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Stadt Ravensburg
Architektur: Elwert & Stottele, Ravensburg
HLS: Lang + Lang, Ravensburg
Bauphysik, Passivhaus-Planung: ebök, Tübingen
Elektro: Ingenieurbüro Schwarz, Grünkraut
Passivhaus-Zertifizierung: eza!, Kempten

Baufertigstellung
September 2011

Energieeffizienz geplant (Schule/Mensa)
Endenergiebedarf: 82 kWh/(m² a)
Primärenergiebedarf Qp: 121 kWh/(m² a)
EnEV-Anforderungswert Qp: 237 kWh/(m² a)
Unterschreitung EnEV: 49%

Die Grundschulmensa ist ein kleines Projekt, für das ein stimmiges Gesamtkonzept - hinsichtlich Architektur, Nutzung, Technik - entwickelt und umgesetzt wurde. Das energetische Konzept ist auf die Nutzung als Mensa ausgerichtet, für die Wärmeversorgung werden vorhandene Kapazitäten des bestehenden Heizsystems der Schule genutzt. Von Interesse war, wie sich die Stoßnutzung des Gebäudes in der Mittagszeit auf Gebäudetechnik und Energieverbrauch auswirken. Die Mensa ist seit Schuljahresbeginn 2011/2012 in Betrieb, so dass im Rahmen des Forschungsprojekts die Nutzung über drei Jahre betrachtet werden konnte.


Berlin-Spandau (Berlin): Sportzentrum (Anwärter)

Modellfoto des SportzentrumsQuelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Turn- und Sportverein Spandau 1860 e.V.
Planung: Ingenieurbüro casa, Berlin
HLS: Schiller & Drobka GmbH, Bad Belzig
Projektsteuerung: Spreeplan GmbH, Berlin

Geplante Baufertigstellung
offen

Energieeffizienz geplant
Endenergiebedarf: 188 kWh/(m² a)
Primärenergiebedarf Qp: 187 kWh/(m² a)
EnEV-Anforderungswert Qp: 504 kWh/(m² a)
Unterschreitung EnEV: 63%

Das Konzept für den Neubau des TSV Spandau ist sowohl bezüglich der Bauweise als auch der Nutzung innovativ. Für die Gesundheits-, Sport- und Begegnungsstätte ist eine 24-Stunden-Nutzung geplant. Bei der Bauweise wird sehr großen Wert auf die Verwendung nachhaltiger Materialien gelegt, unter anderem werden Holz, Strohballen und Lehm verwendet. Wie sich die Nutzung rund um die Uhr auf die Energieeffizienz auswirkt und welche Wirkung das Konzept mit seinem nachhaltigen Gesamtansatz in der Öffentlichkeit hat, war von besonderem Forschungsinteresse. Die Beantragung der Fördermittel war aufwändig und langwierig, 2014 führten erste Ausschreibungsergebnisse zu erheblich höheren Kosten, so dass eine Umplanung vorgesehen wurde.

Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude

Lohr (Bayern): Verwaltungs- und Betriebsgebäude der Stadtwerke

Foto der Südfassade des GebäudesQuelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Stadtwerke Lohr am Main
Planung, Statik, Bauphysik:
Ingenieurbüro Ruf, Lohr am Main
HLS: Ingenieurbüro Zinßer, Marktheidenfeld
Elektro: Ingenieurbüro Zink, Höchberg

Baufertigstellung
Juni 2013

Energieeffizienz geplant
Endenergiebedarf: 17 kWh/(m² a)
Primärenergiebedarf Qp: 45 kWh/(m² a)
EnEV-Anforderungswert Qp: 156 kWh/(m² a)
Unterschreitung EnEV: 71%

Der Neubau der Stadtwerke ist als Plus-Energie-Gebäude konzeptioniert, mit der Photovoltaikanlage wird rechnerisch ein Jahresüberschuss von circa 15.000 kWh erzeugt werden. In das klar in Verwaltungstrakt und Lager gegliederte Gebäude wurde viel innovative Technik - unter anderem ein Eisspeicher und Energiepfähle - integriert, die in der Nutzungsphase zu erproben ist. Von besonderem Forschungsinteresse bei diesem Labor-Projekt war, wie sich der Eisspeicher auf die Energieeffizienz im Betrieb auswirkt und wie er sich als Wärmequelle bewährt.


Mainz (Rheinland-Pfalz): Umweltbildungszentrum (Anwärter)

Visualisierung des Umweltbildungszentrums, Nord-Ost-/Süd-Ost-SeiteQuelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz
Architektur: Ries + Ries, Budenheim
Statik: IBC Ingenieurbau-Consult GmbH, Mainz
HLS: Scheithauer, Oberneisen
Elektro: AH Ingenieurgesellschaft, Klein-Winternheim
Energieplanung: Innax Plan GmbH, Ingelheim;
IBC GmbH, Mainz

Geplante Baufertigstellung
offen

Energieeffizienz geplant
Endenergiebedarf: 34 kWh/(m² a)
Primärenergiebedarf Qp: 89 kWh/(m² a)
EnEV-Anforderungswert Qp: 196 kWh/(m² a)
Unterschreitung EnEV: 55%

Das neue Umweltbildungszentrum ist vor allem ein außerschulischer Lernort für Kinder mit einer Ausstellung zur energetischen Nutzung von Biomasse, das auch für Erwachsenenbildung genutzt wird. Zur Anschauung sind außerdem eine Photovoltaikanlage und eine kleine Windkraftanlage geplant. Die temporäre Nutzung führt zu speziellen Anforderungen im Betrieb und dazu, dass das Konzept nicht allgemein übertragbar ist. Der Neubau wird als Labor-Projekt gesehen, an dem der zukünftige Energiestandard für die Stadt Mainz diskutiert wird. Nachdem erste Ausschreibungsergebnisse im Frühjahr 2014 das Budget weit überschritten haben, wurde eine Überplanung des Gebäudes beauftragt.


Marburg (Hessen): Ergänzender Neubau Jugend- und Sozialamt

Foto der Nord-Ost-Seite des Jugend- und Sozialamts, Neubau und sanierter BestandQuelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Universitätsstadt Marburg
Architektur: aplus, Gießen
Statik, PHPP-Nachweis: HAZ, Marburg
HLS: Ingenieurbüro Dönges, Biebertal
Elektro: Schaub und Kühn, Kirchhain

Baufertigstellung
Januar 2012

Energieeffizienz geplant
Endenergiebedarf: 76 kWh/(m² a)
Primärenergiebedarf Qp: 83 kWh/(m² a)
EnEV-Anforderungswert Qp: 151 kWh/(m² a)
Unterschreitung EnEV: 45%

Mit dem Verwaltungsneubau wird eine Unterschreitung der EnEV 2009 um 45% realisiert. Parallel zum Neubau wurde der bestehende Gebäudeteil saniert, so dass ein Vergleich zwischen dem Passivhaus-Neubau und der Passivhaus-Sanierung möglich ist. Im Rahmen des Forschungsprojekts konnten Nutzung und Verbrauchsdaten über fast drei Jahre betrachtet werden und es war von besonderem Interesse, welche Rolle die Nutzer beim Betreiben eines energieeffizienten Verwaltungsgebäudes spielen.


Schwaigen-Grafenaschau (Bayern): Rathaus mit Kindergarten

Foto der Giebelansicht des Rathauses (Süd-Ost)Quelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Gemeinde Schwaigen-Grafenaschau
Architektur, Bauphysik: Kottermair & Rebholz, Murnau
Statik: Ingenieurbüro Anton Klöck, Murnau
HLS: Edenhofer+Partner, Weilheim; TEGAplan, Murnau
Elektro: Ingenieurbüro Jeglinsky, Weilheim

Baufertigstellung
September 2012

Energieeffizienz geplant
Endenergiebedarf: 23 kWh/(m² a)
Primärenergiebedarf Qp: 61 kWh/(m² a)
EnEV-Anforderungswert Qp: 138 kWh/(m² a)
Unterschreitung EnEV: 56%

In den Rathausneubau wurden verschiedene Nutzungen der kleinen Gemeinde im ländlichen Raum integriert: Kindergarten im Erdgeschoss, Gemeindeverwaltung im Obergeschoss und Verfügungsräume für Kindergarten und Vereine im Untergeschoss. Im integralen Planungsprozess wurden für jede der Nutzungen die wirtschaftlichste Lösung gesucht. In allen Bereichen wurde darauf geachtet, dass der neueste Stand der Technik realisiert wird. Besonders von Interesse war, ob und wie sich innovative Techniken unter Betrachtung von Investitions- und Betriebskosten wirtschaftlich umsetzen lassen.

Kliniken

Frankfurt (Hessen): Klinikum Frankfurt Höchst

Visualisierung des KlinikneubausQuelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Zentrale ErrichtungsGesellschaft mbH
Architektur: woerner traxler richter, Frankfurt am Main
Technische Ausrüstung: Brendel Ingenieure AG
Passivhausplanung: FAAG Technik GmbH

Geplante Baufertigstellung
offen

Energieeffizienz geplant
Endenergiebedarf: ca. 90 kWh/(m² EBF a)
Primärenergiebedarf Qp: ca. 155 kWh/(m² EBF a)
EnEV-Anforderungswert Qp: noch keine Angaben
Unterschreitung EnEV: ca. 50 %
(Berechnung mit dem PHPP, Stand Leistungsphase 2)

Der Neubau des Klinikums Frankfurt Höchst soll die erste Passivhaus-Klinik werden. Wie der Passivhaus-Standard für Kliniken aussieht, ist noch zu definieren. Das Passivhausinstitut hat dazu einen Forschungsauftrag des Landes Hessen, zu dem auch ein Monitoring-Konzept für den Neubau gehört. Von besonderem Forschungsinteresse ist, wie sich in einer Klinik energetische Synergien zwischen den verschiedenen Nutzungsbereichen - Funktions- und Pflegebereich - nutzen lassen. Ziel ist außerdem, den Energiebedarf des Klinikums zu mindestens 50% über erneuerbare Energien zu decken, mit einer mit Biogas betriebenen Kraft-Wärme-Kopplung als zentralem Baustein.
2013 wurde die Planung aufgeschoben, im April 2014 wieder aufgenommen. Für Ende 2015 ist ein Spatenstich vorgesehen.


München (Bayern): Teilersatzneubau Klinikum Harlaching (1. BA)

Ausschnitt Ansicht West des KlinikneubausQuelle: Weeber+Partner

Projektbeteiligte
Bauherr: Städtisches Klinikum München GmbH
Architektur: Schuster Pechtold Schmidt
mit Gottfried Hansjakob, München
HLS: Brendel Ingenieure Dresden GmbH, Dresden
Bauphysik: W. Sorge Ingenieurbüro für Bauphysik
Projektsteuerung: SPM Stein Projektmanagement

Geplante Baufertigstellung
offen

Energieeffizienz geplant
Endenergiebedarf: 225 kWh/(m² a)
Primärenergiebedarf Qp: 180 kWh/(m² a)
EnEV-Anforderungswert Qp: 330 kWh/(m² a)
Unterschreitung EnEV: 45%

Der Gesamtansatz für den Neubau der Klinik basiert auf einer ganzheitlichen und differenzierten Optimierung der unterschiedlichen Belange. Die Funktionsbereiche der Klinik - Pflegebereich und medizinische Funktionsgeschosse - werden horizontal aufgeteilt und für sie werden unterschiedliche energetische Konzepte entwickelt. Für die Bettengeschosse wird Passivhaus-Standard angestrebt, der für Kliniken noch zu definieren ist. Wie die unterschiedlichen Energieeffizienz-Standards umgesetzt und miteinander verbunden werden und wie sich dies in der Nutzung und auf den Energieverbrauch auswirkt, ist hier von besonderem Forschungsinteresse. Der Neubau des Klinikgebäudes wird nicht isoliert geplant, es wird ein Versorgungskonzept für das gesamte Klinikquartier entwickelt, in das die benachbarten Gebäude stufenweise integriert werden.
Im Sommer 2014 hat der Münchner Stadtrat die Umsetzung eines Sanierungskonzepts für das gesamte Städtische Klinikum beschlossen, so dass offen ist, wie es mit der Planung für den Neubau in Harlaching weitergeht.

Zusatzinformationen

Kontakt

Ute Birk
Referat II 13 - Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
Tel.: +49 228 99401-1242