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Evaluierung der Verfahren zur Sicherstellung architektonischer Qualität bei ÖPP-Projekten

Die öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) hat sich als Beschaffungsvariante der öffentlichen Hand in Deutschland etabliert. Neben dem Ziel, wirtschaftlicher zu bauen und damit einen größeren Handlungsspielraum zur Realisierung öffentlicher Infrastruktur zu erreichen, steht gleichrangig die Zielstellung, qualitativ hochwertige Architektur im Hochbau zu verwirklichen. Welche Maßnahmen und Verfahren zur Sicherung architektonischer Qualität bisher eingesetzt wurden und welche Erfahrungen damit vorliegen, waren die zentralen Fragen der Evaluierung.
Projektlaufzeit: Dezember 2010 - Juli 2012

Ausgangslage

Die Projektdatenbank der ÖPP Deutschland AG führt ca. 150 ÖPP-Projekte mit Vertragsabschluss auf. Die Datenlage zur Anzahl der fertig gestellten Projekte ist ungewiss; es wird davon ausgegangen, dass ca. 100 ÖPP-Projekte im Hochbau realisiert sind. Bei der Entwicklung dieser Projekte standen zunächst die Aspekte der Kosteneinsparung und der juristischen Konstruktionen im Vordergrund. Eine umfassende Einschätzung der Wirtschaftlichkeit eines ÖPP-Objektes kann jedoch nur unter Berücksichtigung der erreichten Qualität bei den realisierten Gebäuden erfolgen. Es liegen keine systematischen Auswertungen vor, vereinzelte und zufällige Eindrücke geben ein unzureichendes Bild über die Qualität der Objekte und schwanken von positiven Aussagen bis zur deutlichen Kritik. Die Zahl der realisierten Objekte bot ein ausreichendes Feld dafür, sich im Rahmen eines Forschungsvorhabens dieser Frage systematisch zu widmen.

Ziel

Mit dem Forschungsvorhaben wurden die erreichten Qualitäten der bisher in der Bundesrepublik Deutschland als ÖPP realisierten Hochbauprojekte unter den Aspekten der

  • Wirkung auf das Umfeld
  • Architektur und Bauqualität
  • Funktionalität
  • Prozessqualität der Vergabe

vergleichend beurteilt sowie Korrelationen von Prozessqualitäten und Objektqualitäten ermittelt.

Ein direkter Vergleich mit entsprechenden Objekten konventioneller Beschaffung erforderte eine entsprechende Evaluierung auch dieser Objekte. Diese lag jedoch nicht vor. Es war vielmehr Ziel dieses Forschungsvorhabens, durch Gegenüberstellung der Entwicklungs- und Vergabeprozesse der ÖPP-Objekte mit den jeweils erreichten Qualitäten Hinweise zu erarbeiten, welche Verfahren zu einer höheren Qualität der Objekte geführt haben. Aus den Untersuchungsergebnissen sollten Erkenntnisse zur Optimierung der Vergabeprozesse zur Sicherung einer angemessenen Qualität abgeleitet und in Handlungsempfehlungen umgesetzt werden.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes war die Fachhochschule Köln, Fakultät für Architektur.

Zusatzinformationen

Logo des Innovationsprogramms Zukunft Bau
[Quelle:: BMI/BBSR]

Kontakt

Stefan Rein
Referat II 13 - Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Bauwirtschaft
Tel.: +49 228 99401-1349