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Normungsbegleitung zum Nachhaltigen Bauen

Eine Maßnahme zur Umsetzung der Strategie "Klimafreundliches Bauen und Wohnen" ist die Anforderung an Bundesbauten, bei Bau oder Renovierung mindestens ein Silberprädikat im Zertifizierungssystem "Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen" zu erlangen. Maßnahmen zur Nachhaltigkeit ohne Handelsbarrieren müssen auf einheitlichen Mess- und Rechenverfahren beruhen. Das Projekt sollte die deutschen Erfahrungen in die Normung zum nachhaltigen Bauen einbringen und dabei gleichzeitig die eigenen Interessen wahren.

Projektlaufzeit: November 2015 – Oktober 2017

Ausgangslage

Das Projekt "Nachhaltiges Bauen" des BMUB ist Teil der deutschen Klimapolitik mit dem Ziel, bis 2020 die Emissionen von Treibhausgasen um mindestens 40% gegenüber dem Stand von 1990 und bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95% zu senken. Der Bausektor verursacht einen Großteil der Treibhausgase im Land, vornehmlich durch Heizung und Kühlung. Ein effizientes Bauen und Wohnen nutzt alle Einsparpotenziale über den gesamten Lebensweg eines Gebäudes. Gleichzeitig muss nachhaltig gedacht werden, d.h. Risiken und Nebenwirkungen der Energieeinsparung durch Kosten, für die Gesundheit und den Naturschutz sollen ebenso berücksichtigt werden. Außerdem bewegt der Bausektor nahezu das gesamte Industriesystem und agiert europa- bzw. weltweit. Deshalb müssen Maßnahmen zur Nachhaltigkeit ohne Handelsbarrieren auf einheitlichen Mess- und Rechenverfahren beruhen. Das ist Thema der europäischen Normung (CEN) und internationalen Normung (ISO) für nachhaltiges Bauen.

Eine Maßnahme zur Umsetzung der Strategie "Klimafreundliches Bauen und Wohnen" ist die Anforderung an Bundesbauten, bei Bau oder Renovierung mindestens ein Silberprädikat im Zertifizierungssystem "Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen" (BNB) zu erlangen. Die Bundesbauten sollen praktische Beispiele für die Machbarkeit der Anforderungen sein, die den Umwelt- und Naturschutz, Komfort, Barrierefreiheit und Funktionalität, alles im Rahmen einer zumutbaren Finanzierung betreffen. Auf dem freien Markt werden Gebäude nach dem privaten System der Deutschen Gesellschaft Nachhaltiges Bauen (DGNB) auf sehr ähnliche Weise zertifiziert. Beide Systeme bedienen sich der europäischen und internationalen Normung. Diese und vereinfachte Zertifizierungssysteme werden freiwillig auch bei kommunalen Bauten, d.h. in größerer Breite genutzt. In anderen europäischen Ländern passen sich die Zertifizierungssysteme ebenfalls an die einschlägigen Normen an. Die Bauproduktenverordnung, die den freien Binnenmarkt für Bauprodukte schützen soll, bezieht sich ebenfalls mit dem "new approach" auf die europäische Normung. Für den Bauproduktesektor ist die Normung "sustainability of construction works" ein Schüsselinstrument für einen fairen Wettbewerb. 2004 wurde das Mandat M350 an CEN TC 350 vergeben, CEN-Normen für eine einheitliche Erfassung der Nachhaltigkeit von Gebäuden zu erarbeiten. Das Mandat wurde 2017 ergänzt und die Normung im CEN TC 350 setzt diese Ergänzung um. Im Prinzip ähnliche Ziele verfolgt das Projekt Product Environmental Footprint (PEF). Beide Ansätze sollen mit Hilfe des neuen Mandats zusammengeführt werden.

Ziel

Ziel des Projekts war einerseits, deutsche Erfahrungen mit nachhaltigem Bauen in die Normung einzubringen, und andererseits die Aufstellung von Anforderungen zu vermeiden, die den deutschen Möglichkeiten nicht gerecht werden. Weiterhin sollte das BBSR auch zu zukünftigen Entwicklungen informiert werden und andere europäische oder internationale Erfahrungen nutzbar gemacht werden. Ein positiver Einfluss auf die Normung lässt sich nur mit Kontinuität bei den Sitzungen und mit konkreten ausformulierten Vorschlägen erzielen.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes waren Dr. E. Schmincke, Thinkstep, Tübingen sowie Prof. Dr. Th. Lützkendorf, Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Zusatzinformationen

Logo des Innovationsprogramms Zukunft Bau
[Quelle:: BMI/BBSR]

Kontakt

Dr.-Ing. Tanja Brockmann
Referat II 6 - Bauen und Umwelt
Tel.: +49 30 18401-2760
Fax: +49 30 18401-2769

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