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Berching

Sanierung der Benediktinerabtei Plankstetten

Luftbild der Benediktinerabtei Plankstetten BerchingBenediktinerabtei Plankstetten Quelle: Stadt Berching

Die umfassende Sanierung der historisch und architektonisch bedeutenden Anlage soll seine Zukunftsfähigkeit als eines der größten noch aktiven Klöster in Deutschland sichern. Schwerpunkte der Umsetzung sind Energieeffizienz, Brandschutz und Barrierefreiheit im Baudenkmal sowie die Weiterentwicklung der Klosterwirtschaftsbetriebe.

ALLGEMEINE DATEN
KommuneBerching
BundeslandBayern
ProjektortKlosterplatz 1
92334 Berching
EW-Zahl8.500
Bundesförderung1.400.000 €


Kurzbeschreibung

Die Benediktinerabtei Plankstetten, ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung, wird seit 1998 in mehreren Bauabschnitten saniert. Der jetzt zur Sanierung anstehende Bauabschnitt umfasst die Gesamtinstandsetzung der historischen und denkmalgeschützten Gebäudeteile Gästehaus "St. Gregor" und "Abt-Maurus-Haus", den Abriss des bestehenden und baufälligen Turnhallentrakts, die Schaffung eines Technik-Untergeschosses und Errichtung eines neuen Mehrzweckgebäudes anstelle der Turnhalle (Kindergarten, Pfarr- und Verwaltungsräume, Gästezimmer). Der zur Förderung beantragte Teilbaustein der Gesamtmaßnahme umfasst die Errichtung eines neuen Mehrzweckgebäudes anstelle der bestehenden Turnhalle mit Einbau von Kindergarten, Pfarr- und Verwaltungsräumen, Gästezimmern. Der Neubau des Mehrzweckgebäudes dient unter anderem auch der topographischen Sicherung des Westhangs und damit letztlich der Sicherung des gesamten, historischen Gebäudebestands der Benediktinerabtei an der Westseite des Klosters. Gleichen Zweck erfüllt auch das unterirdische Technikgeschoss. Es ist jedoch nicht Gegenstand des Zuwendungsantrags. Der Rückbau der Turnhalle ist ebenfalls nicht Gegenstand des Antrags, jedoch Voraussetzung für die Umsetzung. Die Finanzierung des Rückbaus ist durch Eigenmittel des Klosters gesichert.

Förderkriterien

Der Bund hat ein erhebliches Interesse an der nachhaltigen Stadtentwicklung und der Stärkung der Innenstädte und Ortsteilzentren in Deutschland. Er will Städte und Gemeinden bei der Bewältigung der u. a. durch Klima-, demografischen oder Strukturwandel bedingten Herausforderungen unterstützen. Ohne finanzielle Unterstützung durch Bund und Länder sind viele Gemeinden nicht in der Lage, diese Aufgaben zu bewältigen. Durch den Erhalt und die Stärkung der vorhandenen Stadtteile kommt der Förderung des Städtebaus zudem eine hohe ökologische Bedeutung zu.

All dies gilt in besonderem Maße für das in diesem Programm geförderte Projekt "Sanierung der Benediktinerabtei Plankstetten".

Projektziele und Maßnahmen

Blick auf die Benediktinerabtei Plankstetten BerchingBenediktinerabtei Plankstetten Quelle: Stadt Berching

Die Benediktinerabtei ist das prägende städtebauliche Ensemble im südlichen Sulztal. Nach einem fast 900-jährigen Bestehen mit der letzten grundlegenden baulichen Veränderung vor rund drei Jahrhunderten sind der Erhalt der historischen städtebaulichen Substanz und die Heranführung des baulichen Bestands an eine zeitgemäße Nutzung das zentrale Ziel der geplanten Sanierung. Die Sanierung des Baubestands dient der Stärkung und Erhaltung des Ensembles und eröffnet die Möglichkeit, dass das Kloster über die nächsten Generationen in die Lage versetzt werden kann, sich durch eigene wirtschaftliche Tätigkeit zu erhalten und den Gebäudebestand einer dauerhaften, zweckentsprechenden Nutzung zuzuführen.

Das Gesamtprojekt "Generalsanierung Benediktinerabtei Plankstetten" wird seit fast 20 Jahren über mehrere Bauabschnitte durchgeführt. Der sich derzeit in Planung befindliche Bauabschnitt (Teil II 2.Bauabschnitt) ist wieder in mehrere Teilbauabschnitte untergliedert. Der jetzt zur Bewilligung beantragte Teilbauabschnitt 1 "Neubau eines Mehrzweckgebäudes" (Gebäude E3) ist als Teil des Gesamtprojekts, aber gleichzeitig als eigener, zur Erhaltung der historischen Bausubstanz unersetzlicher notwendiger Abschnitt zu sehen, da das neu zu errichtende Mehrzweckgebäude zur statischen Sicherung der historischen Bausubstanz des Klosters zwingend erforderlich ist.

Weiteres Ziel des Teilprojektes ist die Beseitigung sogenannter städtebaulicher "Sünden" und Fehlentwicklungen des 20. Jahrhunderts. Im Rahmen des Betriebs einer Realschule wurde vor über 50 Jahren eine Turnhalle errichtet, die einen schwerwiegenden Eingriff in die Denkmaleigenschaft des Ensembles darstellt. Auch ist das Gebäude vom baulichen Zustand her so beschaffen, dass es nicht in der Lage ist, die darauf wirkenden Kräfte des umgebenden Geländes abzufangen. Damit schiebt das Gelände gegen den bestehenden Altbestand der Bebauung und gefährdet dessen Bestand. Unabhängig davon ist die Turnhalle mittlerweile statisch ungenügend und entspricht auch von den energetischen Anforderungen nicht mehr den geringsten, heute gültigen Standards. Die Turnhalle soll daher rückgebaut werden (nicht Gegenstand des Antrags).

Ein Teil des geplanten Teilbausteins wird zukünftig als Kindergarten genutzt. Die hier anfallenden Kosten sind nicht Gegenstand dieses Antrags, jedoch in der Kostenermittlung mit eingerechnet, da sie bautechnisch miteinander verbunden sind. Für diesen Abschnitt wird eine Förderung nach FAG durch den Freistaat Bayern und durch kirchliche Träger gewährt.

Die geplante Sanierung mit dem integrierten Neubau des Mehrzweckgebäudes hat die Verinnerlichung und auch bauliche Dokumentation des seit Jahren praktizierten ökologischen und ganzheitlichen Ansatzes der Benediktinerabtei zum Ziel. Bereits in der Planung wird dies deutlich, indem eine Integration des Bauabschnitts in die umfassende ökologische und denkmalschützerische Grundausrichtung des Klosters betrieben wird. Baulich wird dies umgesetzt durch den Rückbau des Gebäudebestands und größenmäßige Anpassung der baulichen Ausmaße an den bestehenden Hauptgebäudetrakt. Mit der geplanten Ausführung des Neubaus als Holz-Lehm Hybridbauweise werden dabei innovative bauliche Techniken mit althergebrachten Baumaterialien kombiniert, die in dieser Form in der neueren Baugeschichte bei Baumaßnahmen dieser Größenordnung bisher noch keine Verwendung gefunden haben.

Das neue Mehrzweckgebäude dient u.a. einer Verbesserung der Beherbergungssituation und der Verwaltung der Einrichtung und dadurch der Erhöhung der Besucherfrequenz. Durch erhöhte Besucherzahlen wird die ökologische Ausrichtung des Klosters stärker nach Außen transportiert und vor allem der Bekanntheitsgrad der Benediktinerabtei auf nationaler Ebene erhöht.

Im bereits bestehenden Ausstellungszentrum des Gästehauses des Klosters soll einer breiten Öffentlichkeit die ökologisch-nachhaltige und energieeffiziente Sanierung der denkmalgeschützten Klostergebäude sowie die Innovation eines Holzbaus mit Stampflehmfassade erläutert und zur Nachahmung motiviert werden.

Bereits im Vorfeld der Maßnahme findet bei der Planung des Kindergartens eine Beteiligung der betroffenen Eltern statt (Elterninformationen, Diskussionsrunden). Darüber hinaus wird im Rahmen der turnusmäßigen mehrmals jährlichen Veranstaltungen im Kloster die Bevölkerung über den Stand der Planungen und des jeweiligen Baufortschritts informiert werden (Ausstellungen, Richtfest, Tag der offenen Tür, Information bei Klosterveranstaltungen).

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