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Online-Handel und Lieferverkehr

Immer mehr Menschen bestellen online und lassen sich ihre Waren nach Hause bringen. Was das für den Verkehr in Innenstädten bedeutet, zeigt eine neue Studie.

Mann mit Tablet-Computer in der Hand Online-HandelQuelle: thodonal/Fotolia

Der zunehmende Online-Handel führt zu deutlich mehr Lieferverkehr in Wohngebieten und Innenstädten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie für das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die Prognos zusammen mit KE CONSULT und dem Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) erstellt hat.

Eine weitere Erkenntnis der Studie: Durch den ansteigenden Lieferverkehr in Wohngebieten und in innerstädtischen Bereichen steigen die Konfliktpotenziale im Hinblick auf Infrastrukturauslastung, Verkehrsbehinderungen und Unfallrisiken.

Zudem dürfte der Gesamtverkehr durch den wachsenden Online-Handel eher ansteigen. Von negativen Umwelteffekten allein auf Basis einer steigenden Gesamtverkehrsleistung auszugehen, greift jedoch zu kurz, wie die Studie zeigt, denn entscheidend sind auch die eingesetzten Fahrzeuge und Antriebe.

Auch der Personenverkehr wird sich infolge des Online-Handels verändern, da mit diesem neue Aktivitäten (Sendungen abholen, Retouren wegbringen) verbunden sind. Inwieweit dadurch eine Zunahme des motorisierten Verkehrs angestoßen wird, kann jedoch noch nicht abschließend beantwortet werden, unter bestimmten Rahmenbedingungen besteht diese Möglichkeit jedoch durchaus.

Die Studie bietet zudem eine Reihe von Handlungsempfehlungen für die Politik, unter anderen:

  • Kommunen können die Transportbranche bei der Elektrifizierung ihrer Flotte unterstützen. Dies kann durch Sonderrechte wie eigene Spuren oder Ladezonen geschehen. Die Elektrifizierung der Flotte löst aber nicht die Probleme verstopfter Straßen.
  • City-Logistik-Konzepte können dabei helfen, die stark zersplitterten Lieferverkehre sinnvoll zu bündeln. In der Vergangenheit haben sich diese Konzepte als wenig attraktiv erwiesen. Gerade vor dem Hintergrund drohender Einfahrverbote für konventionelle Diesel könnten sie aber eine Renaissance erleben.
  • Pick-up-Points bündeln die Lieferungen an Endkunden auf gezielt eingerichtete Übergabepunkte. Dadurch können Wohngebiete in der Fläche entlastet werden. Gleichzeitig können aber erhebliche neue Abholverkehre im Umfeld der Pick-up-Points entstehen.
  • Alternative Fahrzeugkonzepte wie Lastenräder oder Drohnen weisen weniger Verkehrsbehinderungen und Platzbedarf auf als konventionelle Lkw. Diese Konzepte sind aber auf Reorganisationen im Lieferprozess und kundennahe Lagerflächen ("Mikro-Hubs") angewiesen, die gerade in Kernstädten knapp sind.

Kontakt

Dr. Bernd Buthe
Referat I 5 - Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr
Tel.: +49 228 99401-2332
bernd.buthe@bbr.bund.de