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Wohngeldreform 2020: Zahl der Empfänger steigt

Am 1. Januar 2020 tritt das Wohngeldstärkungsgesetz in Kraft. Die Zahl der Empfänger wird durch die Reform auf rund 660.000 Haushalte steigen.

Mehrfamilienhaus MehrfamilienhausQuelle: helmutvogler/stock.adobe.com

Das Wohngeld ist ein wichtiges wohnungspolitisches Instrument. Der Staat unterstützt einkommensschwächere Haushalte bei ihren Wohnkosen. Die Höhe des staatlichen Zuschusses bemisst sich unter anderem an der regionalen Wohnungsmarktsituation und ist bislang über sechs Mietenstufen gestaffelt. Die Wohngeldreform stärkt Wirkung und Reichweite des staatlichen Zuschusses. Demnach werden insgesamt rund 660.000 Haushalte Wohngeld erhalten. Ein Großteil davon gehört bereits zum Empfängerkreis und würde im Jahr 2020 auch ohne Reform weiterhin Wohngeld beziehen. Hinzu kommen rund 155.000 Haushalte, deren Einkommen bisher über den Grenzen für einen Wohngeldanspruch lagen, sowie rund 25.000 Haushalte, die vor der Wohngeldreform auf Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II oder SGB XII angewiesen waren (z. B. Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe). Die Reform sieht auch eine siebte Mietenstufe für Gemeinden und Kreise mit besonders hohem Mietenniveau vor. Die Höchstbeträge für die berücksichtigungsfähige Miete werden angehoben und das Leistungsniveau steigt.

Seit der letzten Reform im Jahr 2016 sank die Zahl der Wohngeldempfänger von rund 630.000 Haushalten Ende 2016 auf rund 590.000 Ende 2017. Die Entwicklungen nach den vergangenen Wohngeldreformen zeigen, dass die Zahl der Empfänger nach den Reformen stets rasch zurückgeht. Die Gründe dafür liegen nicht zwangsläufig in einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Haushalte, sondern vielmehr darin, dass die aktuellen Entwicklungen der Mieten, Lebenshaltungskosten und Einkommen seit dem Inkrafttreten der letzten Reform nicht berücksichtigt werden. Dadurch sinkt die Leistungsfähigkeit des Wohngeldes mit zunehmendem Abstand zur Reform. Die aktuelle Reform sieht deshalb eine Dynamisierung vor, um die Leistungsfähigkeit des Wohngeldes zu erhalten.

Die Erhöhung des Wohngeldes führt im Jahr 2020 voraussichtlich zu Ausgaben von insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro. Bund und Länder tragen diese Kosten gemeinsam.

Das BBSR hat das BMI bei den vorbereitenden Arbeiten zur Wohngeldreform mit Analysen und kartografischen Darstellungen unterstützt. In einem Forschungsprojekt wurden zudem die voraussichtlichen Wirkungen der Wohngeldreform auf Empfängerzahlen und Ausgaben prognostiziert. Die Grundlage dafür bilden Berechnungen mit einem komplexen Mikrosimulationsmodell. Das BBSR wird durch begleitende Forschungsprojekte und eigene regionale Analysen weiterhin zur Verbesserung des Wohngeldes beitragen. Den Mietenstufen und Höchstbeträgen für die berücksichtigungsfähigen Wohnkosten gilt dabei ein besonderes Augenmerk.

Abb.: zeigt die Wohngeld-Empfängerhaushalte 2007 bis 2020 als Balkendiagramm WohngeldQuelle: BBSR

Karte: Mietenstufen Wohngeld MietenstufenQuelle: BBSR

Kontakt

Ernst Degener
Referat II 12 - Wohnen und Gesellschaft
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ernst.degener@bbr.bund.de

Nina Oettgen
Referat II 12 - Wohnen und Gesellschaft
Tel.: +49 228 99401-1220
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