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Kleinstadtpioniere tauschen erste Erfahrungen aus

Das vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) initiierte Forschungsprojekt "Potenziale von Kleinstädten in peripheren Lagen" nimmt Fahrt auf. Eine Publikation stellt nun die acht Modellvorhaben vor und informiert über erste Ergebnisse.

Luftbild Kleinstadt (Foto: Jürgen Hohmuth, Zeitort) Demografischer WandelQuelle: Jürgen Hohmuth/zeitort.de

Kleinstädte in peripheren Lagen übernehmen vielfältige Funktionen: als Wohn- und Arbeitsorte, aber auch als Orte der Kultur und der Versorgung. Gleichzeitig stehen sie vor Herausforderungen – dazu gehören der demografische Wandel oder die Aufgabe, Infrastrukturen der Daseinsvorsorge aufrechtzuerhalten und generationengerecht zu entwickeln. Zudem befinden sich viele Kleinstädte mit Blick auf Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsentwicklung teils in einem internationalen Wettbewerb. Umso wichtiger ist es für sie, sich mit eigenen Potenzialen zu positionieren und interkommunal erfolgreich zu kooperieren.
Genau an dieser Stelle setzt das Projekt, über das eine neue BBSR-Publikation nun informiert, an. "Wir untersuchen, auf welche Weise Kleinstädte in peripheren Lagen ihre Zukunftschancen für eine qualitätsvolle Stadtentwicklung nutzen können", erklärt BBSR-Direktor Harald Herrmann. "Damit schließen wir eine Lücke in der Stadtforschung: Kleinstädte fanden in Forschung und öffentlicher Wahrnehmung bisher weniger Beachtung als Groß- und Mittelstädte, obwohl sie vor großen Aufgaben stehen", so Herrmann weiter. "Je peripherer die Lage und je kleiner die Stadt, desto größer sind diese Aufgaben häufig."

Erfahrungswerkstätten

Welche Potenziale existieren vor Ort? Wie lassen sich weitere identifizieren, um eine nachhaltige Stadtentwicklung zu ermöglichen? Welchen Einfluss haben künftige gesellschaftliche Entwicklungen und Trends auf die Kleinstädte? Und wie sehen unterschiedliche Beteiligungsformate aus? Diese Fragen standen nicht nur bei der Arbeit der Kleinstädte vor Ort im Vordergrund, sondern auch bei den ersten Erfahrungswerkstätten in Bad Lobenstein und Zell am Harmersbach. Teilnehmer aus allen acht Modellvorhaben berichteten dort, dass sie mit ihrer Arbeit bereits kritisch-konstruktive Diskussionen auslösen konnten. Der Austausch machte zudem deutlich, dass sich auch in den Kleinstädten eine Digitalisierung der Lebens- und Arbeitsstile vollzieht, die sich mit einer Digitalisierung ergebenen Möglichkeiten aber nur nutzen lassen, wenn eine leistungsfähige Breitbandversorgung gegeben ist. Einen weiteren wichtigen Beitrag in den Modellvorhaben, das zeigten die Erfahrungswerkstätten, leisten die örtlichen Jugend-BarCamps. Mittlerweile nehmen die Kleinstädte das Engagement der jungen Menschen so ernst, dass sie langfristig in die Stadtentwicklungsprozesse eingebunden werden sollen.

Tagung im März 2017

Die breitere Öffentlichkeit wird im März 2017 in einer vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und dem BBSR ausgerichteten Tagung in Berlin Gelegenheit haben, sich über die Entwicklungen in den Modellvorhaben zu informieren und über die Zukunft und Potenziale von Kleinstädten auszutauschen.

Die Veröffentlichung "Potenziale von Kleinstädten in peripheren Lagen" kann kostenfrei per E-Mail (exwost-i7@bbr.bund.de) angefordert werden. Die Hochschule Neubrandenburg – Institut für kooperative Regionalplanung Planungsrecht/Baurecht realisiert das Forschungsprojekt im Auftrag des BBSR.

Kontakt

Daniel Regnery
Stab Wissenschaftliche Dienste
Tel.: +49 228 99401-1594
daniel.regnery@bbr.bund.de