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Wie ländliche Regionen Fachkräfte gewinnen können – Studie untersucht Handlungsfelder

Eine neue Publikation stellt Wege vor, wie Regionen im ländlichen Raum Fachkräfte sichern und gewinnen können. Während vor allem die wirtschaftlich prosperierenden Regionen verstärkt auf das Regionalmarketing setzen, um externe Fachkräfte für die Unternehmen vor Ort zu gewinnen, zielen strukturschwache ländliche Gebiete vor allem auf Jugendliche und Fachkräfte aus der Umgebung.

Lehrlinge an einer Drehbank Lehrlinge an einer DrehbankIn vielen ländlichen Regionen fehlen junge Fachkräfte. Lehrlinge an einer Drehbank. Quelle: ehrenberg-bilder/ fotolia.com

Wissenschaftler haben im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung sechs Modellregionen analysiert und daraus Handlungsfelder für die Fachkräftesicherung abgeleitet.

Die ländlichen Regionen haben der Studie zufolge mit Fachkräftenetzwerken öffentlicher und privater Akteure auf das Problem reagiert. Im Unterschied zu den 1960er Jahren, als dem Arbeitskräftemangel mit einer massiven Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte begegnet wurde, konzentrieren sich die Netzwerke heute sehr stark auf eigene Ressourcen. Um Jugendliche am Ort zu halten, wird die Berufs- und Studienorientierung gestärkt, Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten werden geschaffen oder Kooperationen zwischen (Hoch-)Schulen und Wirtschaft ausgebaut. Weiterhin geht es darum, die Bindung zwischen Arbeitnehmern und den Unternehmen bzw. der Region zu erhöhen und verstärkt Erwerbslose und ältere Menschen für den Arbeitsmarkt zu gewinnen.

Die Struktur, Organisation und Arbeitsweise der untersuchten Netzwerke ist sehr unterschiedlich und bisher kaum institutionalisiert. Die Netzwerke sind als mehr oder weniger formalisierte Public Private Partnerships (PPP) zumeist außerhalb der Kommunalverwaltung angesiedelt. Nur wenige Regionen legen den Maßnahmen bisher eine Strategie zugrunde, die auf einer Analyse des Fachkräftebedarfs gründet. Unterschiedliche Handlungsfelder zusammenzuführen und zu gewichten, ist dabei eine besonders wichtige Aufgabe.

Nach Einschätzung der Wissenschaftler ist das Engagement der Unternehmen bei der regionalen Fachkräftesicherung ausbaufähig. In einigen Netzwerken beteiligen sich die Unternehmen und ihre Verbände an den Aktivitäten zur kommunalen Fachkräftesicherung. Dieses Engagement hängt vor allem davon ab, wie sehr der Fachkräftemangel bereits als Problem wahrgenommen wird. Die Öffentlichkeitsarbeit der Netzwerke trägt bereits dazu bei, das Problembewusstsein zu schärfen.

Auftragnehmer war das inter 3 GmbH - Institut für Ressourcenmanagement. Die Publikation ist als erstes Heft der Reihe MORO Praxis erschienen. Interessierte können sie im BBSR anfordern (ref-1-1@bbr.bund.de).

Die Veröffentlichung kann hier heruntergeladen werden.

Kontakt
Dr. Steffen Maretzke
Referat I 1 – Raumentwicklung
Tel. +49 22899-401-2326
steffen.maretzke@bbr.bund.de