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Wo in Deutschland die Lebenserwartung am höchsten ist

Die Lebenserwartung in Deutschland betrug im Jahr 2015 für Neugeborene 80,9 Jahre. Wo aber werden die Menschen am ältesten? Eine Auswertung des BBSR zeigt, dass es regionale Unterschiede gibt.

Die höchste Lebenserwartung haben Neugeborene in den Landkreisen Starnberg (83,4 Jahre) und Breisgau-Hochschwarzwald (83,2), am niedrigsten ist sie im Landkreis Pirmasens (77,4) und den Stadtkreisen Bremerhaven (77,7) und Flensburg (78).

Die Spanne zwischen der regional höchsten und niedrigsten Lebenserwartung beträgt 6 Jahre. Vor 20 Jahren waren es noch 6,6 Jahre. Aber nicht nur die regionalen Unterschiede haben sich seit Mitte der 1990er Jahre verringert, sondern auch die Unterschiede zwischen neugeborenen Mädchen und neugeborenen Jungen: Damals lebten Frauen im Schnitt 6,5 Jahre länger als Männer, zuletzt waren es nur noch knapp 5 Jahre.

Die Lebenserwartung für neugeborene Jungen beträgt derzeit 78,5 Jahre und für neugeborene Mädchen 83,3 Jahre. Die regionalen Unterschiede sind bei neugeborenen Jungen etwas stärker ausgeprägt als bei neugeborenen Mädchen: Bei den Jungen liegt der Kreis Starnberg mit im Schnitt 81,6 Jahren vor den Landkreisen München (81,4) und Breisgau-Hochschwarzwald (81,1). Am Ende der Liste steht mit 73,9 Jahren der Stadtkreis Pirmasens, gefolgt vom Stadtkreis Bremerhaven (74,2) und dem Landkreis Sonneberg (74,5).

Mit 85 Jahren haben neugeborene Mädchen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald die höchste Lebenserwartung in Deutschland, gefolgt von den Städten Dresden und München (84,9) und dem Kreis Tübingen (84,8). Am Ende der Liste befinden sich die Stadtkreise Pirmasens mit 78 Jahren, Suhl (79,4) und Emden (79,5) sowie der Landkreis Lüchow-Dannenberg (79,8).


Der Einfluss sozioökonomischer Faktoren

Nicht für alle Menschen steigt allein mit einem besseren Gesundheitssystem und dem medizinischen Fortschritt die Chance auf ein längeres Leben. Analysen des BBSR zeigen jedoch, dass sich die Lebenserwartung regional ähnlich verteilt wie

  • die Bildungschancen (gemessen am Anteil von Schulabgängern mit allgemeiner Hochschulreife),
  • die qualifizierte Beschäftigung (gemessen am Anteil der Beschäftigten mit Hochschulabschluss, in der Kreativwirtschaft und in wissensintensiven Dienstleistungen) sowie
  • ökonomische Belastungen und soziale Benachteiligung (gemessen an der Kinderarmut, Personen in Bedarfsgemeinschaften und Schuldnerquote).

Die Lebenserwartung ist in den Regionen höher, in denen der Anteil sozial und ökonomisch schwacher Bevölkerungsgruppen gering und der Arbeitsmarkt günstig und attraktiv für hoch qualifizierte und kreative Arbeitnehmer ist. Dieser Zusammenhang ist bei Männern deutlicher ausgeprägt als bei Frauen. Gleichwohl lassen sich auf Ebene der Stadt- und Landkreise keine vollständigen Modelle entwickeln, die die regional unterschiedliche Lebenserwartung erklären. Dafür sind die Einflüsse auf die Lebenserwartung zu komplex und die regionalstatistischen Daten zu begrenzt.

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Methodischer Hinweis: Die Lebenserwartung bei der Geburt gibt an, wie viele Lebensjahre ein Neugeborenes rechnerisch noch vor sich hätte, wenn die in diesem Jahr beobachteten Sterblichkeitsverhältnisse (altersspezifische Mortalitätsraten) in der Zukunft konstant bleiben würden. Anders als der Begriff suggeriert, sagt sie eigentlich aus, wie alt die im betreffenden Jahr Gestorbenen geworden sind, und zwar ohne dass durch die Altersstruktur der betreffenden Bevölkerung eine Verzerrung entsteht. Die Berechnung der Lebenserwartung aus den Daten der Regionalstatistik und der Laufenden Raumbeobachtung des BBSR ist mit einigen Schätzungen und Vereinfachungen verbunden. Ausgewertet wurde die Periodensterbetafel 2013/2014/2015.


Weitere Informationen

Tabelle: Lebenserwartung neugeborener Mädchen / neugeborener Jungen - Landkreise und kreisfreie Städte

Karte (reprofähig): Lebenserwartung eines Neugeborenen - Landkreise und kreisfreie Städte

Karte (reprofähig): Veränderung der Lebenserwartung eines Neugeborenen 1995/2015

Karte (reprofähig): Lebenserwartung neugeborener Mädchen / neugeborener Jungen - Landkreise und kreisfreie Städte


Kontakt

Antonia Milbert
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel. +49 22899 401-2256
antonia.milbert@bbr.bund.de