Navigation und Service

Laufende Stadtbeobachtung - Raumabgrenzungen

Großstadtregionen

Seit den 1990er Jahren stellt das BBSR regelmäßig aktualisierte (Groß-) Stadtregionen als Gebietskulisse bereit. Sie stellen die Verflechtungen zwischen Städten und ihrem Umland dar.

Die Karte zeigt die Gemeindeverbände in Deutschland mit ihrer Zuordnung zu den Kategorien Zentrum, Ergänzungsgebiet zum Zentrum, innerer und äußerer Pendlerverflechtungsraum. Großstadtregionen 2015

Die Verflechtung zwischen Zentrum und Umland wird mit den Pendlerbewegungen der sozialversicherungspflichtig versicherten Beschäftigten zwischen Wohn- und Arbeitsort gemessen. Andere Verflechtungsmaße auf Ebene der Gemeinden wie Kundenströme vom Umland in die Geschäfte und Kultureinrichtungen der Städte liegen nicht flächendeckend vor. Die räumlichen Bewegungen der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, auch wenn sie nur etwa 70% der Erwerbstätigen ausmachen, können jedoch als repräsentativ für die Gesamtbevölkerung und ihre alltäglichen Interaktionsmuster gesehen werden.

Abgrenzung der großstadtregionalen Zuordnung

Als Zentren der Großstadtregionen werden solche Gemeinden/Städte definiert, die

  • mindestens 100.000 Einwohner (Großstädte) haben;
  • über einen Einpendlerüberschuss verfügen,  d.h. die Zahl der Einpendler in das Zentrum ist höher als die Zahl der Auspendler vom Zentrum in andere Gemeinden;
  • wenn bei aneinandergrenzenden Zentren der Hauptpendlerstrom nicht aus der Nachbarstadt kommt und die Stadt Zentrum einer Stadt-Land-Region ist (>> weitere Informationen).

Die Zuordnungskriterien der ringförmigen Zonen um das Zentrum sind wie folgt: Das Ergänzungsgebiet umfasst an das Zentrum angrenzende Gemeinden mit hoher Tagesbevölkerungsdichte (Einwohner + Einpendler - Auspendler) und enger Pendlerbeziehung zum Zentrum (in beide Richtungen). Obwohl sie außerhalb der administrativen Grenzen liegen, kann man sie dennoch zum Zentrum rechnen. Der Außenbereich der Stadtregion wird nach dem Grad der Pendlerverflechtung in zwei Zonen unterschieden, den engeren und den weiteren Pendlerverflechtungsraum.

Übersicht der Zuordnungskriterien
Zentrum einer GroßstadtregionStadt-/Gemeindetyp = Großstadt, Oberzentrum, Einpendlerüberschuss (Einpendler/Auspendler >= 1), (Tag-)Bevölkerung  > 100.000 Einwohner, Hauptpendlerstrom kommt nicht aus benachbartem Zentrum, Kern einer Stadt-Land-Region
ErgänzungsgebietTagesbevölkerungsdichte > 500, Einpendlerüberschuss und/oder 50% der Auspendler pendeln in eine Kernstadt 
Engerer Pendlerverflechtungsraummindestens 50% der Auspendler pendeln in ein Zentrum/Ergänzungsgebiet
Weiterer Pendlerverflechtungsraum25% bis 50% der Auspendler pendeln in ein Zentrum/Ergänzungsgebiet

Ein weiteres Kriterium für die Zugehörigkeit zu einer großstadtregionalen Zone ist der flächenmäßige Zusammenhang der Gemeinden. Bei der Bildung der Zonen allein nach den genannten Kriterien entstehen Exklaven - Gemeinden außerhalb der zusammenhängenden Zonen. Sie werden mittels GIS in Gemeinden außerhalb von Großstadtregionen umkodiert. Umgekehrt werden einige wenige Gemeinden innerhalb der Zonen umkodiert - v.a. zwischen engerem und weiterem Pendlerverflechtungsraum, um zusammenhängende Ringe zu erzeugen.

Abschließend erfolgt ein Abgleich der Grenzen der Stadt-Land-Regionen und der Großstadtregionen, so dass die Großstadtregionen über die Stadt-Land-Regionen (>> weitere Informationen) abgedeckt werden können.

Verteilung von Einwohnern und Fläche in den Großstadtregionen

Zusatzinformationen

Logo Raumbeobachtung.de

Kontakt

Petra Kuhlmann
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2263