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Europäische Raumbeobachtung – Raumabgrenzungen

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Siedlungsstrukturelle Regionstypen Europas

In der Karte werden die siedlungsstrukturellen Regionstypen auf der NUTS-3-Ebene dargestellt. Siedlungsstrukturelle NUTS-3-RegionenQuelle: BBSR

Das BBSR hat neue Siedlungsstrukturtypen für europaweit vergleichende Analysen städtischer und ländlicher Regionen entwickelt. Räumliche Bezugsebene sind die so genannten NUTS-3-Regionen – in Deutschland die Kreise und kreisfreien Städten. Insgesamt werden auf der NUTS-3-Ebene vier siedlungsstrukturelle Regionstypen differenziert:

  1. Großstadtregionen mit einer Bevölkerung in Großstädten und großen Mittelstädten von über 300.000 Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte über 150 Einwohner/km² oder einer Einwohnerzahl in diesen Städten unter 300.000 mit einer Dichte über 300 Einwohner/km².
  2. Städtische Regionen mit einem Anteil der Bevölkerung in Großstädten und großen Mittelstädten über 45% und einer Dichte der Region von über 150 Einwohner/km² oder einer Bevölkerungsdichte der Region ohne die Groß- und großen Mittelstädte über 150 Einwohner/km².
  3. Ländliche Regionen mit Verdichtungsansätzen mit einem Anteil der Bevölkerung in Groß- und großen Mittelstädten über 45% und einer Dichte unter 150 Einwohner/km² oder einem Anteil der Bevölkerung in Groß- und großen Mittelstädten unter 45% und einer Dichte der Region über 100 Einwohner/km.
  4. Dünn besiedelte Ländliche Regionen mit einem Anteil der Bevölkerung in Groß- und großen Mittelstädten unter 45% und einer Bevölkerungsdichte der Region ohne die Groß- und großen Mittelstädte unter 100 Einwohner/km².

Die Klassifizierung der neuen Siedlungsstrukturtypisierung berücksichtigt nicht nur die größeren Städte, sie reflektiert auch die Bedeutung der Mittelstädte und deren Nebeneinander zu Großstadtregionen. Regionale Dichtewerte fließen auch ohne Berücksichtigung der größeren Städte in die Abgrenzung ein. Möglich wurde dies durch die Bestimmung der Städte entweder direkt über die lokalen Gebietseinheiten der LAU-2-Ebene oder durch deren Aggregation auf Basis nationaler Festlegungen der städtischer Gebiete in den Ländern, in denen die LAU-2-Gebiete keine direkte Repräsentanten von Gemeinden und Städten sind.

Die Typisierung erfolgt in der Fassung der NUTS 2013-Systematik, die seit Jahresbeginn 2015 gültig ist.

Die regionale Untergliederung der Europäischen Raumbeobachtung basiert auf der von Eurostat bereitgestellten Systematik der Gebietseinheiten für die Statistik NUTS (Nomenclature des unités territoriales statistiques). Diese wurde erstmals 1981 mit dem Ziel einer Aufgliederung der Gebietseinheiten für regionalstatistische Zwecke entwickelt. Sie basiert im Wesentlichen auf den administrativen Gebietseinheiten der Mitgliedsstaaten der EU. Vergleichbare regionale Gebietseinheiten gibt es auch für EFTA - Länder (Norwegen, Island, Schweiz, Luxemburg) und die EU-Kandidatenländer.

Um den von der Heterogenität der NUTS-3-Regionen hervorgerufenen Verzerrungen vorzubeugen – in einigen Ländern sind selbst große Mittelstädte eigene NUTS-3-Regionen, während in anderen Ländern Großstädte Teile der NUTS-3-Region sind –, wurde die Gebietskulisse umfangreich angepasst.

So werden NUTS-3-Regionen, die eine andere eindeutig eine Großstadt repräsentierende NUTS-3-Region umschließen, dieser Stadt als Zentrum zugewiesen. Die Region behält aber den entsprechenden Wert der Bevölkerungsdichte bei. Außerdem fasst sie solitäre NUTS-3-Stadtregionen mit weniger als 100.000 Einwohnern mit umgebenden NUTS-3-Regionen zusammen. NUTS-3-Regionen, die gleichzeitig Städte mit 100.000 und mehr Einwohnern sind, bleiben in ihrem regionalen Zuschnitt erhalten.

Zu den rund 1.450 Regionen der NUTS-Ebene 3 zählen in Deutschland die Kreise und kreisfreien Städte, in Belgien die Arrondissements und in Frankreich etwa die Departements.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Volker Schmidt-Seiwert
Referat I 3 - Europäische Raum- und Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2246
Regine Binot
Referat I 3 - Europäische Raum- und Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-1468