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Trends in der Stadtentwicklung

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Stadtregionen und Städte unterliegen grundsätzlich gleichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Trotz dieser generellen Gemeinsamkeiten wirken sich diese örtlich sehr unterschiedlich aus. Die räumlichen Konsequenzen für die Stadtentwicklung sind auch davon abhängig, wie Kommunalpolitik, lokal agierende Unternehmen und die örtliche Bürgerschaft auf diese Entwicklungen aufnehmen.
Projekt: 2009

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) bietet durch umfangreiche Analysen und empirische Untersuchungen zu Teilräumen und ausgewählten Fachthemen bundesweit relevante Daten zu generellen Entwicklungstrends zur Verfügung. Grundsätzlich lassen sie sich zu folgenden Trendaussagen zusammenfassen:

Es gibt im zunehmenden Maße ein Nebeneinander und eine Gleichzeitigkeit von wachsenden und rückläufigen Entwicklungen; dies ist sowohl im regionalen Kontext, auf der gesamtstädtischen Ebene und innerhalb von Stadtteilen zu beobachten.

Die demographische Entwicklungsdynamik prägt im besonderen Maße die Zukunft der Stadtregionen und Städte. Die Bevölkerung nimmt im langfristigen Verlauf zahlenmäßig deutlich ab, ihre Zusammensetzung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Anteile älterer Menschen und der der Zuwanderer an der örtlichen Bevölkerung zunehmen.

Pluralisierung der Lebensstile und wechselnde Lebenslagen verlangen nach flexiblen Raumstrukturen und anpassbaren Infrastrukturen. Neben Aufwertungsstrategien für Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf liegen die wachsenden Herausforderungen in einer integrierten Stadtentwicklungspolitik.

Unternehmenspolitiken werden angesichts einer zunehmenden Globalisierung der Märkte immer weniger mit Rücksicht auf den Unternehmensstandort umgesetzt. Vernetzt Märkte in einer umfassenden Weltwirtschaft prägen das lokale Konsumverhalten und die regionalen Wettbewerbschancen.

Die klassischen Standortfaktoren industriell geprägter Siedlungsformen spielen eine immer geringere Rolle; stattdessen gewinnen "weiche" Standortqualitäten an Bedeutung für Unternehmensentscheidungen und Wohnortpräferenzen in einer durch die Anforderungen einer Wissensgesellschaft geprägten Stadtentwicklung.

Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der konsequente Abbau von Umweltbelastungen werden immer wichtiger werdende Merkmale für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung. Diese Anforderungen sind zugleich Triebkraft für technologische und gesellschaftliche Innovationen.

Das Bild der klassischen Unterscheidung von Kernstadt und Umland ist längst überholt. Es entwickeln sich stattdessen zunehmend differenzierter stadtregionale Netzstrukturen mit funktionaler und kleinräumlicher Arbeitsteilung. Hieraus resultieren neue Anforderungen an eine integrierte Stadtentwicklungspolitik und ínterkommunale Kooperationen.

Eine zukunftsfähige Stadtentwicklungspolitik wird immer weniger durch die Umsetzung räumlicher Planwerke bestimmt sein, sondern immer intensiver durch Zusammenwirken von öffentlicher Hand, unternehmerischer Verantwortung und bürgerschaftlichem Engagement.

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Kontakt

Dr. Manfred Fuhrich