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Gemeinwohlorientierte Initiativen in der Quartiersentwicklung

Zahlreiche gemeinwohlorientierte und selbstverwaltete Initiativen engagieren sich für das Zusammenleben in Stadt- und Ortsteilen. Das Forschungsprojekt untersucht, welche konkrete Bedeutung diese Initiativen für eine sozial, ökonomisch, ökologisch und kulturell nachhaltige Stadtteilentwicklung haben können und welche Rolle die Städtebauförderung bei der Unterstützung dieser Initiativen in Zukunft übernehmen kann.

Projektstart: September 2017

Ausgangslage

Die Städtebauförderung fördert städtebauliche Maßnahmen, die soziale Missstände beseitigen, Innenstädte und Ortszentren stärken sowie nachhaltige städtebauliche Strukturen herstellen sollen. Zur Stabilisierung der Quartiere spielen Bildungs- und Gemeinschaftseinrichtungen wie Stadtteilzentren, Bürger- und Familientreffs, Begegnungsstätten, Kultureinrichtungen und Orte für die lokale Ökonomie eine wichtige Rolle. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind Plattformen für das soziale Miteinander der jeweiligen Nachbarschaft.

Vielfach haben sich in den vergangenen Jahren Vereine, Bürgerstiftungen und bürgerschaftlich engagierte Gruppen auf den Weg gemacht, Orte der sozialen und kulturellen Infrastruktur, der Bildung und Begegnung, des Wohnens und der lokalen Ökonomie zu übernehmen, erhalten, sanieren, entwickeln und zu betreiben.

Im Sinne einer aktivierenden und gestaltenden Bürgergesellschaft bieten sich durch diese Entwicklungen neue Kooperationsmöglichkeiten von Kommunen und gemeinwohlorientierten Initiativen vor Ort. Um diese Potenziale zu heben, benötigen viele der gemeinwohlorientierten Projekte mehr Unterstützung und Beratung, insbesondere in der Initialphase beim Zugang zu Behörden, Ansprechpartnern, Beratung zu Förderanträgen, zur Rechtssituation und zu betriebswirtschaftlichen Fragen etc.


Ziel

Das Forschungsvorhaben untersucht die Bedeutung von selbstverwalteten Einrichtungen für die Quartiersentwicklung in benachteiligten Stadtquartieren und arbeitet ihre Rolle in und Teilhabemöglichkeiten an der Städtebauförderung heraus. Zentrale Forschungsfragen hierbei sind:

  • Was ist Gemeinwohl im Zusammenhang mit Initiativen zur Quartiersentwicklung? Auf welchen Handlungsfeldern/Aufgaben liegt derzeit der Fokus der Initiativen und wie werden die Ziele hierfür ausgehandelt? Wie wurden diese bisher erreicht? Und welche Kritik gibt es?

  • Was leisten gemeinwohlorientierte Initiativen für Nachbarschaften insbesondere in Bezug auf Partizipation, Aktivierung und nachhaltiger Verankerung zur sozialen Quartiersentwicklung? Welche Akteure engagieren sich? Wen und wie viele erreichen sie? Was leisten sie beim Aufbau und der Weiterentwicklung sozialer Infrastrukturen?

  • Welchen Anteil haben gemeinwohlorientierte Immobilienprojekte an der Entwicklung von Quartieren? Schaffen sie Innovationen, beispielsweise in Bezug auf neue Formen des Arbeitens und Zusammenlebens? Was sind die Folgen der neuen Schnittstellen zwischen Wohnungswirtschaft, Initiativen und Verwaltung?

  • In welcher Rechts- und Organisationsform agieren sie? Wie finanzieren sie sich? Auf welche staatliche und zivilgesellschaftliche Unterstützung greifen die Initiativen zurück?

  • Inwieweit gelingt ihnen die Kooperation mit den Kommunen? Und umgekehrt, werden sie von Kommunen in die Stadtentwicklung bzw. in die integrierten Stadtentwicklungskonzepte eingebunden? Partizipieren sie an den Förderinstrumenten der Städtebauförderung?

  • Was brauchen gemeinwohlorientierte Initiativen? Wo liegen Hemmnisse, wo förderliche Bedingungen beim Aufbau sozialer Infrastruktur durch gemeinwohlorientierte Initiativen? Welche Rahmenbedingungen müssen gegebenenfalls verbessert werden, zum Beispiel bei der Inanspruchnahme von Förderinstrumenten der Städtebauförderung? Wie partizipieren sie an der Städtebauförderung? Welche spezifischen Unterstützungs- und Beratungsangebote brauchen sie? Welche Hebelpunkte gibt es dafür?

Zusatzinformationen

Kontakt

Dr. Karin Veith
Referat I 4 - Städtebauförderung, Soziale Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2140
Teresa Lauerbach
Referat I 4 - Städtebauförderung, Soziale Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2337