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Grün in der Stadt – Maßnahmen zur Grün- und Freiraumentwicklung im Rahmen der Städtebauförderung

In der Verwaltungsvereinbarung über die Städtebauförderung haben Bund und Länder 2015 den Stellenwert von Grün und Freiraum im besiedelten Raum gestärkt. Gleichwohl spielten urbanes Grün und Freiräume auch vorher schon eine Rolle bei der Umsetzung der jeweiligen Programmziele vor Ort. Ein Projekt der Begleitforschung hat für alle zum Projektbeginn laufenden Städtebauförderungsprogramme exemplarisch untersucht, wie Grün- und Freiraumbelange bislang konzeptionell und auf Projektebene realisiert werden. Die Forschungsergebnisse können zusätzlich Hinweise zur Durchführung des 2017 aufgelegten Programms "Zukunft Stadtgrün" geben.

Projektlaufzeit: Juli 2016 – Juli 2018

Grünanlage in Hildesheim-DrispenstedtQuelle: plan zwei

Ausgangslage

Gestiegene Anforderungen an den Klimaschutz, infrastrukturelle Anpassungsprozesse, Stadtwachstum einerseits und entstandene Brachflächen andererseits – Städte und Gemeinden stehen vor großen und neuen Herausforderungen. In dem Zusammenhang kommt dem Grün in der Stadt mit seinen vielfältigen Formen und Funktionen eine besondere Bedeutung zu. Ihr ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Wert ist immer wieder Gegenstand politischer, gesellschaftlicher und fachlicher Debatten. Mit dem Wandel der Rahmenbedingungen verändert sich auch die Wahrnehmung städtischen Grüns. Hierbei ging und geht es immer wieder um die Frage, welchen Stellenwert urbanes Grün in Konkurrenz oder Ergänzung zu anderen Flächennutzungsansprüchen – beispielsweise durch Verkehr, Siedlung oder Industrie und Gewerbe – haben soll.

Die Bundesregierung hat die Wichtigkeit des Themas als disziplin- und ressortübergreifende Aufgabe der Stadtentwicklungspolitik erkannt und bereits 2015 die Förderfähigkeit des Stadtgrüns und die Umweltgerechtigkeit in den Verwaltungsvereinbarungen zur Städtebauförderung zwischen Bund und Ländern herausgestellt.

Darüber hinaus hat die Bundesregierung mit dem 2015 veröffentlichten "Grünbuch Stadtgrün" die Bedeutung von Grün in der Stadt zum Ausdruck gebracht. Das Grünbuch Stadtgrün fasst erstmalig und ressortübergreifend den aktuellen Wissensstand zum urbanen Grün zusammen. Es wurde als Diskussionspapier mit dem Ziel konzipiert, einen breiten Dialog im Hinblick auf die Bedeutung von urbanem Grün in der integrierten Stadtentwicklung anzustoßen. Ein Ergebnis dieses Diskussionsprozesses ist das im Mai 2017 veröffentlichte Weißbuch Stadtgrün mit. Es umfasst insgesamt zehn Handlungsfelder und eine Vielzahl konkreter Maßnahmen des Bundes für die Sicherung und Qualifizierung von Grün- und Freiflächen.

Diese neu akzentuierte und umfassende Betrachtungsweise des Grüns in der Stadt gab Anlass zu prüfen, welche Ziele den Programmen der Städtebauförderung im Hinblick auf Grün- und Freiräume zugrunde liegen, wie diese umgesetzt werden und welchen Beitrag die Grün- und Freiraumentwicklung leisten kann, um die Wohn- und Lebensqualität in den Programmgebieten zu verbessern.

Ziel

Im Mittelpunkt der Untersuchung stand zum einen die Frage, wie und in welchem Maße die Grün- und Freiflächenentwicklung in den Programmen der Städtebauförderung Berücksichtigung findet. Zum anderen waren Möglichkeiten und Potenziale aufzuzeigen, das Thema des Grüns in der Stadt in der Städtebauförderung noch stärker zum Tragen zu bringen. Untersucht werden sollte, inwieweit die Potenziale, die die Städtebauförderung für die Grün- und Freiraumentwicklung bietet, in der Praxis ausgeschöpft werden und wo gegebenenfalls Hemmnisse liegen. In der Analyse der unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen in einzelnen Programmkomponenten wurde herausgearbeitet, wo Unterschiede in der jeweiligen örtlichen Umsetzung liegen. Aus dieser Betrachtung wurde abgeleitet, in welchen Komponenten und inwieweit sich die Städtebauförderung zur Stärkung des Grüns in der Stadt weiter entwickeln lässt.

Die Untersuchung sollte durch ihren Praxisbezug und die Kombination verschiedener methodischer Zugänge in umsetzungsorientierte Empfehlungen münden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Fachdebatte zum Grün in der Städtebauförderung einfließen.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes war plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover.

Zusatzinformationen

  • Logo der Initiative Grün in der Stadt

Kontakt

Dr. Brigitte Adam
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2325

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