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Wohneigentum

Hrsg.:

BBRIzR6.2003Bonn

Die Bedeutung des Wohneigentums ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen und nimmt auch zukünftig eine wichtige Rolle in der Wohnungs-, Vermögens- und Sozialpolitik ein. Jahrzehntelang wurde dies durch eine entsprechende Wohneigentumsförderung des Bundes, der Länder und der Gemeinden unterstützt. Aufgrund der derzeitigen Konsolidierungszwänge der öffentlichen Haushalte stehen diese Fördermaßnahmen nunmehr verstärkt auf dem Prüfstand, so dass eingehende Analysen zu Wirkungsweisen der Förderinstrumente und Handlungsstrategien der Akteure zunehmend erforderlich sind.

Zudem hat sich der deutsche Wohnungsmarkt in den letzten Jahren in viele unterschiedlich ausgeprägte Wohnungsmärkte ausdifferenziert, deren Folgen auch auf dem Wohneigentumsmarkt zu spüren sind. Diese veränderten Bedingungen stellen neue Anforderungen an die Marktteilnehmer: Während in wachsenden Regionen das Angebot weiterhin ausgeweitet werden sollte, steht in stagnierenden bzw. schrumpfenden Räumen die qualitative Bestandserhaltung neben einer städtebaulich vernünftigen Steuerung der Rückbauprozesse im Blickpunkt.

Das vorliegende Heft greift ausgewählte Aspekte auf europäischer bis hin zur kommunalen Ebene zum Thema Wohneigentum auf. Hierzu zählen Ursachen und Rahmenbedingungen der unterschiedlichen Eigentumsquoten im europäischen Vergleich, Diskussionen ausgewählter Reformvorschläge zur Eigenheimzulage, Finanzierungsstrukturen der Wohneigentumsbildung, kommunale Handlungsansätze zur Förderung der Wohneigentumsbildung sowie die Eigentumsbildung von Migranten.

Auf der europäischen Ebene werden die Ursachen der unterschiedlichen Wohneigentümerquoten in verschiedenen Staaten untersucht. Innerhalb Europas besteht eine breite Spreizung der Eigentümerquoten: In einer internationalen Untersuchung werden anhand von ökonometrischen Modellen und qualitativen Untersuchungsansätzen die relevanten Einflussfaktoren analysiert, um plausible Erklärungsansätze für diese unterschiedliche Entwicklung zu finden.

Die Erhöhung der Wohneigentumsquote in Deutschland wird seit 1996 durch die Eigenheimzulage gefördert. Konsolidierungszwänge der öffentlichen Haushalte erfordern jedoch drastische Einsparungen, die unter anderem durch Einschränkungen der Eigenheimzulage vorgenommen werden sollen. Daher werden in einem weiteren Beitrag ausgewählte Reformvorschläge erstmals mittels empirischer Daten hinsichtlich ihrer sozialen und räumlichen Auswirkung analysiert.

Ein weiterer wichtiger Aspekt liegt in den Finanzierungsstrukturen der Wohneigentumsbildung. In einer Längsschnittanalyse zwischen 1995 und 2002 werden die repräsentativen Befragungen privater Banken ausgewertet. Wichtiges Resultat der Analysen sind die positiven Auswirkungen der Eigenheimzulage auf die Eigentumsbildung bei den Schwellenhaushalten nach ihrer Einführung im Jahre 1996. Die neue Förderung hat teilweise dazu geführt, dass die Finanzierungsbelastungen auf das Niveau der Miete gesenkt werden konnten.

Auf der kommunalen Ebenen kämpfen viele Kernstädte in verschiedenen Regionen Deutschlands weiterhin mit Einwohnerverlusten. Vor allem die jungen einkommensstärkeren Haushalte kehren den Städten den Rücken, um ihre Wohnwünsche - sei es zur Miete oder im Eigentum - im Umland zu realisieren. Dieser Trend hat dramatische Folgen für die Siedlungs-, Sozial- und Finanzstruktur der Städte. Anhand verschiedener Beispielsstädte werden Handlungsansätze, Strategien und Ziele der Förderung von Wohneigentum vorgestellt, die dieser Entwicklung erfolgreich entgegen wirken.

Im abschließenden Beitrag wird ein besonderer Fokus auf die integrativen Effekte der Wohneigentumsbildung durch Ausländer innerhalb der Städte gelegt. Am Beispiel von türkischen Migranten in Köln wird die Bedeutung für die räumliche und individuelle Eingliederung dargestellt.

Die Beiträge des vorliegenden Themenheftes zeigen, dass das Wohneigentum an Bedeutung zugenommen hat. Daher wird auch in den nächsten Jahren die Wohneigentumsbildung, insbesondere in speziellen Teilmärkten und räumlichen Betrachtungsweisen, vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung weiter beobachtet und analysiert.

Wissenschaftliche Redaktion: Iris Ammann (iris.ammann@bbr.bund.de)


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