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Kommunale Wohnungsbestände aus verschiedenen Perspektiven

IzR 12.2011, Hrsg.: BBSR im BBR

Tobias Held
Verkäufe kommunaler Wohnungsbestände - Ausmaß und aktuelle Entwicklungen

Der Beitrag gibt einen Überblick über das Verkaufsgeschehen von kommunalen Wohnungsbeständen seit 1999. Im Rahmen von großen Bestandsverkäufen ab 800 Einheiten verkauften Kommunen bis Mitte 2011 zusammen rund 379 000 Wohnungen. Insgesamt führte nur ein eher kleiner Teil der Kommunen größere Verkäufe durch. Zudem zeigt die nähere Betrachtung der Käufer, dass das Ausmaß der kommunalen Verkaufsaktivitäten durch mehrere Verkäufe an städtische Tochtergesellschaften spürbar relativiert wird. Private Investoren - darunter vorwiegend international agierende Finanzinvestoren - erwarben gut die Hälfte der von Kommunen veräußerten Wohnungen. Die in der öffentlichen Meinung sehr kritisch gesehenen Komplettverkäufe kommunalen Wohneigentums sind bisher als Einzelfälle einzuordnen. In einigen Fällen haben Privatisierungen kommunaler Bestände allerdings einen spürbaren Anteil am lokalen Gesamtwohnungsbestand erreicht. Seit der öffentlichen Diskussionen um den Totalverkauf der Dresdener Wohnungsbaugesellschaft und dem erfolgreichen Bürgerentscheid gegen die Privatisierung der Freiburger Wohnungsbestände im Jahr 2006 halten sich die Kommunen bei Verkäufen ihrer Bestände sehr zurück.