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Potenzialanalyse altersgerechte Wohnungsanpassung

Hrsg.:

BBSRSonderveröffentlichungBonn, März 2014

Titelseite: Potenzialanalyse altersgerechte Wohnungsanpassung

Derzeit reicht das Angebot an altersgerechten Wohnungen bei Weitem nicht aus, um den Wunsch aller Menschen auf ein möglichst selbstständiges Leben zuhause zu verwirklichen. Mit der zunehmenden Alterung in Deutschland geht gleichermaßen ein Anstieg an gesundheitlichen Einschränkungen sowie eine Zunahme der Zahl der Pflegebedürftigen einher. Ein großer Anteil der Pflegebedürftigen wird hierbei trotz abnehmender Tendenz auch künftig zu Hause und nicht in stationären Pflegeeinrichtungen gepflegt werden. Dies entspricht den Prioritäten der Pflegebedürftigen selbst, aber auch denen der Politik ("ambulant vor stationär") und hat Auswirkungen auf die Nutzung des Wohnraums.

Prognos hat im Auftrag des BBSR in der vorliegenden Studie modellhaft berechnet, welche Kosten und Einsparpotenziale sich bei Pflegebedürftigen ergeben, wenn ein Aufenthalt im Alten- oder Pflegeheim durch eine altersgerechte Wohnung verhindert bzw. verzögert werden kann. Ausgehend von einer fiktiven, mittels Umbau herbeizuführenden flächendeckenden Versorgung von ambulant gepflegten Pflegebedürftigen mit altersgerechten Wohnungen ließe sich die Zahl der stationär versorgten Pflegebedürftigen von 735.000 auf 473.000 Personen im Jahr 2012 reduzieren. Daraus ergibt sich ein fiskalischer Einspareffekt von rund 5,2 Mrd. Euro pro Jahr. Ein rechtzeitiger altersgerechter Umbau von Wohnungen kann somit zur Begrenzung der Aufwendungen der Pflege- und Sozialkassen sowie der privaten Haushalte beitragen.

Den Einspareffekten durch den längeren Verbleib in der Wohnung sind die Kosten des altersgerechten Umbaus und der Förderung gegenüberzustellen, einerseits gemäß den Leistungen für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach § 40 SGB XI sowie andererseits dem KfW-Förderprogramm "Altersgerecht Umbauen" entsprechend den Konditionen aus dem Jahr 2011 mit Bundesbeteiligung. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie liefern eindeutige Argumente für eine Ausweitung der staatlichen Förderung und dabei insbesondere für eine Reduktion des privat zu tragenden Anteils.

Wissenschaftliche Begleitung:
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Bonn (Auftraggeber)
Verena Lihs (verena.lihs@bbr.bund.de)

Bearbeitung:
Prognos AG, Basel
Dr. Tobias Hackmann
Dr. Reinhard Schüssler
Sabrina Schmutz

  • Druckversion vergriffen
  • urn:nbn:de:101:1-2014082011469


Inhalt

Kurzfassung/ Executive Summary

  1. Einführung
    1.1 Hintergrund
    1.2 Systematik der Studie
    1.3 Klärung von Begrifflichkeiten
  2. Zielgruppendiskussion
    2.1 Eingrenzung des untersuchten Personenkreises
    2.2 Beschreibung und Entwicklung des untersuchten Personenkreises
    2.3 Abgrenzung weiterer Zielgruppen
  3. Gegenwärtige Wohnungsversorgung
    3.1 Wohnsituation "jüngerer" und "älterer" Privathaushalte im Vergleich
    3.2 Wohnsituation älterer Privathaushalte und Privathaushalte mit pflegebedürftigen Personen im Vergleich
    3.3 Altersgerechte Ausstattungsmerkmale von Wohnungen
  4. Kosten und staatliche Förderinstrumente zur barrierereduzierenden Anpassung von Wohnungen
    4.1 KfW-Programm "Altersgerecht Umbauen"
    4.2 Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes nach § 40 SGB XI
    4.3 Wohnungsanpassungsmaßnahmen für behinderte Menschen nach SGB IX
    4.4 Soziale Wohnraumförderung der Länder
  5. Einflussgrößen auf das Pflegesetting
  6. Pflege- und Unterbringungskosten nach Trägerschaft vor und nach altersgerechtem Umbau
    6.1 Kosten der Pflege und Unterbringung: Gesamtstaatliche Perspektive
    6.2 Kosten der Pflege und Unterbringung: Individuelle Perspektive
    6.3 Kosten durch Stürze bei Barrieren in der Wohnung
  7. Entlastungseffekte durch Förderinstrumente zum altersgerechten Umbau
    7.1 Wirksamkeit des KfW-Programms "Altersgerecht Umbauen"
    7.2 Wirksamkeit der Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes nach SGB XI
    7.3 Fazit
  8. Szenarien zu Pflege- und Unterbringungskosten bis 2030
    8.1 Projektion des Basisszenarios
    8.2 Projektion des Entlastungsszenarios
    8.3 Fazit
  9. Rahmenbedingungen und Handlungsoptionen zur Beeinflussung der Pflegesettings auf kommunaler Ebene
    9.1 Aufgaben und Instrumente der Kommunen in Bezug auf Leistungen der Sozialen Pflegeversicherung und der Sozialhilfe
    9.2 Problemwahrnehmung und Handlungsfelder in ausgewählten Regionen
  10. Resümee und Handlungsempfehlungen

Abkürzungsverzeichnis
Literaturverzeichnis
Anhang


Die Veröffentlichung ist ein Ergebnis des allgemeinen Ressortforschungsprojekts "Potenzialanalyse altersgerechte Wohnungsanpassung".
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