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Von Science-Fiction-Städten lernen

Szenarien für die Stadtplanung

Hrsg.:

BBSRSonderveröffentlichungDezember 2015

Titelseite: Von Science-Fiction-Städten lernen

Trendfortschreibungen, Prognosen und Simulationen geraten bei der Vorhersage komplexer Systeme mit vielen Akteuren an ihre Grenzen. Auf Städte trifft dies besonders zu. Deshalb ließ das BBSR ein interdisziplinäres Team der BTU Cottbus-Senftenberg mit einer ungewöhnlichen Methode in die Zukunft der Städte blicken. Sie sollten prüfen, was Stadtpolitik und Stadtentwicklung von Science-Fiction (SF) lernen können.

Science-Fiction ist ein Blick zur Seite. Heutige SF versteht sich als "kritischer Gegenwartskommentar". Ihre Autoren beschäftigen sich mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Dies tun sie, indem sie ein für ihr Publikum spannendes (und relevantes!) Setting an einen fremden, zufällig in der Zukunft liegenden Ort versetzen. SF ist aus erzähltechnischen Gründen extrem; kann uns aber anregen nachzudenken. Deshalb sind zwar keine Aussagen über die Zukunft, aber Aussagen über zukünftige Handlungsfelder möglich. Die bisher nicht in unseren Diskursen vorkommenden Themen sind besonders interessant: Wir könnten sie übersehen haben.

SF diskutiert häufig digital technisierte Welten. Ihre Autoren setzen sich mit gesellschaftlich relevanten Fragen wie Umweltzerstörung, Ressourcenmangel, sozialer Gerechtigkeit, mit Fragen der Herrschaft, Demokratie und Überwachung oder den Folgen künstlicher Intelligenz auseinander. Sie entwickeln Szenarien, wie unser Leben, unsere Gesellschaft, unsere Städte aussehen könnten, wenn gesellschaftliche Werte etwa zu mehr Überwachung führen. Während sich die Science-Fiction diesen Fragen stellt, gilt dies für die Stadtgesellschaft bisher erst in Anfängen.


Wissenschaftliche Begleitung
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Stephan Günthner

Auftragnehmer
BTU Cottbus-Senftenberg
Lehrstuhl Stadtmanagement, Prof. Dr. Silke Weidner
Bearbeitung: Carolin Pätsch, Moritz Maikämper
Lehrstuhl Angewandte Medienwissenschaften, Prof. Dr. Christer Petersen
Bearbeitung: Steffen Krämer
Lehrstuhl Entwerfen und Gebäudekunde, Belinda Rukschcio
Lehrstuhl Plastisches Gestalten, Bodo Rott

  • Druckversion vergriffen
  • ISBN978-3-87994-170-4
  • urn:nbn:de:101:1-201602111991


Inhalt

Vorwort
Zusammenfassung
Summary

  1. Einleitung
  2. Stand der film- und literaturwissenschaftlichen Forschung
    2.1 Themen der Science-Fiction
    2.2 Zeitlich spezifische Themen und Handlungsmuster der Science-Fiction
    2.3 Thema "Stadt" und Stadt-Typisierungen
    2.4 Zeitlich spezifische Stadttypen und ihre Handlungsmuster
    2.5 Zwischenfazit und zeitliche Eingrenzung der weiteren Untersuchung
  3. Städtische Utopien
    3.1 Städte der Science-Fiction – Moderne Versionen der literarischen Utopie
    3.2 Architekturutopien
    3.3 Phantastische Städte in der bildenden Kunst
    3.4 Phantastische Städte in der Fan Art
    3.5 Phantastische Städte in Illustrationen (Magazine, Romane und Sachbücher)
    3.6 Zwischenfazit: Medienverbund Film, Literatur, Comic, Games
  4. Auswahl der Werke für die vergleichende Analyse

    4.1 Kriterien
    4.2 Die Werkauswahl im Überblick

  5. Entwicklung der Analysemethode
    5.1 Handlungsfunktionalisierung: Normative Oppositionen identifizieren
    5.2 Ebenen der Stadtentwicklung
  6. Auswertung
    6.1 Komplexität der städtischen Science-Fiction Darstellungen
    6.2 Gesellschaftliche und politische Realitäten in Science-Fiction-Städten
    6.3 Strukturelle und sektorale Betrachtung städtischer Aspekte
    6.4 Stadtentwicklung als Thema der Handlung
  7. Anschlussfähigkeit von Science-Fiction und Stadtplanung
  8. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis
Bildnachweis
Anhang
Danksagung


Die Veröffentlichung ist ein Ergebnis der ExWoSt-Studie "Sci-Fi-Cities – Stadtzukünfte in Kunst, Literatur und Video".
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