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Gemeinsame Evaluierung der Programme Stadtumbau Ost und Stadtumbau West

Hrsg.:

BBSR, BMUBSonderveröffentlichungJuni 2017

Titelseite: Gemeinsame Evaluierung der Programme Stadtumbau Ost und Stadtumbau West

Die gemeinsame Evaluierung der Städtebauförderprogramme Stadtumbau Ost und Stadtumbau West wurde Ende 2014 begonnen und Mitte 2016 abgeschlossen. Der Bund hatte die Arbeitsgemeinschaft der Büros Weeber+Partner und InWIS damit beauftragt. Ein Expertenkreis unter Vorsitz von Prof. Dr. Beckmann, ehemaliger Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik (difu) begleitete die vergleichende Evaluierung beider Programme.

Das nun veröffentlichte Evaluierungsgutachten bestätigt, dass der Stadtumbau wirksam ist und das Spektrum an Fördermaßnahmen den städtebaulichen Erfordernissen entspricht. Allein der Bund stellte dafür bis einschließlich 2015 inzwischen mehr als 2,4 Mrd. Euro an Finanzhilfen bereit, fast 1,6 Mrd. Euro für Stadtumbau Ost und fast 850 Mio. Euro für Stadtumbau West.

Durch städtebauliche Aufwertungen in Stadt- und Ortskernen sowie unterschiedlichen Wohnquartieren, durch Revitalisierungen und Wiedernutzungen von Brachen, durch quantitative und qualitative Anpassungen vor allem öffentlicher und sozialer Infrastrukturen und nicht zuletzt durch eine umfassende Leerstandsbeseitigung bei Wohnungsbeständen und weiteren Immobilien gingen wichtige Signale für die Zukunftsfähigkeit der vom Strukturwandel betroffenen Städte, Gemeinden und Quartiere aus.

Angesichts des fortschreitenden Strukturwandels wie auch sich verändernder gesellschaftlicher Rahmenbedingungen sehen die Evaluatoren für die kommenden Jahre anhaltende Stadtumbaubedarfe:

  • In Ost- wie Westdeutschland sind städtebauliche Funktionsverluste in zentralen Siedlungsbereichen weiter Gegenstand des Stadtumbaus.
  • Es stehen zusätzliche Brachen zur städtebaulichen Entwicklung an, z.B. Militär-, Bahn-, Industrie- und Handelsbrachen.
  • Es zeichnet sich ein weiterer Wohnungsleerstand vor allem in Ostdeutschland, aber auch in Teilräumen Westdeutschlands ab. Stadtumbau braucht dafür auch künftig starke wohnungswirtschaftliche Partner.
  • Der Stadtumbau wird weiterhin auf die Beseitigung oder Vermeidung von Leerständen und Überkapazitäten im Bereich sozialer Infrastruktur zielen und zunehmend auch zur Anpassung verkehrlicher und technischer Infrastrukturen beitragen müssen.
  • Der Stadtumbau hat sich künftig noch intensiver mit dem Klimaschutz und der Klimaanpassung sowie mit den daraus resultierenden städtebaulichen Anforderungen auseinanderzusetzen.
  • Flüchtlingszuwanderung fordert Kommunen auch im Stadtumbau.

Das nach Meinung der Evaluatoren passgenaue Spektrum förderfähiger Stadtumbaumaßnahmen ist auch ausreichend flexibel, um diesen genannten Herausforderungen gerecht zu werden, gleichwohl bleibt der kommunale Förderbedarf in Ost und West weiterhin hoch.


Wissenschaftliche Begleitung
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Referat I 2 Stadtentwicklung
Evi Goderbauer (evi.goderbauer@bbr.bund.de)

Referat II 12 Wohnen und Gesellschaft
Mathias Metzmacher (mathias.metzmacher@bbr.bund.de)

Begleitung im Bundesministerium
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Referat SW I5 – Stadtumbau
Anja Röding, Gina Siegel

Auftragnehmer
Weeber+Partner/ W+P GmbH
Institut für Stadtplanung und Sozialforschung, Berlin
Dr. Martina Buhtz (Leitung),
Dr. Heike Gerth, Stephanie Marsch, Simone Bosch-Lewandowski

InWIS Forschung & Beratung GmbH, Bochum
Michael Neitzel, Regina Höbel, Björn Eisele


Inhalt

  1. Einführung zur Evaluierung Stadtumbau Ost und West
  2. Untersuchungsansatz und methodisches Vorgehen
  3. Strukturanalyse – strukturelle Rahmenbedingungen der Kommunen
  4. Programmanalyse
  5. Ergebnisse und Wirkungen der Stadtumbauprogramme
  6. Exkurs: Klimaschutz und Klimaanpassung als Querschnittsaufgabe im Stadtumbau
  7. Auswirkungen der Flüchtlingszuwanderung
  8. Herausforderungen und künftiger Stadtumbaubedarf
  9. Die Ergebnisse der Evaluierung im Überblick
  10. Schlussfolgerungen und Vorschläge für ein gemeinsames Stadtumbauprogramm
  11. Quellenverzeichnis
  12. Abbildungsverzeichnis


Diese Veröffentlichung ist ein Ergebnis der städtebaulichen Begleitforschung des BMUB betreut vom BBSR.
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