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Fahrzeitklassen

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Für die Betrachtung wohnungsmarktrelevanter Prozesse und Strukturen innerhalb von Wohnungsmarktregionen eignet sich u.a. ein Analyseraster, das sich mit Lage und Erreichbarkeit auf die Beziehung der Umlandgemeinden zur Kernstadt konzentriert und dabei an das konzentrische Stadtmodell erinnert.

Die Bildung von Gemeindeaggregaten über Fahrzeiten in die Kernstädte dient als ein Lage- und Erreichbarkeitsraster für die Wohnungsmarktbeobachtung des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Es nutzt die aus dem Erreichbarkeitsmodell des BBSR berechneten PKW-Fahrzeiten der Gemeinden zu den Zentren der jeweiligen Kernstädte der Wohnungsmarktregionen (siehe auch "BBSR-Erreichbarkeitsmodell" unter der Rubrik "Links"). Dahinter steckt ein umfangreiches Fahrzeitenmodell, welches über eine große Zahl von Verkehrswegen und Kreuzungspunkten bundesweit Straßen mit unterschiedlichen Geschwindigkeitsprofilen simuliert. Die Fahrzeiten geben im Gegensatz zu konzentrischen räumlichen Entfernungen den tatsächlichen Reisezeitaufwand wieder, welcher bei privaten oder geschäftlichen Distanzüberwindungen von höherer Bedeutung ist. Bisher wurde nur der Individualverkehr berücksichtigt. Dieser hat eine hohe verkehrliche Relevanz, die mit zunehmender Distanz zur Kernstadt überproportional zunimmt.

Die Aggregate gleicher Fahrzeitklassen dienen der Betrachtung von Kernstadt-Umland-Strukturen. Die Wohnstandortwahl basiert auf einer Vielzahl von Einflussgrößen und Präferenzen, die individuell sehr unterschiedlich gewichtet werden. Die Erreichbarkeit des Arbeitplatzes, kultureller und Bildungsangebote, Freizeit- und Versorgungseinrichtungen ist eines dieser Größen. Setzt man die jeweilige Kernstadt der Wohnungsmarktregion wenigstens als das dominierende Zentrum zentralörtlicher Funktionen voraus, hat deren Erreichbarkeit für die Bewohner des Umlandes und für Wohnungs- bzw. Immobilieninteressenten eine besondere Bedeutung.

Die Karte zeigt für 16 Wohnungsmarktregionen in Deutschland die PKW-Fahrzeiten in die jeweilige Kernstadt in Minuten.

Wie viele andere Auswertungen und Darstellungsformen sind auch die gemeindliche Zuordnung der Fahrzeitklassen von den sehr heterogenen Gemeindegrößenstrukturen geprägt. Dabei werden die Fahrzeiten einer Gemeinde erheblich durch die Größe der Quell- und der Zielgemeinde beeinflusst. So erklärt sich beispielsweise, dass keine Umlandgemeinde des großflächigen Berlins in der Klasse bis 20 Minuten vertreten ist. Umgekehrt können in kleinen Kernstädten mit guter Verkehrsinfrastruktur Gemeindeklassen geringer Fahrzeiten eine große Ausdehnung erreichen, wie etwa in den Regionen Koblenz und Regensburg.

Bei Analysen von Wohnungsmarktregionen und ihren Kernstadt-Umland-Verflechtungen bietet es sich z.T. auch an, die Fahrzeitklassen nochmals nach einem engeren und weiteren suburbanenen Umland zusammen zu fassen. Für die meisten in der Karte dargestellten Wohnungsmarktregionen ergibt die 20-Minuten-Fahrzeitgrenze hierfür einen sinnvollen Schwellenwert. Lediglich bei den großflächigen Kernstädten wie München, Bremen oder Dresden wird die 30-Minuten-Fahrzeitgrenze, bei Berlin die 40-Minuten-Grenze herangezogen.

Zusatzinformationen

Kontakt

Alexander Schürt
Referat II 11 - Wohnungs- und Immobilienmärkte
Tel.: +49 228 99401-2239