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BBSR-Expertenpanel Immobilienmarkt

Auf einen Blick

Fachbeitrag: Juni 2018

Immobilien-Konjunkturstimmung Mitte 2017: Dämpfer für Wohn- und Handelsimmobilien

Konjunkturell läuft es für die Immobilienbranche in einem Umfeld näherungsweiser Vollbeschäftigung gut. Als starke Säulen des Wirtschaftsbooms erweisen sich dabei die kräftige Binnennachfrage und die stabile Entwicklung der Exporte, trotz außenwirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen. Auch die Investitionen haben 2017 deutlich an Fahrt aufgenommen.

Was vielen Immobilienmärkten jedoch zu schaffen macht, sind Angebotsknappheiten und Fertigstellungslücken. Diese wirken sich als Preistreiber und Hemmschuh einer ungebremsten Nachfrage aus.

Zum Spitzenreiter der Konjunkturstimmung hat sich im langjährigen Trend der Logistikimmobilienmarkt entwickelt. Im Büromarkt liegt der aktuelle Stimmungswert immer noch auf dem vorläufigen Höchststand. Im Vergleich zum letzten Jahr ist hier eher eine Seitwärtsbewegung festzustellen.

Bei Handels- und nun massiv auch bei Wohnimmobilien erhält die Konjunkturstimmung jedoch einen Dämpfer. Das erste Mal seit 2012 sind mehr Handelsexperten davon überzeugt, dass sich das Konjunkturniveau eingetrübt hat. Ebenso wie im Wohnungsmarkt markiert dies den schlechtesten Stimmungswert in der Zeitreihenbetrachtung. Der Abwärtsknick in der Kurve des Wohnungsmarktes darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Saldo immer noch ein Drittel aller Wohnimmobilienexperten über eine noch bessere Marktlage als im Vorjahr berichtet.

Im Zeitverlauf wird deutlich, wie sich immer wieder in Abhängigkeit einzelner Immobiliensegmente das gesamte Stimmungsfeld aufweitet und wieder annähert. Die momentane Zeitpunktbetrachtung misst die dritthöchste Auseinanderentwicklung nach 2013 und 2012.

Abbildung 1:

Die Grafik zeigt die Konjunkturstimmung in Segmenten des Immobilienmarkts vom ersten Halbjahr 2012 bis zum ersten Halbjahr 2017 in einem Liniendiagramm. Trotz Boom: Dämpfer für Konjunkturstimmung bei Wohn- und HandelsimmobilienQuelle: BBSR, Bonn 2018

Wohnungsmarkt: Vier von fünf Experten erwarten steigende Wohnungsmieten im Bestand

Auch wenn die zuletzt höheren Baufertigstellungszahlen die Kluft zwischen dem hohen Wohnungsbedarf und dem vorhandenen Angebot verringern, bleibt der Neubaubedarf weiter hoch. Unverändert sehen die Experten in vielen regionalen Mietwohnungsmärkten deutliche Anspannungszeichen und eine anhaltende Lücke zwischen Nachfrage und Angebot.

Für die Mietentwicklung kann weiterhin keine Entwarnung gegeben werden. Bei den Neubaumieten nehmen die Befragten zwar mittlerweile ein Abklingen des Aufwärtstrends wahr, die Bestandsmieten scheinen hiervon jedoch (noch?) ausgenommen.


Abbildung 2:

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Mieten für Bestandswohnungen vom ersten Halbjahr 2012 bis zum ersten Halbjahr 2017 in einem Liniendiagramm. Mieten für Bestandswohnungen (ohne Neubau) weiter im AuftriebQuelle: BBSR, Bonn 2018

Büroimmobilien: Erneuter Höchststand für Mieterwartungen

Vielerorts wird der hohe Nachfragedruck auf dem Büromarkt lediglich durch das begrenzte Flächenangebot gebremst. In der Befragung setzen die Expertenerwartungen nochmals stärker als im Vorjahr auf das hochwertige A-Flächensegment. Bei den B-Flächen spekuliert man nur noch auf einen marginalen Nachfragezuwachs, womit sich der Trend erstmals umkehrt. Im Ergebnis sehen die Experten ein erneutes Anziehen des Mietenniveaus.


Abbildung 3:

Die Grafik zeigt die Trenderwartungen im Segment Büroimmobilien in Bezug auf Flächennachfrage, Neubautätigkeit, Leerstand und Mieten vom ersten Halbjahr 2013 bis zum ersten Halbjahr 2017 in Liniendiagrammen. Erneuter Höchststand für MieterwartungenQuelle: BBSR, Bonn 2018

Einzelhandelsimmobilien: Ausbleibender Neubau, nachlassender Vermietungsmarkt

Noch deutlicher als 2016 zeigen die aktuellen Ergebnisse einen Dämpfer für die Trenderwartungen im Einzelhandel. Der Anteil an Befragten, die mit steigender Miete, Nachfrage oder Neubautätigkeit rechnen, sinkt über alle Lagetypen unverkennbar ab. Lediglich die 1a-Ctiylagen weisen noch positive (wenn auch rückläufige) Werte auf: gut ein Viertel der Befragten rechnet unterm Strich mit einer positiven Mietentwicklung.


Abbildung 4:

Die Grafik zeigt die Trenderwartungen im Segment Einzelhandelsimmobilien in Bezug auf Flächennachfrage, Neubautätigkeit, Leerstand und Mieten vom ersten Halbjahr 2013 bis zum ersten Halbjahr 2017 in Liniendiagrammen. Ausbleibender Neubau, nachlassender VermietungsmarktQuelle: BBSR, Bonn 2018

Logistikimmobilien: Expansive Nutzernachfrage treibt den Markt an

Der Boom auf dem deutschen Logistikmarkt hält an. Trotz zwischenzeitlicher Stimmungskorrekturen bei den Teilnehmern aus der Logistikbranche kann ein langjähriger Aufwärtstrend seit 2012 beobachtet werden. Während die Aussichten sowohl auf die Flächennachfrage als auch die Neubautätigkeit weiter zulegen, stabilisiert sich der Mietentrend auf einem hohen Niveau.

Abbildung 5:

Die Grafik zeigt die Entwicklung für Logistikimmobilien vom ersten Halbjahr 2013 bis zum ersten Halbjahr 2017 in einem Liniendiagramm. Expansive Nutzernachfrage treibt den Markt anQuelle: BBSR, Bonn 2018

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