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Wohnungsleerstände

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Wohnungsleerstände stellen Immobilieneigentümer und die öffentliche Hand vor erhebliche finanzielle und organisatorische Herausforderungen. Vor allem durch die Wanderungsgewinne prosperierender Städte und ihres Umlands sind dort die Wohnungsleerstände im marktaktiven Segment rückläufig. Schrumpfungsregionen sind hingegen in den letzten Jahren zunehmend von Leerständen betroffen.

Fachbeitrag: Februar 2017

Wohnungsleerstände 2015 erstmals wieder rückläufig

Nach Abschätzungen des BBSR stiegen die Leerstandszahlen in Deutschland seit der Zensuserhebung 2011 insgesamt an. Den Rückgängen der Leerstände in den wachsenden Großstädten standen Zunahmen in vielen städtischen und ländlichen Kreisen gegenüber. Aufgrund der hohen Zuwanderung sind aber die Anteile leerstehender Wohnungen insgesamt 2015 erstmals wieder rückläufig. Bundesweit standen demnach 4,5% aller Wohnungen leer. Das entspricht 1,8 Millionen Wohnungen. Im Jahr zuvor blieben noch 5% und damit zwei Millionen Wohnungen ungenutzt. Kaum noch freie Wohnungen gibt es in den Großstädten.


Die Karte stellt auf Kreisebene den Anteil leerstehender Wohnungen an allen Wohnungen für das Jahr 2015 in Prozent dar. Wohnungsleerstände 2015 (Abschätzung)Quelle: BBSR Bonn 2016


Leerstände regional sehr ungleich verteilt

Die Verteilung der Wohnungsleerstände ist durch eine steigende regionale Spreizung gekennzeichnet. In allen Bundesländern standen 2015 weniger Wohnungen leer als noch im Vorjahr. Trotzdem gehen die Niveaus weit auseinander. Die Flächenländer Sachsen-Anhalt (11,3%), Sachsen (10,1%) und Thüringen (8,4%) wiesen die höchsten Anteile an leerstehenden Wohnungen auf. Die niedrigsten Anteile unter den Flächenländern hatten Schleswig-Holstein (3,4%), Baden-Württemberg (3,5%) sowie Nordrhein-Westfalen und Bayern (je 3,8%). In den Metropolen Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und München liegt die Leerstandsquote inzwischen unter einem Prozent, aber auch in anderen wachsenden Großstädten gibt es kaum noch freie Wohnungen. Im Durchschnitt der kreisfreien Großstädte sanken die Leerstandsquoten von knapp 4% in 2011 auf nur noch 2% in 2015. Die Tendenz ist weiter rückläufig. In den ländlichen Kreisen stiegen die entsprechenden Zahlen aber von gut 5% auf 7% deutlich an. Seit 2015 sind im Aggregat der ländlichen Kreistypen die Leerstandszahlen zumindest leicht rückläufig.


Entwicklung der Wohnungsleerstände 2011 bis 2015

Das Liniendiagramm zeigt die BBSR-Abschätzung der Wohnungsleerstände 2011 bis 2015 nach siedlungsstrukturellen Kreistypen. Entwicklung der Wohnungsleerstände 2011 bis 2015Quelle: BBSR Bonn 2016

Wohnungsleerstände werden künftig zunehmen, vor allem in schrumpfenden ländlichen Räumen – und dabei besonders bei Geschosswohnungen. Nach Berechnungen der BBSR-Wohnungsmarktprognose 2030 ist für ein Drittel der Kreise mit einem sehr hohen oder hohen Leerstandsrisiko im Mietwohnungsbestand bis zum Jahr 2030 zu rechnen. Ein Viertel der Kreise lässt ein mittleres Leerstandsrisiko erwarten. Die übrigen 40% der Kreise, vor allem im Süden und Nordwesten Deutschlands, verfügen über ein geringes Leerstandsrisiko.


Wohnungsleerstände erfordern weitere wohnungs- und stadtentwicklungspolitische Anstrengungen

Die nachfragegerechte Entwicklung der Wohnungsbestände, die Aktivierung der Eigentümer und die Konzentration auf innenstadtnahe Lagen sind wichtige Strategien, um qualitätsbedingten Neubau und somit eine weitere Verschärfung der Leerstandssituation zu vermeiden. Der Ausbau eines abgestimmten Leerstandsmonitorings würde dabei helfen, die Reduzierung bestehender und künftiger Leerstände zielgerichtet zu fördern.

Zusatzinformationen

Kontakt

Matthias Waltersbacher
Referat II 11 - Wohnungs- und Immobilienmärkte
Tel.: +49 228 99401-2610
Alexander Schürt
Referat II 11 - Wohnungs- und Immobilienmärkte
Tel.: +49 228 99401-2239