Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Dokumenttyp: Fachbeitrag Datum 28.01.2021 Mehrebenenmonitoring der Stadtentwicklung

Ein Mehrebenenmonitoring der Stadtentwicklung findet vereinzelt bereits statt, ist jedoch nicht flächendeckend institutionalisiert, so wie es einige Leitlinien (u. a. New Urban Agenda, New Leipzig Charter) fordern. Als ganzheitliches und praxisorientiertes System entsteht es deshalb am besten in einem lernenden Prozess – im Verbund von Städten, Regionen, Ländern und der Nation oder dem Staatenverbund.

Ausgangslage

Form follows function – dieses bekannte Postulat aus der Welt des Designs gilt auch für ein ebenenübergreifendes Monitoring: Die Funktion eines solchen Monitorings ist, alle beteiligten Ebenen zu informieren, Ziele gemeinsam zu formulieren sowie dafür nötige Arbeitsschritte zu definieren und zu überprüfen. Die Form ist eine Datensprache, die über die Ebenen hinweg kompatibel und harmonisiert ist. Damit das Gesamtsystem funktioniert, ist es außerdem notwendig, dass die jeweilige Ebene die eigene Position im Mehrebenensystem einordnen kann: Wo steht man beispielsweise als Stadt in einer Region, einem Bundesland und einer Nation oder einem Staatenverbund (in Anlehnung an die Devise „global denken und lokal handeln“)? Mit welcher Gebietskörperschaft möchte man sich national oder international gewinnbringend über die eigenen Entwicklungspfade und die Zielerreichung austauschen? Ein ebenenübergreifendes Monitoring dient somit nicht dem verbindlichen Ranking. Es sollte allenfalls den intrinsisch motivierten und datengestützten Vergleich unter Teilnehmenden ermöglichen.

Ziel

Ein Mehrebenenmonitoring der Stadtentwicklung orientiert sich an folgenden Zielen:

  • Räumliche Analysen, beispielsweise die Flächennutzung und die Bevölkerungsentwicklung, werden auf der Grundlage des Global Human Settlement Layer (GHSL) erstellt, der Copernicus Land Cover genutzt und entsprechende supranationale Forschungsergebnisse zur Darstellung etwa des Stadtwachstums auf Stadtebene referenziert.
  • Ebenenübergreifende Analysen werden im Sinne der Kompatibilität möglichst auf lokaler Ebene durchgeführt. In Deutschland sind das Gemeinden oder zumindest Kreise.
  • Neben Rasterdaten, die auf der Grundlage von Satellitendaten gewonnen werden, finden verstärkt Open-Source-Daten Verwendung. In das Blickfeld rücken dabei gleichermaßen Städte wie Stadtregionen.
  • Kommunen sind die Berichterstatter ihrer Entwicklung und sollten sich dazu an übergeordneten Rahmensetzungen auf nationaler oder supranationaler Ebene orientieren. Sie müssen einer gewissen Skalenblindheit und empirischen Fallstricken entgegenwirken. Dafür dürfte datentechnisch weniger horizontal als vielmehr vertikal gedacht und gehandelt werden. Zielorientierte horizontale Vernetzungen können dabei ergänzend wirken. Zugleich braucht es die Unterstützung der kommunalen Ebene – etwa durch statistisch arbeitende Einrichtungen.

Links

New Urban Agenda der Vereinten Nationen
(Allgemeine Ressortforschung)
>> weitere Informationen

Bertelsmann Stiftung et al. (Hrsg.): SDG-Indikatoren für Kommunen. Indikatoren zur Abbildung der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen in deutschen Kommunen, November 2020
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