Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Dokumenttyp: Fachbeitrag Datum 04.11.2014 Transparenz bei den Immobilienmärkten ist wichtig

Der Arbeitskreis Immobilienpreise fand am 25. September 2014 zum sechsten Mal im BBSR in Bonn statt. Dabei diskutierten Akteure der Immobilienpreisbeobachtung über aktuelle Methoden und Datenanalysen der Preisbeobachtung. Im Fokus der diesjährigen Sitzung standen neben Wohn- auch Gewerbeimmobilien.

Die Begrüßung der Teilnehmer übernahm Harald Herrmann, Direktor und Professor des BBSR. Er stellte die besondere Relevanz der Immobilienpreisbeobachtung für Politik und Wirtschaft heraus. Die Expertise der Arbeitskreisteilnehmer wird gerade in den letzten Jahren noch stärker nachgefragt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Markttransparenz.

Nachdem alle Teilnehmer des Arbeitskreises aktuelle Projekte vorgestellt hatten erläuterte Herr Dr. Philipp Deschermeier die Methodik des Mietpreisindex für Gewerbeimmobilien des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Köln. Mit dem Index werden die Segmente Büro und Handel näher untersucht. Die eingehenden Daten basieren auf georeferenzierten Angebotsdaten von ImmobilienScout 24. Das IW nutzt hierbei zur Qualitätsbereinigung die hedonische Imputation. Die vorgestellten Berechnungen erfolgten für die Stadt Berlin. Analysen für weitere Städte sind zwischenzeitig erfolgt. 

Anschließend erläuterte Frau Christine Schlitzer das Indikatorensystem zu Wohnimmobilienmärkten der Deutschen Bundesbank. Es ist ein Baustein zur Bewertung der Finanzstabilität in Deutschland. Das System gliedert sich in die Sparten Preise, Finanzierung und Realwirtschaft, unter denen relevante Indikatoren zusammengestellt werden. Die Regionalanalysen zeigen ein Ausbreiten deutlicher Preissteigerungen von den prosperierenden Städten hin zum Umland. 

Herr Siegmar Liebig vom Arbeitskreis der Gutachterausschüsse und Oberen Gutachterausschüsse (AK OGA) präsentierte Ergebnisse aus dem Immobilienmarktbericht Deutschland. Die Analysen veranschaulichen die regional enormen Unterschiede der Immobilienpreise und deren Entwicklungen. Zusammenhänge zwischen demografischen Entwicklungen und Preisentwicklungen werden offensichtlich. Die Bewertung der Risiken von Immobilienblasen ist über Indikatoren der Immobilienfinanzierung und der Preisentwicklung sowie über die Einschätzung (spekulativer) Gewinnerwartungen und der Qualität der Markttransparenz möglich.

Abbildung 1

Aufgrund der umfassenden Zusammenarbeit mit dem AK OGA hat das BBSR die Möglichkeit, differenzierte Regionalanalysen mit den Daten aus den Kaufpreissammlungen durchzuführen, zu denen Herr Tobias Held vom BBSR einige Ergebnisse vorstellte. Die in angespannten Märkten steigenden Baulandpreise sind ein klares Indiz für Angebotsknappheiten. Hier steigen häufig auch die Preise für Eigentumswohnungen stärker als die Wohnungsmieten. Die Transaktionszahlen von Eigentumswohnungen haben spürbar zugelegt. Im Eigenheimsegment werden deutlich mehr bebaute als unbebaute Grundstücke verkauft. 

Beim abschließenden Vortrag zeigte Herr Sebastian Hein Ergebnisse eines Forschungsprojekts zum Mehrwert von Immobilien durch ÖPNV-Erschließung, dass das BBSR und das BMVI vergeben hatten. Immobilienpreise werden durch eine Vielzahl von Objekt- und Lageeigenschaften beeinflusst. Zur Bewertung dieser Einflüsse wurden im Rahmen des Projekts drei Verfahrensgruppen miteinander verglichen: Querschnittsanalysen und Längsschnittanalysen mit hedonischen Regressionen sowie Haushaltsbefragungen zur Bewertung von Zahlungsbereitschaften. Im Mittel über die Methoden hinweg ergeben sich konsistente Preiseinflüsse des ÖPNV von ungefähr 4 %. Dabei haben die Erschließung ebenso wie die Verkehrssystemqualität hohe Einflüsse. 

Arbeitskreis fördert Markttransparenz und Kooperationen

Der vom BBSR organisierte Arbeitskreis Immobilienpreise findet einmal jährlich in Bonn statt. Hauptanliegen ist eine methodische und inhaltliche Diskussion über die Entwicklung von aussagekräftigen Verfahren und Produkten zur Immobilienpreisbeobachtung. Ziele sind die Förderung der amtlichen Preisstatistik und die Verbreitung tragfähiger nicht-amtlicher Ansätze zur Immobilienpreisanalyse. Der Arbeitskreis will zudem Kooperationen zwischen den teilnehmenden Akteuren anstoßen und vertiefen.

Vortragsunterlagen

Die Unterlagen zu den einzelnen Vorträgen und eine Ergebnisübersicht können die Teilnehmer der Veranstaltung im Extranet abrufen:
>> weitere Informationen (im geschützten Bereich)

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