Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Dokumenttyp: Fachbeitrag Datum 04.10.2015 Der Arbeitskreis Immobilienpreise bündelt die Kompetenz der Immobilienmarktbeobachtung

Der Arbeitskreis Immobilienpreise tagte am 22. September 2015 zum siebten Mal im BBSR in Bonn. Annähernd 30 Akteure der Immobilienpreisbeobachtung diskutierten über aktuelle Themen der Mieten- und Preisbeobachtung sowie Auswirkungen von Wohnungsengpässen.

Die Begrüßung erfolgte durch den Abteilungsleiter der Abteilung II Bau- und Wohnungswesen des BBSR, Herrn Dr. Robert Kaltenbrunner. Er betonte die große Bedeutung der Immobilienpreisbeobachtung für Politik und Wirtschaft, besonders bei den sich stärker auseinander entwickelnden Bedingungen zwischen Wachstums- und Schrumpfungsräumen. Hier sind belastbare Marktdaten gefragt, um zielsicher auf die vorhandenen Herausforderungen unter den verschiedenen Marktkonstellationen reagieren zu können.

Bernhard Goldhammer vom Statistischen Bundesamt stellte die neue Mietenstichprobe im Verbraucherpreisindex vor. Die Komponente Mieten ist beim Verbraucherpreisindex mit einem Gewicht von 21% die größte Einzelposition und verdeutlicht somit die Relevanz der Wohnkosten bei den Ausgaben der privaten Haushalte. Die neue Stichprobe des Mietenindex umfasst bundesweit knapp 20.000 Wohnungen. Wesentliche Verbesserungen gegenüber der bisherigen Mietenstichprobe sind die flächendeckende Erhebung und der systematische Einbezug der privaten Kleinvermieter in die Stichprobe. Die Diskussion im Teilnehmerkreis verdeutlichte u.a. die besondere Herausforderung der Erhebung des Wohnwertmerkmals Lage in der Preisbeobachtung.

Peter Ache vom Landesamt für Geoinformation und Landesentwicklung und der Geschäftsstelle des Oberen Gutachterausschusses Niedersachsen veranschaulichte Ansätze zur Strukturierung von sachlichen Teilmärkten bei Wirtschaftsimmobilien. Der Arbeitskreis der Gutachterausschüsse und Oberen Gutachterausschüsse in Deutschland (AK-OGA) entwickelt in einer Arbeitsgruppe mit verschiedenen Institutionen eine bundesweit einheitliche Kategorisierung sachlicher Immobilienteilmärkte wirtschaftlich genutzter Immobilien. Eine hierarchische Systematik ermöglicht dabei die Aggregation in übergeordnete Kategorien. Die einheitliche Anwendung einer solchen Typik erhöht die Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit von Indizes und Marktberichten.

Die Knappheiten auf einigen Wohnungsmärkten und die Rolle des Wohnungsneubaus zur Überwindung von Angebotsengpässen und Preissteigerungen standen bei dem Vortrag von Matthias Waltersbacher vom BBSR im Fokus. Mit zeitlicher Verzögerung ist die Bautätigkeit seit 2011 wieder deutlich angestiegen und lag in 2014 bei knapp 250 Tsd. Wohnungen. Die neue BBSR-Wohnungsmarktprognose 2030 sieht einen Neubaubedarf von jährlich ca. 272 Tsd. Wohnungen bis zum Jahr 2020. Ein zusätzlicher und derzeit nur schwer abschätzbarer Bedarf ergibt sich zudem durch die in kurzer Zeit extrem angestiegenen Flüchtlingszahlen. Damit wird der Wohnungsneubaubedarf in Deutschland in den nächsten fünf Jahren spürbar höher liegen als die aktuelle Bautätigkeit. Dem Zuzug in zahlreichen Regionen stehen aber auch Abwanderungen und Schrumpfung in anderen Regionen gegenüber. In der Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass sich bei der Binnenwanderung in die sogenannten Schwarmstädte die Dynamik durch das künftig geringere Wanderungspotenzial aus den Quellgebieten abschwächen kann.

Abschließend diskutierten die Experten über Bedarfe, Möglichkeiten und Grenzen von Immobilienpreis-Prognosen. Auf Basis von kurzen Impulsbeiträgen von Matthias Waltersbacher, Prof. Dr. Hans Joachim Schalk und Dr. Franz Eilers wurden unter anderem die Vor- und Nachteile von Zeitreihenverfahren und strukturellen Prognosemodellen für die Preisprognose diskutiert.

Vortragsunterlagen

Die Unterlagen zu den einzelnen Vorträgen und eine Ergebnisübersicht können die Teilnehmer der Veranstaltung im Extranet abrufen:
>> weitere Informationen (im geschützten Bereich)

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