Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Dokumenttyp: Fachbeitrag Datum 03.11.2019 Wohneigentum und Immobilienpreisblasen im Fokus des Arbeitskreises Immobilienpreise

30 Expertinnen und Experten der Immobilienpreisbeobachtung diskutierten am 28. Oktober bei der 11. Sitzung des Arbeitskreises Immobilienpreise im BBSR in Bonn über Immobilienpreisblasen, Wohneigentumsbildung, Immobilienfinanzierung und Indikatorensysteme zur Immobilienmarktbeobachtung. Die vielfältigen Themen zeigten einmal mehr die hohe Relevanz qualifizierter Analysen der Wohnungs- und Immobilienmärkte unter den aktuell sehr dynamischen und zunehmend heterogeneren Marktbedingungen.

Nach der Begrüßung durch Institutsleiter Herrn Dr. Markus Eltges (BBSR) stellten die Teilnehmenden aktuelle Projekte vor. Schnell wurde deutlich, wie vielfältig die wissenschaftlichen Ansätze und verwendeten Daten der anwesenden Expertinnen und Experten zur Beurteilung der Immobilienmärkte sind.

Den ersten Aufschlag in die Vortragsreihe machte die BBSR-Wohneigentumsexpertin Iris Ammann. Sie präsentierte aktuelle Ergebnisse der vom BBSR und BMI beauftragten Studie zur Wohneigentumsbildung in Deutschland. Diese zeigt, dass Eigentumsbildner den steigenden Immobilienpreisen mit Ausweichstrategien in Umlandkommunen und einer stärkeren Fokussierung auf Bestandsimmobilien begegnen.

Thomas Hofer von vdp Research stellte allgemeine Einschätzungen zur Immobilienfinanzierung in Deutschland sowie aktuelle Berechnungen zur Entwicklung und Struktur der Immobilienfinanzierung anhand einer Befragung bei den vdp-Mitgliedsinstituten vor. Sinkende Zinsen und die wachsenden verfügbaren Einkommen konnten bis 2016 die Erschwinglichkeit einer Immobilie verbessern. Seitdem die Zinsen nicht mehr sinken, werden die starken Immobilienpreissteigerungen nicht mehr kompensiert. Daher haben sich die Fremdmittelanteile und die Kreditbelastungsquoten erhöht – im langfristigen Vergleich aber auf einem immer noch niedrigen Niveau. Im internationalen Vergleich ist das Verhältnis des Kreditbestands zum BIP in Deutschland aber immer noch moderat.

Dr. Julika Herzberg von der Deutschen Bundesbank verdeutlichte die Notwendigkeit des analytischen Vergleichs unterschiedlicher Indexreihen zu Immobilienpreisen verschiedener Indexanbieter. Die anschließende Diskussion bestätigte die Wichtigkeit des Ansatzes statistischer Vergleichsanalysen für die Qualitätssicherung und die Transparenz in der Immobilienmarktbeobachtung.

Im Nachmittagsblock sorgten zwei Beiträge zu den Schwierigkeiten der Bewertung von Preisübertreibungen und Immobilienpreisblasen für weitere angeregte Dialoge. Den Beginn machte Dr. Carsten-Patrick Meier von Kiel Economics, der Zwischenergebnisse aus dem vom BBSR und BMI beauftragten Ressortforschungsprojekt „Immobilienpreisentwicklungen – Übertreibungen oder Normalität?“ vorstellte. Ihm schloss sich Dr. Konstantin A. Kholodilin vom DIW Berlin mit einem Vortrag zur Wahrscheinlichkeit von Immobilienpreisblasen in Deutschland an.

Die Referenten stellten verschiedene Ansätze zur Beurteilung von Immobilienpreisblasen vor. Die Schwierigkeiten der tatsächlichen Einschätzung der Gefahr von Blasen, der Folgen eines möglichen Platzens sowie die Relevanz der aktuellen Sondersituationen auf den Finanzmärkten wurden in den Diskussionen deutlich. So wird über die Arbeiten zum Ressortforschungsprojekt unter anderem noch weiter geprüft, wie der starke Zinsrückgang die verbreitete Beurteilung der Blasenwahrscheinlichkeit über Preis-Miet-Relationen infrage stellt. Erste Ansätze unter Einbeziehung der Zinsentwicklungen zeigen eine deutliche Verringerung der ermittelten Blasenwahrscheinlichkeit.

Vortragsunterlagen

Die Unterlagen zu den einzelnen Vorträgen und eine Ergebnisübersicht können die Teilnehmer der Veranstaltung im Extranet abrufen:
>> weitere Informationen (im geschützten Bereich)

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