Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Baukultur in der Praxis

Projektsteckbrief

  • Status Abgeschlossen
  • Laufzeit September 2011 – November 2014
  • Programm ExWoSt

Baukultur besitzt stets zwei Seiten: Neben der gut gestalteten baulich-räumlichen Umwelt gehören auch die Prozesse, Instrumente und Verfahren dazu, die notwendig sind, um Qualität hervorzubringen. In diesem Forschungsfeld wurden in acht Modellvorhaben praktikable Strategien der Qualitätssicherung in Stadtentwicklungsprozessen erarbeitet und untersucht. Die Projekte stehen für praxistaugliche und innovative Ansätze, welche die baukulturellen Potenziale im alltäglichen Handeln auf kommunaler Ebene verdeutlichen.

Projektlaufzeit: September 2011 – November 2014

Ausgangslage

Baukultur umfasst qualitätsvolles Planen und Bauen sowie die Auseinandersetzung mit der gebauten Umwelt. Nur in einem gesellschaftlichen Umfeld, in dem eine hohe Aufmerksamkeit auf die Qualität der gebauten Umwelt sowie deren Herstellung, Umgestaltung und Nutzung gerichtet ist, kann sie gedeihen. Baukultur trägt zu attraktiven Städten und Gemeinden, einer stabilen Wirtschaftsentwicklung und mehr Qualität im Erscheinungsbild der gebauten Umwelt bei. Sie ist damit eine Integrations- und Kulturleistung der Gesellschaft.

Das Thema ist in Deutschland durch Akteure wie die Initiative Architektur und Baukultur des Bundes, die Bundesstiftung Baukultur sowie die zahlreichen Initiativen der Länder, Landeskammern und -verbände auf Bundes- und Landesebene seit über zehn Jahren etabliert. Doch Baukultur entsteht nicht zufällig, sondern ist immer auch das Ergebnis erfolgreicher Planungs- und Entscheidungsprozesse. Diese werden vor allem in und durch die Kommunen geprägt. Die kommunalen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Bürgerschaft entscheiden über die Qualität von Baukultur und damit über die Qualität der gebauten Umwelt vor Ort. Dabei stellt sich vermehrt die Frage, wie Baukultur in jedem Projekt und jedem Planungsprozess vor Ort berücksichtigt und umgesetzt werden kann. Nicht nur die "gute Gestaltung", sondern vor allem der "gute Prozess" trägt schließlich zur Beförderung von Baukultur bei.

Ziel 

Um das Bewusstsein für Baukultur auf kommunaler Ebene zu stärken und praxistaugliche Ansätze zur Qualitätssicherung im Städtebau aufzuzeigen, sollten in diesem Forschungsfeld Modellvorhaben durchgeführt und untersucht werden, die im Sinne einer "guten Praxis" die baukulturellen Potenziale alltäglichen Handelns auf kommunaler Ebene in Verwaltungen, Politik und Planung verdeutlichen. Dabei sollte ein möglichst breites Spektrum an Strategien erarbeitet werden, um Prozesse von Anfang an in Hinblick auf die Belange von Baukultur zu konzipieren, verschiedene Instrumente und Verfahren der Qualitätssicherung einzusetzen und langfristig ein baukulturelles Bewusstsein in der Kommune zu befördern.

Das im Sommer 2011 eröffnete Forschungsfeld knüpfte unmittelbar an das ExWoSt-Projekt "Kommunale Kompetenz Baukultur" an, in dem bereits Instrumente und Methoden der Qualitätssicherung in der kommunalen Planungspraxis erarbeitet und in einem sogenannten "Werkzeugkasten der Qualitätssicherung" zusammengestellt worden waren. Die Akteure konnten auf diesen "Werkzeugkasten" als praktische Arbeitshilfe für die Umsetzung baukultureller Ziele in den Kommunen zurückgreifen.

Die Forschungsassistenz zur Begleitung der Modellvorhaben und zur Auswertung des Forschungsfeldes erfolgte durch SSR - Schulten Stadt- und Raumentwicklung (Dortmund) und Stadtidee (Potsdam).

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