Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Modellvorhaben Stadt Bochum: Vom Hausacker zum Urban Green

Ausgangslage

Bochum-Riemke ist ein hochverdichtetes Quartier mit städtebaulichen, infrastrukturellen und sozialen Problemen. Stadtbildprägend sind Mehrfamilienhäuser des (genossenschaftlichen) Wohnungsbaus der 1930er- und 1950er-Jahre. Riemkes Zentrum dominiert die vierspurig ausgebaute Herner Straße, die den Stadtraum nicht nur physisch, sondern auch sozial separiert. Hier fehlt eine adäquate Quartiersmitte, sowohl im Sinne eines attraktiven Nahversorgungszentrums als auch als identitätsstiftendes Element für die Nachbarschaft. Außerdem fehlt dem Siedlungsbereich qualitätsvoller Freiraum. Durch die Aufgabe der Sportplatzanlage „Am Hausacker“ für den vereinsorganisierten Fußballsport steht eine Fläche von 20.000 m² für eine bedarfsgerechte Entwicklung im Quartier zur Verfügung, um die räumliche und soziale Lage des Stadtteils zu verbessern.

Ziele und Konzept

Die Stadt Bochum verfolgt unter Federführung des Sport- und Bäderamts die Idee, eine nicht mehr genutzte Sportfläche in ein multifunktionales, grünes Quartierszentrum der Bewegung und Begegnung weiterzuentwickeln. Dazu ist ein Konzept zu erarbeiten und umzusetzen, wie eine Sportfläche als Quartierszentrum gestaltet und verwaltet werden kann. Ziel ist es, den Grün- und Bewegungsraum in dem hochverdichteten Gebiet zu sichern und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Zur Realisierung dieses Konzepts ist interdisziplinäre Verwaltungsarbeit in Verbindung mit Partizipation verschiedener Akteure vor Ort vorgesehen.

Zwischenergebnisse

Der Hausacker liegt im Zuständigkeitsbereich des Bochumer Sport- und Bäderamtes, das sich mit der Gestaltung einer Grünfläche einen ganz neuen Aufgabenbereich erschließt. Basis dafür ist ein breites Akteursnetzwerk, das sowohl viele Ämter der Stadt, die politischen Gremien als auch zivilgesellschaftliche Gruppen, soziale Träger und Bürger einschließt.

Den Entwurf für die Umgestaltung des Hausackers vom Fußballplatz zur Spiel- und Bewegungsfläche hat ein Landschaftsarchitekturbüro auf Basis von Bürgerwünschen und Ideen zivilgesellschaftlicher Gruppen und sozialer Träger im Quartier entwickelt. Weiterhin hat das Sport- und Bäderamt in Kooperation mit dem Tiefbauamt die Regenwasserabkopplung des Platzes beschlossen und in Abstimmung mit der Kriminalprävention der Stadt Bochum gestalterische Maßnahmen für ein hohes Sicherheitsgefühl der künftigen Nutzer entwickelt.

Beteiligte

  • Städtische Fachbereiche (z.B. Sport- und Bäderamt, Umwelt- und Grünflächenamt, Amt für Stadtplanung und Wohnen, Jugendamt)
  • Projektpartner aus dem unmittelbaren Umfeld (Kinder- und Jugendfreizeithaus, Sportvereine, Kleingartenverein, Die Falken)
  • Erweiterter Projektpartnerkreis (u.a. Kommunales Integrationszentrum, Schulen, Kitas, Kirche)
  • Kommunalpolitik (Ausschüsse, Bezirksvertretung)
  • Bürgerinnen und Bürger im Quartier


Ansprechpartner

Stadt Bochum Sport- und Bäderamt
Ute Feinweber
Tel.: 0234/9101847
E-Mail: ufeinweber@bochum.de

Jana Neumann
Tel.: 0234/9101837
E-Mail: jneumann@bochum.de

Forschungsprojekte

Green Urban Labs Dokumenttyp: Forschungsprojekt

Urbanes Grün beeinflusst die Lebensqualität in unseren Städten stark. Grüne Freiräume übernehmen vielfältige soziale, gesundheitliche, wirtschaftliche, klimatische und ökologische Funktionen. Aber Städte befinden sich in stetem Wandel: Leben, Wohnen, Arbeit und Freizeit verändern sich, Wachstum und Schrumpfung setzen widersprüchliche Rahmenbedingungen. Das wirkt sich auch auf grüne Freiräume aus. Wie lässt sich urbanes Grün sichern, pflegen und entwickeln? Wie sehen neue Nutzungen und Funktionen des Stadtgrüns aus? Welche Partner müssen hierfür zusammenarbeiten? Kommunen erproben in Modellvorhaben – den "Green Urban Labs" – neue Wege, um urbanes Grün zu stärken. Projektstart: September 2016

Status: Laufend Start: Seit September 2016

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