Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Modellvorhaben Stadt Jena: Grüne Klimaoasen im urbanen Stadtraum Jenas

Ausgangslage

Die bisherige Entwicklung der Stadt hat zu sozialräumlichen wie auch physischräumlichen Disparitäten geführt. Dies betrifft auch die quantitative und vor allem qualitative Ausstattung mit innerstädtischen Grünflächen. Jena ist außerdem durch seine Tallage eine klimatisch sensible Stadt. Es wurde eine städtische Wärmeinsel von bis zu 7 Kelvin zwischen Stadtmitte und Umland nachgewiesen. Besonders intensiv wirkt sich dies während austauscharmer Wetterlagen aus und führt zu bioklimatischen Belastungssituationen. Im Zuge des weiter fortschreitenden Klimawandels wird dieser Effekt aufgrund veränderter Wetterlagenhäufigkeit in den verdichteten Stadtgebieten zunehmen. Innerstädtische versiegelte Bereiche sind besonders überhitzungsgefährdet und so auch von geminderter Aufenthaltsqualität bedroht.

Ziele und Konzept

Ziel des Modellvorhabens ist es, eine wissenschaftlich fundierte, langfristig wirksame Grünflächen-Entwicklungsstrategie zu entwickeln. Kernstück dieser Strategie soll ein zusammenhängendes, flächendeckendes Netz aus Klimakomfortinseln sein, die zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels beitragen. Anhand der Analyse bestimmter wissenschaftlicher Kriterien soll das Projektteam Quartiere mit mangelnder Klimaresilienz identifizieren. Darauf aufbauend ermittelt und priorisiert es die Optionen für die Qualifizierung von Flächen zu Klimakomfortinseln. Im Projektzeitraum sollen vier Klimakomfortinseln objektkonkret geplant und davon mindestens eine eröffnet werden.

Zwischenergebnisse

In der ersten Phase des Projektes wurden insbesondere Arbeitsgrundlagen und Analysetools für urbane Klimaoasen erarbeitet.

Die Definition des Projektteam versteht untereiner Urbanen Klimaoase alle städtischen Grünräume mit einer Wohlfahrtswirkung für die Bevölkerung in sommerlichen Hitzeperioden mit möglichst vielen unterschiedlichen Funktionen und Ökosystemleistungen. Um Grünflächen als Klimaoasen bestimmen zu können, hat das Team weiterhin eine Kriterienliste entwickelt, die sowohl Größe, Form und Struktur der Fläche als auch Baumbestand, Aufenthaltsqualität, Zugänglichkeit sowie Biodiversität als Bewertungsparameter festlegt. In diese Kriterienliste flossen neben der Expertise des Projektteams, der Auswertung von Fachpublikationen und den Erfahrungen des Verstetigungsprozesses der Jenaer Klimaanpassungsstrategie (Jen-KAS) auch Erkenntnisse aus Interviews und einem Workshop mit Vertretern vulnerabler Bevölkerungsgruppen ein. Die nächste Arbeitsphase widmet sich verstärkt der Erfassung und Bewertung des Status-quo von Urbanen Klimaoasen sowie der Ermittlung und Ausweisung potenzieller neuer Flächen.

Beteiligte

  • Stadt Jena Dezernat Stadtentwicklung und Umwelt
  • Landschaftsarchitekturbüro
  • Team Kommunikation
  • Soziale Stadt "Quartiersentwicklung Winzerla Nord"
  • Projektteam "Verstetigung der Jenaer Klimaanpassungsstrategie"


Ansprechpartner

Stadt Jena, Fachdienst Stadtentwicklung und Stadtplanung
Anya Schwamberger
Tel.: 03641/495219
E-Mail: anya.schwamberger@jena.de

Sabine Zander
Tel.: 03641/495213
E-Mail: sabine.zander@jena.de

Forschungsprojekte

Green Urban Labs Dokumenttyp: Forschungsprojekt

Urbanes Grün beeinflusst die Lebensqualität in unseren Städten stark. Grüne Freiräume übernehmen vielfältige soziale, gesundheitliche, wirtschaftliche, klimatische und ökologische Funktionen. Aber Städte befinden sich in stetem Wandel: Leben, Wohnen, Arbeit und Freizeit verändern sich, Wachstum und Schrumpfung setzen widersprüchliche Rahmenbedingungen. Das wirkt sich auch auf grüne Freiräume aus. Wie lässt sich urbanes Grün sichern, pflegen und entwickeln? Wie sehen neue Nutzungen und Funktionen des Stadtgrüns aus? Welche Partner müssen hierfür zusammenarbeiten? Kommunen erproben in Modellvorhaben – den "Green Urban Labs" – neue Wege, um urbanes Grün zu stärken. Projektstart: September 2016

Status: Laufend Start: Seit September 2016

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