Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: URBACT II

Konzept

Das Programm

Die zweite Programmperiode URBACT II zielte darauf ab, die Effektivität nachhaltiger, integrierter Stadtentwicklungspolitiken in Europa mit Blick auf die Umsetzung der Lissabon- und Göteborg-Strategie zu verbessern. Im Einzelnen wurden drei Teilziele verfolgt:

  1. Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen städtischen Entscheidungsträgern und Praktikern auf dem Gebiet nachhaltiger Stadtentwicklung sowie des vertikalen Austauschs zwischen kommunalen und regionalen Behörden fördern,
  2. Erfahrungen bewährter Praktiken und gezogener Lehren sowie Sicherung des Erfahrungs- und Wissenstransfers im Bereich nachhaltiger Stadtentwicklung streuen,
  3. Akteure bei der Festlegung von Aktionsplänen einer nachhaltigen Entwicklung städtischer Gebiete und damit Stärken der Beziehung zu den Mainstream-Programmen unterstützen.

Den Kern des Programms und das Schlüsselelement zum Austausch bildeten thematische Netzwerke und Arbeitsgruppen. Diese ermöglichten eine gezielte Bearbeitung von Schwerpunktthemen und das Zusammentreffen der Partner zum Austausch von Erfahrungen. Gute Beispiele wurden identifiziert, das gegenseitige Lernen gefördert und die Schlüsse in Politik und Praxis getragen. In jedem Projekt hat eine öffentliche Einrichtung als Lead Partner (LP) die Federführung übernommen. Sogenannte URBACT Local Support Groups (LSG) in den einzelnen Städten stellten darüber hinaus die Einbindung und Beteiligung der lokalen Schlüsselakteure sicher.

Die Betreuung des Programms oblag dem URBACT-Sekretariat in Paris. Die Programmkoordination erfolgte durch einen Begleitausschuss, in dem die am Programm teilnehmenden Mitgliedstaaten sowie die Europäische Kommission vertreten waren.

Fachliche Begleitung

Auf Bundesebene hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), vertreten durch das BBSR, im Rahmen des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (ExWoSt) eine nationale fachliche Begleitung der Netzwerke und Arbeitsgruppen initiiert. Die vielfältigen Aktivitäten unter URBACT II wurden kontinuierlich beobachtet, fachlich begleitet und inhaltlich ausgewertet. Im Vordergrund standen Netzwerke und Arbeitsgruppen mit deutscher Beteiligung. Einzelne Projekte, die aus Sicht des Ministeriums Fragestellungen und Themen von hoher Relevanz bearbeiteten, wurden vertieft betrachtet.

Einen zentralen Referenzpunkt für die fachliche Begleitung von URBACT bildete die Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt mit den beiden inhaltlichen Empfehlungen,

  • die Ansätze einer integrierten Stadtentwicklungspolitik stärker zu nutzen und
  • besondere Aufmerksamkeit den benachteiligten Stadtquartieren im gesamtstädtischen Kontext zu widmen.

Durch die Ansätze und Ziele der Nationalen Stadtentwicklungspolitik soll die Stadt zum öffentlichen Thema gemacht und stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert werden. Die derzeitigen Themenfelder sowie die vordringlichen Fragestellungen der nationalen Stadtentwicklungspolitik wurden im Zuge der fachlichen Begleitung von URBACT II berücksichtigt.

Durch die Begleitung konnten die positiven Impulse des Programms über die unmittelbar beteiligten Städte und Partner hinaus nutzbar gemacht werden.

Dialog zu URBACT

Zur Unterstützung der deutschsprachigen Partner und zur Vertiefung des Erfahrungsaustauschs wurde der Dialog zu URBACT ins Leben gerufen. Ein jährlicher URBACT-Tag gab den Programmbeteiligten, aber auch interessierten Dritten, Gelegenheit zum Austausch und Wissenstransfer. An den URBACT-Tagen nahmen Vertreter der an Netzwerken beteiligten Kommunen, Institutionen und Experten sowie interessierte Fachleute aus Deutschland und Österreich teil. Sie fanden in Bonn, Wien, Berlin und Kassel statt.

Am Ende der Projektlaufzeit stand ein URBACT-Fachgespräch in Berlin mit Vertretern des Bundes, der kommunalen Spitzenverbände, des Deutschen Verbandes als National Dissemination Point, Vertretern aus Netzwerken mit deutscher Beteiligung sowie dem URBACT-Sekretariat. Das Fachgespräch zielte auf die Erarbeitung von Empfehlungen für die Weiterentwicklung des URBACT-Programms in der nächsten Förderperiode ab.

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