Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: URBACT II

Ergebnisse

Im Fokus: Netzwerke mit deutscher Beteiligung

URBACT umfasst 700 Städte und Partner in 29 Ländern und über 5000 aktiv Beteiligte in ganz Europa. Aus drei Projektaufrufen, die vom zentralen URBACT-Sekretariat gestartet wurden, konnten insgesamt 56 Netzwerke und Arbeitsgruppen aufgenommen werden. Sie setzten sich mit den unterschiedlichsten Themen der Stadtentwicklung auseinander. An 27 Projekten sind deutsche Städte und Institutionen beteiligt. Die nationale fachliche Begleitung umfasste 18 Netzwerke und Arbeitsgruppen. Weitere Informationen zu allen URBACT-Projekten stehen unter Links zur Verfügung.

Am Ende jeder Netzwerk-Aktivität standen Abschlusskonferenzen und die Veröffentlichung von Schlussberichten. Die untersuchten Netzwerke und Arbeitsgruppen mit deutscher Beteiligung wurden im Hinblick auf ihre Ziele und Erfolge, ihre Beiträge zur Nationalen Stadtentwicklungspolitik und zur allgemeinen Ressortpolitik ausgewertet und dokumentiert. Für sieben Netzwerke wurde eine vertiefte Analyse mit Interviews bei den beteiligten Netzwerkpartnern und weitergehenden Auswertungen durchgeführt:

Netzwerk/ArbeitsgruppeDeutsche Beteiligung
CoNetBerlin (LP)
HerORegensburg (LP)
LC-FacilLeipzig (LP)
REDISMagdeburg (LP), Halle/Saale
RegGovDuisburg (LP)
SuiteHamburg
OP ACTAltena, Eberswalde

Erkenntnisse für Ressortpolitik und die Nationale Stadtentwicklungspolitik

Die Analyse und Erkenntnisaufbereitung nimmt u.a. Bezug auf das Ressortinteresse des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und damit auch auf die Gegenstände der nationalen Städtebauförderungspolitik. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen v.a. die einzelnen Programme der Städtebauförderung und die Frage, in welcher Form deren Anwender auf lokaler Ebene von den Erfahrungen aus den Netzwerken profitieren können. Als übergreifende Feststellung ist hervorzuheben, dass die Netzwerke meist keine eindimensionalen Rückschlüsse auf nur ein Förderprogramm oder ein Ressortthema zulassen, sondern in der Regel neben dem schwerpunktmäßigen Thema (z.B. Stadtumbau) auch weitere Themenfelder (z.B. energetische Sanierung) berücksichtigen. Dies entspricht der integrierten Betrachtungsweise und zeigt Schwerpunkte auf:

  • die Energiewende auf lokaler Ebene,
  • Integration und sozialer Ausgleich,
  • der wirtschaftliche und demografische Wandel und seine Folgen (z.B. für die Daseinsvorsorge)
  • sowie neue Formen der Mobilität.

Zahlreiche Erkenntnisse konnten auch zu den Themen Förderung, integriertes Vorgehen und Monitoring abgeleitet werden.

Die Netzwerke werden zur Nationalen Stadtentwicklungspolitik rückgekoppelt. Beide Initiativen - sowohl URBACT als auch die Nationale Stadtentwicklungspolitik - verfolgen das Ziel, nachhaltige integrierte Stadtentwicklungspolitiken mit Blick auf die Umsetzung der Lissabon- und Göteborg-Strategien zu stärken. Der Wissens- und Erfahrungsaustausch ist in beiden Initiativen von großer Bedeutung. Bund, Länder, kommunale Spitzenverbände und Kommunen auf nationaler Ebene sowie die europäischen Partner auf internationaler Ebene haben sich in den letzten Jahren intensiv für eine Stärkung der städtischen Dimension eingesetzt, insbesondere für die Themen Nachhaltigkeit und integrierte Stadtentwicklung. Beide Initiativen weisen sowohl inhaltliche als auch prozessuale Parallelen auf. Durch einen stärkeren Austausch kann eine Verbindung zwischen der nationalen und der europäischen Ebene hergestellt werden.

Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Ergebnisse aus URBACT-Netzwerken und Arbeitsgruppen eine umfangreiche Beispielsammlung bilden: In Form von Leitfäden, Tool Boxes oder Good-Practice-Aufbereitungen werden innovative, übertragbare Handlungsansätze und Lösungsmöglichkeiten für die Herausforderungen in der integrierten Stadtentwicklung gesammelt. Von diesem Fundus können die Städte und Gemeinden in den Städtebauförderungsprogrammen, die laufenden Forschungsfelder des Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) sowie die Nationale Stadtentwicklungspolitik profitieren.

Mit dem Forschungsvorhaben wurde somit auf nationaler Ebene zur Informations- und Wissensverbreitung beigetragen. Darüber hinaus wurden Empfehlungen für den Bund zur Bewertung und Weiterentwicklung des URBACT-Programms erarbeitet sowie Anregungen und Impulse für die Weiterentwicklung der nationalen Stadtentwicklungspolitik abgeleitet.

Ausführliche Ergebnisse sind in der BBSR-Veröffentlichung "Werkstatt: Praxis" Heft 80 nachzulesen (siehe "Veröffentlichungen").

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