Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Wohnungspolitiken in der EU

Projektsteckbrief

  • Status Laufend
  • Start Januar 2018
  • Programm ExWoSt

Für alle EU-Mitgliedsländer stellt Wohnungspolitik ein zentrales Handlungsfeld dar, dessen konkrete nationale Ausgestaltung von historischen Entwicklungspfaden, gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Aufgaben, nationalen Marktstrukturen und rechtlichen Rahmenbedingungen bestimmt ist. Das Forschungsprojekt des BBSR und BMUB schafft in Vorbereitung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im Jahr 2020 einen systematischen Überblick über die Herausforderungen, Ziele und Steuerungsansätze der verschiedenen Wohnungspolitiken der EU-Staaten und identifiziert auf dieser Grundlage Ländercluster, die vertieft analysiert werden.

Ausgangslage

Wohnungspolitik ist in allen Mitgliedsstaaten der EU ein zentrales innenpolitisches Handlungsfeld. Im Rahmen informeller Treffen der EU-Wohnungsbauminister oder leitender Ministeriumsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter (National Focal Points on Housing Policy) werden in unregelmäßigen Abständen gegenseitig Informationen über die nationalen Wohnungsbaupolitiken sowie zu spezifischen Einzelfragen ausgetauscht, um auch internationale Erfahrungen zur Ausgestaltung der nationalen Politiken nutzbar zu machen. Hierfür werden bzw. wurden in der Regel nationale statistische Grundlagendaten zusammenfassend bereitgestellt und themenzentrierte Einzelinformationen gebündelt aufbereitet.

Zur Einordnung der Wirkungsweisen der auch in Umsetzung europäischer Vorgaben erfolgenden jeweiligen wohnungspolitischen Maßnahmen erfordert ein ertragreicher internationaler Dialog fundierte Grundlagenkenntnisse über die innere Verfasstheit und die Programmatik der nationalen Wohnungspolitiken und ihrer Entwicklungen. Zur Vorbereitung und Unterstützung der EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands im zweiten Halbjahr 2020 soll ein Gesamtüberblick über Programmatik und aktuelle Ausprägungen der Wohnungspolitiken der EU-Mitgliedsstaaten gewonnen werden, der das jeweilige Zusammenwirken von Marktgegebenheiten, unterschiedlichen nationalen rechtlichen Regelungen und förderpolitischen Maßnahmen im nationalen Gesamtkontext aufzeigt.

Wohnungspolitik im engeren Sinne ist auf die quantitative und qualitative Versorgung mit Wohnraum und im Besonderen auf die Gewährleistung der Verfügbarkeit, Zugänglichkeit und Bezahlbarkeit (availability, accessibility, affordability) gerichtet. Trotz dieser überall in Europa grundlegenden Ziele unterscheiden sich die Wohnungspolitiken in den Mitgliedsstaaten der EU erheblich und haben vor dem Hintergrund der nationalen Wohnungsbestände und wandelnder Wohnungsbedarfe eigene Profile entwickelt. Es existieren bislang jedoch nur wenige aktuelle Beiträge, die sich spezifisch dem Thema der Wohnungspolitiken in Europa aus einer international vergleichenden Perspektive widmen.

Ziel

Angesichts ähnlicher Herausforderungen der Wohnraumversorgung soll ein umfassender und systematischer Überblick über Ziele, Problemlagen, Steuerungsansätze und Akteure dazu beitragen, den Stand der Wohnungspolitik in allen EU-Mitgliedsstaaten besser zugänglich zu machen. Darüber hinaus sollen aktuelle wohnungspolitische Herausforderungen und Antworten darauf unter diesen Aspekten beleuchtet werden. Dieser Überblick soll in einem weiteren Schritt dazu genutzt werden, strukturelle Gemeinsamkeiten der Wohnungspolitiken der Mitgliedsstaaten analytisch herauszuarbeiten und Ländergruppen zu bilden. Im Licht zunehmender grenzübergreifender Entwicklungen durch ökonomische Interdependenzen und überstaatliche Politiken der EU soll abschließend auch die Frage nach der Bedeutung europäischer Vorgaben für die nationalen Wohnungspolitiken umrissen werden.

in English:

Project details

Housing policy is a central field of action for all member states of the European Union. The manifestation in each country is the product of an individual historical evolutionary path, local market structures as well as the national regulatory framework and funding-policy measures. For the German EU Council Presidency in 2020, the research project conducted by the BBSR and BMI aims at providing a comprehensive overview of the different programmatic approaches and characteristics of national housing policies. Based on case studies, selected housing policy issues are analysed in greater depth.

Start of the project: January 2018

Background

In all EU member states, housing policy plays an important role in domestic policies. In order to facilitate learning from international experiences and to improve information exchange on national policy options, an informal meetings framework of the EU member states’ housing ministers and their key administration staff (Housing Focal Points) was established. This framework also includes the provision of national statistical data and focussed information on specific housing related issues.

A successful international exchange requires a mutual understanding of the working principles of given policy instruments, let them be national specific or EU directives transposed into national law. First of all, this must be based on a sound knowledge of both the constitutive structure and the objectives of national housing policies, and their further development. Intended to assist in the preparation of Germany’s EU Council Presidency in the second half of the year 2020, this project will provide an overview on the programmatic foundations and actual developments of housing policies in the EU member states, opening the view on the interaction of markets, regulatory environment and policy instruments in each given national context.

Housing policy in a narrow sense focuses on the quantitative and qualitative provision of housing space. It is particularly concerned with availability, accessibility and affordability of housing for different social groups. Despite these fundamental goals, housing policies differ considerably in the 28 EU member states. Against the background of national housing stocks and changing housing needs, individual national housing policy profiles have developed over time. But there is a lack of research dealing specifically with present housing policies in Europe in a comparative perspective.

Objective

With regard to similar challenges of housing provision, a comprehensive and systematic overview of goals, problems, steering approaches and actors shall be given. This includes the current status of housing policies in all EU member states as well as recent changes in challenges and responses.

This overview shall be used to identify structural similarities among the housing policies and to build country clusters. Against the background of cross-border developments through economic interdependencies and supranational policies, the relevance of European activities for the national housing policies shall be sketched.

Endbericht

Housing policies in the European Union – Conference version, 6 November 2020 PDF 4MB Datei ist nicht barrierefrei Dokumenttyp: Download

Auftragnehmer

  • Institut Wohnen und Umwelt (IWU)
    Rheinstraße 65, 64295 Darmstadt
    Martin Vaché

    Telefon: +49-6151-2904-42
    E-Mail: m.vache@iwu.de

  • Institut Wohnen und Umwelt (IWU)
    Dr. Max-Christopher Krapp

    Telefon: +49-6151-2904-71
    E-Mail: m.krapp@iwu.de

  • Technische Universität Darmstadt
    Dolivostraße 15, 64293 Darmstadt
    Prof. Dr. Kai Schulze

    Telefon: +49-6151-16-573-40
    E-Mail: schulze@pg.tu-darmstadt.de

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