Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt Baulandumfrage 2020 – Bundesweit repräsentative Stichprobe zu Bauland- und Innenentwicklungspotenzialen

Projektsteckbrief

  • Status Laufend
  • Start Dezember 2019
  • Programm ExWoSt

Für ein informiertes und zukunftsgerechtes Flächenmanagement – zwischen dem vielerorts akuten Ruf nach einer verstärkten Bereitstellung von Bauland einerseits und der Verminderung der Flächen-Neuinanspruchnahme als Ziel nachhaltiger Entwicklung andererseits – braucht es belastbare Grundlagendaten. Hauptziel des Projektes ist deshalb (im Anschluss an frühere bundesweite Umfragen) die Erhebung aktueller Daten und Informationen zu Baulandreserven und Innenentwicklungspotenzialen sowie zum Stand und zu Methoden der Baulanderfassung und -mobilisierung in deutschen Städten und Gemeinden.

Ausgangslage

Zwei wesentliche Themen bestimmen seit einigen Jahren die Diskussion zur Flächennutzung im Rahmen der Siedlungsentwicklung. Zum einen sind die Begrenzung der Flächenneuinanspruchnahme und der Schutz des Bodens zentrale Ziele einer nachhaltigen Entwicklung der gebauten Umwelt auf internationaler und europäischer Ebene ebenso wie in nationalen Programmen. So wird ein verantwortungsvoller Umgang mit den globalen Flächen-Ressourcen als wesentliches Querschnitts-Element bei der Erreichung der "Sustainable Development Goals" gesehen. Für die europäische Ebene formuliert der "Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa" das Ziel, "die Landnahme so zu reduzieren, dass bis 2050 netto kein Land mehr verbraucht wird" (Europäische Kommission 2011). Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie konkretisiert dieses Anliegen mit dem Ziel, die tägliche Flächenneuinanspruchnahme bis zum Jahr 2030 auf unter 30 ha/Tag zu begrenzen.

Zum anderen wird vielerorts – und insbesondere in Siedlungsräumen unter Wachstumsdruck – der Bedarf an einer verstärkten und beschleunigten Bereitstellung von Bauland thematisiert. Gelingt dies nicht, drohen die Preise und Mieten weiter zu steigen und bezahlbarer Wohnraum so knapp zu werden, dass sich nicht mehr alle Haushalte mit ausreichend Wohnfläche versorgen können. Um eine angemessene Wohnungsversorgung zu gewährleisten, hat die Baulandkommission im Juli 2019 Vorschläge gemacht, die auch die Empfehlung für verbesserte Datengrundlagen zum Thema Bauland und eine höhere Transparenz von Baulandpotenzialen und -bedarfen enthält (Baulandkommission 2019).

Gleichzeitig wird eine regelmäßige, bundesweit vergleichbare Erhebung von Kerninhalten für ein Flächenmanagement und Baulandmonitoring in Deutschland nach wie vor nicht durchgeführt. Ungeachtet von Erhebungen auf kommunaler, regionaler oder Landes-Ebene liegen als aktuellste Querschnitt-Erhebungen Baulanderhebungen bundesweit von 2003 und 2006 sowie eine Erhebung von Innenentwicklungspotenzialen aus 2012 vor. Mit diesem Projekt werden daher aktuelle Grundlagen für die informierte Gestaltung einer zukunftsgerechten Baulandversorgung erarbeitet.


Ziel

Hauptziel dieses Vorhabens ist dementsprechend eine bundesweite Erhebung der Bauland- und Innenentwicklungspotenziale mittels einer Umfrage bei Städten und Gemeinden. Erhoben werden Flächenpotenziale für Wohnen, Gewerbe und andere Nutzungen als Grundlage bundesweiter und – soweit möglich – regionalisierter sowie nach Raumtypen differenzierter Hochrechnungen.

Neben der Quantifizierung von Bauland- und Innenentwicklungspotenzialen liegt ein weiterer Schwerpunkt der Erhebung auf der Abbildung von Situation und Entwicklungstendenzen bei der Flächenerfassung und dem Flächenmanagement. Dabei geht es sowohl um die Inhalte (Brachflächen, Baulücken, Leerstand etc.) als auch um Praktiken und verwendete IT-Lösungen (Flächenmanagement-Systeme, -Datenbanken, "-Tools" etc.).

Ein drittes wesentliches Anliegen der Untersuchungen ist schließlich, Erkenntnisse zur Aktivierbarkeit von Bauland- und Innenentwicklungspotenzialen und Mobilisierungsaktivitäten zu erheben, also die tatsächliche Verfügbarkeit der Potenzialflächen abzuschätzen und erfolgversprechende Ansätze zur Baulandmobilisierung aufzuzeigen.

Und letztlich werden ergänzend zu den nationalen, länderspezifischen und kommunalen Beispielen auch instruktive internationale Aktivitäten und Erfahrungen mit der Erfassung und Mobilisierung von Baulandpotenzialen recherchiert und ausgewertet.

Auftragnehmer

  • Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.
    Dipl.-Soz. Andreas Blum
    Weberplatz 1
    01217 Dresden

    E-Mail: A.Blum@ioer.de

  • In Kooperation mit:

    Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.
    Dr. Ralph Henger
    Konrad-Adenauer-Ufer 21
    50668 Köln

    E-Mail: henger@iwkoeln.de

Kontakt

  • Dr. Fabian Dosch
    Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
    Telefon: +49 228 99401-2160
    E-Mail: fabian.dosch@bbr.bund.de

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