Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt Untersuchung zu Jugendprojekten in strukturschwachen und ländlichen Räumen

Projektsteckbrief

  • Status Laufend
  • Start Dezember 2019
  • Programm ExWoSt

Jugendliche wollen und können ihr Lebensumfeld und die Entwicklung ihrer Stadt aktiv gestalten, wie zahlreiche erfolgreiche Projekte der Jugendbeteiligung zeigen. Bislang waren dabei Projekte in großstädtischen Kontexten im Fokus der Forschung. Zugleich ist bekannt, dass gerade in Kleinstädten in strukturschwachen Räumen bürgerschaftliches Engagement die Lebensqualität erhält und fördert. Die Untersuchung soll deshalb zeigen, welche innovativen partizipativen Jugendprojekte es in Kleinstädten gibt und wie sie auf die Stadt- und Ortsentwicklung wirken.

Ausgangslage

Mehrere Forschungsvorhaben und Modellvorhaben – einige davon unter dem Dach von BMI und BBSR – haben Jugendbeteiligung in der Stadtentwicklung untersucht und praktisch erprobt. Dabei wurde erforscht, wie Jugendliche städtische Räume verstehen und welche Ideen sie für die Zukunft dieser Räume haben. Die Jugendlichen zeigen dabei ein hohes Maß an Eigeninitiative und Verantwortung, insbesondere in Projekten, die der Kategorie "Stadt selber machen" zu zurechnen sind. Sie sind neben den Beteiligungsformaten des Mitredens und Mitgestaltens in Entscheidungsprozessen eine wichtige Säule der Jugendpartizipation.

Bürgerschaftliches Engagement und Partizipation sind auch in kleinstädtischen und ländlichen Kontexten wichtig. Zahlreiche empirische Studien und Forschungsvorhaben wie das vor kurzem abgeschlossene ExWoSt-Forschungsfeld "Potenziale von Kleinstädten in peripheren Lagen" weisen nach, dass bürgerschaftliches Engagement und das gemeinsame Wirken hier besondere Bindekraft entfalten und zugleich die Lebensqualität fördern können.

Ziele

Die Untersuchung zu Jugendprojekten in strukturschwachen und ländlichen Räumen führt die beiden Aspekte Jugendbeteiligung sowie Engagement in der Kleinstadtentwicklung zusammen. Durch die Betrachtung der Schnittmengen sollen spezifische Formen und Ausprägungen jugendlichen Engagements in Kleinstädten in strukturschwachen Räumen herausgearbeitet und die Potenziale für die Ortsentwicklung identifiziert werden. Dabei werden ausgewählte Projekte untersucht und übertragbare Schlussfolgerungen gezogen.

Die Abbildung zeigt die Schnittmenge der zwei Forschungsbereiche. Schnittmenge von Jugendbeteiligung und Beteiligung in Kleinstädten im ländlichen Raum Quelle: Planergemeinschaft


Folgende Leitfragen werden bearbeitet:

  • Inwiefern unterscheiden sich die räumlichen Anforderungen, die vorhandenen Angebote und die Beteiligungswünsche der Jugendlichen in kleinstädtischen Strukturen bzw. ländlichen Räumen von denen in Stadtquartieren großer Städte?
  • Welche Jugendprojekte gibt es in Kleinstädten in ländlichen und strukturschwachen Regionen? Wie lassen sich diese typisieren und unterscheiden von denen in größeren Städten und verdichteten Räumen?
  • Was motiviert Jugendliche sich zu engagieren?
  • Welche Bezüge stellen die Jugendlichen zur Entwicklung des Orts her? Wie eignen sich Jugendliche Räume in den Ortschaften an?
  • Welchen Beitrag können die Jugendprojekte für die Ortsentwicklung und den sozialen Zusammenhalt leisten? Welche Wirkungen entfalten sie?
  • Können die Jugendprojekte auch einen Mehrwert für andere Altersgruppen darstellen und Generationen übergreifend wirken?
  • Wie können Jugendprojekte von der kommunalen Verwaltung oder den lokalen Vereinen unterstützt werden, wie kann diese Unterstützung noch verbessert werden?
  • Welche Unterschiede lassen sich feststellen zwischen Beteiligung in vorstrukturierten Kontexten, zum Beispiel im Rahmen von Vereinen und Engagement in selbstorganisierten Projekten?
  • Welche Rolle spielen digitale Formate und virtuelle Räume für Jugendbeteiligung?
  • Welche Zeithorizonte haben die Projekte? Was passiert in biografischen Umbrüchen und Statuspassagen der Beteiligten (zum Beispiel Beendigung der Schule) und gegebenenfalls daraus resultierenden Ortswechseln?

Auftragnehmer

  • Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG
    Kerstin Jahnke, Corinna Kennel, Paul-Martin Richter
    Lietzenburger Straße 44, 10789 Berlin

    Telefon: + 49 30 885914-0
    E-Mail: mail@planergemeinschaft.de

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