Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Privateigentümer von Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern

Konzept

Da eine Liste aller Privatvermieter samt Postanschrift oder alternativ ein Verzeichnis aller vermieteten Objekte samt Eigentümeranschrift weiterhin nicht verfügbar ist, soll das bereits im Vorgängerprojekt praktizierte Adressermittlungsverfahren über kommunale Grundsteuerstellen erneut zum Einsatz kommen.

Wie in der Vorgängerstudie bedingt die kommunale Verortung von Grundsteuerstellen ein zweistufiges Auswahlverfahren, auf deren ersten Stufe zunächst Kommunen und auf der zweiten Stufe Mehrfamilienhausadressen teilnahmebereiter Kommunen zufallsgesteuert ausgewählt werden.

Arbeitsschritte

  • Der erste Arbeitsschritt umfasst methodische Vorarbeiten. Dazu gehört der Aufbau einer Kommunen- oder besser Grundsteuerstellendatenbank, die Erarbeitung eines Stichprobenplans, die Ziehung einer Kommunenstichprobe, die Klärung der Kooperationsbereitschaft der gezogenen Kommunen sowie die Ziehung kommunenspezifischer Mehrfamilienhausadressstichproben.
  • Gegenstand des zweiten Arbeitsschritts ist die Konkretisierung der Befragungsinhalte und darauf aufbauend die Erstellung der Fragebögen, jeweils einen für Gebäude- und einen für Wohnungseigentum.
  • Im Zentrum des dritten Arbeitsschritts steht die eigentliche Durchführung der Befragung.
  • Unter Rückgriff auf die zurückgeschickten Fragebogen wird im vierten Arbeitsschritt ein Auswertungsdatensatz mitsamt implementiertem Hochrechnungsrahmens erstellt, der die Grundlage für die im Anschluss vorzunehmenden Ergebnisauswertungen ist.
  • Der fünfte und letzte Arbeitsschritt ist die Erstellung des Endberichts.

Forschungsleitfragen

Die Untersuchung soll Erkenntnisse zu wesentlichen aktuelle wohnungspolitischen Fragen liefern:

  • Wie hat sich der Mietwohnungsbestand in der Hand von Privateigentümern (differenziert nach Gebäudeeigentum und Wohnungseigentum nach WEG) in den letzten Jahren entwickelt?
  • Welcher Anlage-/Haltehorizont bzw. welche Wiederverkaufsabsichten und Wertsteigerungserwartungen werden mit dem Eigentum verfolgt?
  • Wie verhalten sich die privaten Vermieter von Mietwohnungen in Bezug auf Mietanpassungen in bestehenden Mietverträgen sowie bei Wieder- und Neuvermietung?
  • Zu welchen Anlässen werden Mietanpassungen vorgenommen? Wie häufig nehmen private Vermieter Mietanpassungen vor?
  • Welchen Einfluss haben Mietrechtsänderungen der letzten Jahre zur Begrenzung der Mietpreise, insbesondere die sog. Mietpreisbremse (§ 556d bis 556g BGB), die sogenannte erweiterte Kappungsgrenze (§ 558 Abs. 3 Satz 2 BGB) und die Einschränkungen bei der Modernisierungsmieterhöhung (§ 559 BGB), auf die Mietpreisgestaltung?
  • Welchen Einfluss haben diese Mietrechtsänderungen und ggf. weitere Rechtsänderungen, die diskutiert oder schon beschlossen sind, auf das Investitionsverhalten der Privatvermieter.
  • Welche Rolle spielt die regionale Wohnungsmarktsituation bei dem Mietpreisgestaltungsverhalten der privaten Vermieter?
  • Wie ist die Reaktion der Mieter auf die Mietanpassungen? Werden diese akzeptiert oder gab es Beschwerden, Verweigerung der Zustimmung bzw. mussten Vermieter Klagen erheben? Zu welchem Ergebnis haben diese geführt?
  • Wie ist das Investitionsverhalten (allgemein und energetisch) der Privatvermieter? Zu welchen Anlässen/aus welchem Grund, mit welchem Ziel und wie häufig investieren die Privateigentümer in die Mietwohnung? Welche Rolle spielen dabei die Anreize der Bundespolitik (z.B. KfW-Förderung, steuerliche Förderung energetischer Modernisierungsmaßnahmen)?

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