Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Neue Arbeitsformen durch die Nutzung digitaler Infrastruktur (Coworking)

Projektsteckbrief

  • Status Laufend
  • Start Dezember 2020
  • Programm ExWoSt

Durch die Digitalisierung wird die Entwicklung neuer Arbeitsformen wie Coworking forciert. Die damit verbundenen Chancen und Risiken für die Stadtentwicklung, die Potenziale für eine Entlastung im Berufsverkehr, sowie die Steuerungsmöglichkeiten für die Planung werden in diesem Projekt herausgearbeitet.

Ausgangslage

Durch die Digitalisierung haben sich in den letzten beiden Jahrzehnten die Arbeitswelten stark verändert. Zu beobachten ist eine zunehmende räumliche, zeitliche und organisatorische Flexibilisierung der Arbeit. Die Vernetzung von Endgeräten, digitale Konferenzsysteme und der Zugang zu Unternehmensdaten von außerhalb des Firmenstandortes ermöglichen eine zeitlich und vor allem räumlich sehr flexible Arbeitsweise.

Diese fordern Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch zunehmend ein (Stichwort: Work-Life-Integration). Sie bietet auch den Arbeitgeberinnen und -gebern völlig neue Möglichkeiten der Arbeitsorganisation (z. B. Crowdsourcing). Der Trend zur Wissensarbeit, die stark durch Interdisziplinarität und Teamarbeit geprägt ist, fördert diese Entwicklungen zusätzlich.

Vor diesem Hintergrund hat sich in den vergangenen zehn Jahren Coworking als neues Arbeitsmodell zu einem weltweiten Trend entwickelt. Gleichzeitig wurden Coworking-Spaces zu einem neuen, ernstzunehmenden Subsegment des Büroimmobilienmarktes.

Ziel

Diese Studie zielt darauf ab, das Thema der Neuen Arbeitsformen systematisch und räumlich differenziert aufzubereiten. Das Projektteam soll Chancen und Risiken für die nutzungsgemischte Stadt und die Potenziale für eine Entlastung im städtischen Berufsverkehr herausarbeiten sowie Bedeutung und Steuerungsmöglichkeiten für die Stadtentwicklungsplanung aufzeigen.

Zusätzlich soll es darum gehen, die derzeit vielfach diskutierte Bedeutung dieser Arbeitsformen kritisch zu beleuchten, empirisch zu untersuchen und Handlungsempfehlungen für die Stadtentwicklung des Bundes zu entwickeln.

Forschungsfragen

  • Welche empirischen Befunde gibt es bezüglich des bereits bestehenden Angebots an Coworking-Spaces, deren Nutzung und der Potenziale?
  • Welche Standortfaktoren (z. B. ÖV-Anbindung, Lage, Erreichbarkeit, Immobilienkosten, Ausstattung) sind bei der Entwicklung von Coworking-Spaces von Bedeutung? Führen Sie zu einer weiteren Konzentration von Büroarbeitsplätzen in den Stadtzentren? Oder lässt sich hierdurch eine stärkere Durchmischung von Wohnen und Arbeiten in den Städten/Stadtquartieren erreichen?
  • Kann die Dezentralisierung von Büroarbeitsplätzen in Coworking-Spaces auch eine dauerhafte "Lösung" für Unternehmen sein?
  • Lassen sich mit dem Angebot von Büroarbeitsplätzen in Coworking-Spaces auch die teilweise bestehenden Probleme mit dem Homeoffice (familiäre Situation, Wohnverhältnisse, technische Ausstattung, soziale Isolation) angehen?
  • Wie werden die Auswirkungen hinsichtlich des Verkehrsaufkommens und der Arbeitswege eingeschätzt?
  • Die Nutzungskonzepte für Immobilien mit Coworking-Angeboten sind sehr heterogen. Vor dem Hintergrund stellt sich die Frage, ob der Coworking-Space ausschließlicher Teil des Nutzungskonzeptes der Immobilie ist oder ob beispielsweise auch herkömmliche Büros vermietet werden.
  • Aus immobilienwirtschaftlicher Sicht wäre interessant, welche Immobilientypen die Betreiberinnen und Betreiber bevorzugen. Zu beobachten ist, dass Coworking-Spaces Teil einer Erneuerungsstrategie für Gewerbeimmobilien sein können, die am herkömmlichen Gewerbeimmobilienmarkt nicht mehr wettbewerbsfähig sind.
  • Welche Perspektiven hat das Coworking vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie? Erwarten die Betreiberinnen und Betreiber eine eher wachsende oder eine eher sinkende Nachfrage
  • Welche Herausforderungen und Handlungsansätze ergeben sich für die Akteure (Kommunen, Unternehmen, Zivilgesellschaft) und für das planerische Instrumentarium?

Auftragnehmer

  • Institut für Raumforschung & Immobilienwirtschaft
    Chemnitzer Straße 50, 44139 Dortmund
    Ansprechpartner:
    Dr. Roland Busch, Michael Heinze

    Telefon: 0231-222 06 200

  • Bergische Universität Wuppertal
    Pauluskirchstraße 7, 42285 Wuppertal
    Ansprechpartner:
    Prof. Dr. Guido Spars

    Telefon: 0202-439-4323

Kontakt

  • Thomas Pütz
    Referat RS 5 „Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr“
    Telefon: +49 228 99401-2300
    Fax: +49 228 99401-2356
    E-Mail: thomas.puetz@bbr.bund.de

Diese Seite