Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Kreative Ideen junger Menschen für die Innenstädte

Projektsteckbrief

  • Status Laufend
  • Start August 2021
  • Programm ExWoSt

Lebendig, gemischt und attraktiv so sehen Innenstädte idealerweise aus. Vielerorts zeigen sich aber Krisensymptome wie Leerstände und Verödung. Welche Ideen haben junge Menschen, um den Symptomen entgegenzuwirken? Welche Projekte setzen sie um? Mit dem Fokus auf Stadtmachen-Initiativen geht das Forschungsprojekt kreativen Beiträgen junger Menschen für lebendige Stadt(teil)zentren nach.

Ausgangslage

Die Innenstädte als räumliche und stadtgesellschaftliche Zentren durchleben seit jeher vielfältige Wandlungsprozesse, die sich teilweise gegenseitig verstärken. Durch ihre oft starke Ausrichtung auf das Einkaufen, das dynamische Geschehen des Online-Handels und nun auch noch durch den pandemiebedingten Shutdown sind die Zentren negativen Einflüssen ausgesetzt. Massive Leerstände und Funktionsverluste werden befürchtet und die Lage teils mit Sorge betrachtet.

Aus diesem Grund hat das Bundesbauministerium einen Beirat Innenstadt eingerichtet, der im Sommer 2021 die Innenstadtstrategie vorlegte. Das Bundesprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren" und auch das Städtebauförderprogramm "Lebendige Zentren" flankieren finanziell.

Doch staatliche Bemühungen können immer nur Anschub sein. Stadt – und gerade die Innenstadt als Ort der Identität und Identifikation – entsteht im Zusammenwirken vieler unterschiedlicher Akteure. Zunehmende Aufmerksamkeit in der Politik, der Öffentlichkeit sowie in Stadtplanung und -forschung erhalten dabei kooperative und koproduktive Ansätze der Stadtentwicklung. Unter dem Begriff des Stadtmachens werden Prozesse beschrieben, in denen zivilgesellschaftliche Akteure gemeinschaftlich Ideen entwickeln, Projekte umsetzen und damit Stadträume verändern. Ihre Ressourcen hierfür sind weniger finanzieller Natur, sondern beruhen auf Kreativität und der Fähigkeit, funktionierende Netzwerke aufzubauen.

Eine besondere Stellung nehmen solche Aktivitäten des Stadtmachens ein, die junge Menschen entwickeln. Viele Projekte zeigen, wie sich Jugendliche kompetent und kritisch-konstruktiv in die Entwicklung von Stadt einbringen. Dabei lässt sich auch feststellen, dass sie städtische Räume nicht nur nach ihren eigenen Interessen gestalten, sondern durch ihr Tun Orte mit Mehrwert für die gesamte Stadtgesellschaft entstehen.

Die Abbildung zeigt das Schaufenster eines leerstehenden Ladenlokals. Im Inneren stehen Materialien und Werkzeuge zur Renovierung. Ein Mann steht auf einer Leiter und bringt den Schriftzug Pop-Up-Store an der Ladentür an. Vorbereitung eines Pop-up-Stores Vorbereitung eines Pop-up-Stores

Ziel

Wie lassen sich die Lust am Stadtmachen junger Menschen und die gegenwärtige Lage der Innenstädte zusammendenken? Das Projektteam geht von der These aus, dass junge Menschen vielerorts kreative Ideen für Innenstädte entwickeln, diese umsetzen und damit substanzielle Beiträge leisten, die der Krise etwas entgegensetzen. In der Tat zeichnen sich (junge) Stadtmachen-Initiativen dadurch aus, dass sie krisenbehaftete Orte in "Chancenräume" umzudefinieren vermögen, also einen Perspektivwechsel vornehmen. Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, Stadtmachen-Initiativen junger Menschen aufzuspüren und zu verstehen, wie diese Projekte funktionieren und wie ihre Umsetzung gelingt. Beispielgebende Aspekte sollen in Hinblick auf ihre Übertragbarkeit herausgearbeitet werden. Dabei soll das Projektteam die Initiativen nicht nur analysieren, sondern – so von den Beteiligten gewünscht und als sinnvoll erachtet – auch unterstützend begleiten.

Auftragnehmer

  • Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG
    Corinna Kennel, Kerstin Jahnke, Kim von Appen
    Lietzenburger Straße 44, 10789 Berlin

    Telefon: +49 30 885 914 60
    E-Mail: c.kennel@planergemeinschaft.de

Kontakt

  • Evi Goderbauer
    Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
    Referat RS 2 „Stadtentwicklung“
    Telefon: +49 228 99401-2319
    E-Mail: evi.goderbauer@bbr.bund.de

  • Mechthild Renner
    Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
    Referat RS 2 „Stadtentwicklung“
    Telefon: +49 228 99401-2323
    E-Mail: mechthild.renner@bbr.bund.de

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