Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Innovative Projekte zur Regionalentwicklung

Projektsteckbrief

  • Status Abgeschlossen
  • Laufzeit November 2003 – November 2006
  • Programm MORO

Dreizehn vom BBR betreute Modellregionen haben Strategien und Instrumente als Antworten auf zentrale raumordnungspolitische Herausforderungen entwickelt und der Praxis zur Verfügung gestellt. Unter dem Leitthema "Umbau statt Zuwachs" ging es in den Modellvorhaben zum einen um eine nachhaltige, insbesondere flächensparende Siedlungsentwicklung, zum anderen um die Anpassung von Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge an die Bevölkerungsabnahme und Alterung.

Projektlaufzeit: November 2003 – November 2006

Ausgangslage

Im Sommer 2006 wurden von der Ministerkonferenz für Raumordnung neue "Leitbilder und Handlungsstrategien für die Raumentwicklung in Deutschland" verabschiedet Ein wichtiger Handlungsansatz der Leitbilder liegt in der Durchführung von Modellvorhaben der Raumordnung des Bundes und der Länder.

Modellvorhaben sind ein bedeutendes Instrument, um innovative raumordnerische Handlungsansätze zu erproben: zur Lösung der aus dem demographischen Wandel resultierenden Anpassungsnotwendigkeiten für die Sicherung der öffentlichen Daseinsvorsorge und für die Reduzierung der Siedlungsflächenzunahme. Sie geben wichtige Impulse, um Lösungsansätze vor Ort und in der Region zu suchen. Regionen benötigen Anpassungsstrategien, die für ihre jeweiligen Ausgangssituationen, Chancen und Potenziale maßgeschneidert sind – anstelle von Einheitslösungen.

Themenschwerpunkt "Nachhaltige Siedlungsentwicklung"

Nachhaltige, insbesondere Flächen sparende Siedlungsentwicklung ist ein Eckpfeiler zur Umsetzung der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, insbesondere des 30 ha-Ziels und des Vorrangs der Innenentwicklung vor der Außenentwicklung, und eine Kernaufgabe der Raumordnungspolitik von Bund und Ländern. Im Themenschwerpunkt "Nachhaltige Siedlungsentwicklung" sollte dem weiteren Zuwachs der Flächeninanspruchnahme für Siedlungszwecke durch kreative, praktische und akzeptable Handlungsansätze entgegengewirkt werden. Solche innovativen Handlungsansätze konnten strategischer, konzeptioneller oder instrumenteller Natur sein. In 7 Modellvorhaben standen sowohl die Weiterentwicklung integrierter Ansätze des regionalen Flächenmanagements als auch z.B. neue ökonomische Anreizinstrumente zum Flächensparen und deren Verknüpfung mit planerischen Verfahren im Mittelpunkt.

Themenschwerpunkt "Infrastruktur und demographischer Wandel"

Unter den Vorzeichen des demographischen Wandels sollten in 6 Modellvorhaben praktische Strategien und Instrumente für verschiedene Nachfragegruppen und räumliche Bezüge zur Sicherung und Weiterentwicklung der öffentlichen Daseinsvorsorge weiter- und/oder neu entwickelt werden. Räumliche Planung und Träger der öffentlichen Daseinsvorsorge müssen sich in regional unterschiedlichem Maße frühzeitig auf eine generelle Bevölkerungsabnahme, Alterung und Heterogenisierung der Bevölkerung einstellen und ihre Angebote entsprechend anpassen. Ziel kann dabei nicht alleine eine optimierte Anpassungsplanung sein. Ebenso wichtig sind Strategien und Instrumente, die den Auslösern derjenigen Trends entgegenwirken, die eine Anpassungsplanung erst erforderlich machen.

"Umstrukturierung statt Zuwachs": die Projektfamilie

Aufgabe der Modellvorhaben in beiden Themenschwerpunkten war es, allgemeingültige, übertragbare Ergebnisse zu gewinnen und diese durch Veröffentlichungen und Veranstaltungen in der Planungspraxis zu verbreiten. Darüber hinaus wurden Empfehlungen für Änderungen staatlicher Rahmenbedingungen (gesetzliche, finanzielle) erwartet.

Gemeinsame Anforderung an alle Akteure in den Modellregionen war es zum einen, ihre Projekte so zu gestalten, dass sie einen Beitrag zur vorbildlichen Modernisierung der räumlichen Strukturen leisten. Zum anderen sollten die Projekte mit den bestehenden Standortnetzen und Planungen vernetzt werden und flexibel auf neue gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen eingehen. Kernpunkte der Qualitätskriterien für Projekte waren also: regionale Modernisierung, Vernetzung und Flexibilität.

Die Modellvorhaben bildeten unter dem Leitthema "Umstrukturierung statt Zuwachs" eine Projektfamilie. Denn beide Themenschwerpunkte hängen eng zusammen: Die räumliche Planung und Siedlungsentwicklung sind Schlüssel für eine nachhaltige und zukunftsfähige Infrastruktur- und Regionalentwicklung und eine angemessene und kostensparsame technische und soziale Infrastrukturversorgung. Mehr noch: Eine nachhaltige Siedlungsentwicklung ist Voraussetzung für die Sicherung der Daseinsvorsorge im Übergang zu einer schrumpfenden und alternden Gesellschaft.

Auftragnehmer war die CONVENT Planung und Beratung GmbH.

Veröffentlichungen

Innovative Projekte zur Regionalentwicklung

MORO Informationen Ausgabe 1/1 bis 1/5 |

Öffentliche Daseinsvorsorge und demographischer Wandel

Hrsg.: BMVBW/BBR, Bonn 2005

Blätterfunktion

Diese Seite