Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Regionalplanerische Handlungsansätze zur Gewährleistung der öffentlichen Daseinsvorsorge

Konzept

Forschungskonzeption und Methodik

Die Forschungskonzeption ist bestimmt durch die Parallelität eines politischen Lern- und Aushandlungsprozesses in den Modellregionen, der von der Begleitforschung moderiert und beraten wird, sowie umfangreichen gutachterlichen Grundlagenarbeiten der Begleitforschung unter anderem hinsichtlich

  • der Erarbeitung kleinräumiger Szenarien der Bevölkerungsentwicklung,
  • einer regionsspezifischen Erreichbarkeitsmodellierung für ausgewählte Infrastrukturen,
  • der Kostenkalkulation alternativer Anpassungsstrategien und
  • der Entwicklung und Bewertung unterschiedlicher qualitativer Anpassungsoptionen.

Ausgangsbasis zur Realisierung dieser Forschungskonzeption sind in der ersten Projektphase zwischen BBR, Begleitforschung und Modellregionen abgestimmte verbindliche Arbeitspläne, die auch die zentralen infrastrukturellen Handlungsfelder festlegen.

Angestrebtes Ergebnis sind verbindliche regionalplanerische Zielvereinbarungen (im Regionalplan oder gleichwertigen Regelwerken/Verträgen).

Forschungsleitfragen

  • Welche Mindestanforderungen öffentlicher Daseinsvorsorge sowie Maßstäbe einer angemessenen Versorgung sollen künftig gelten?
  • Wie kann die Erreichbarkeit von Infrastrukturangeboten insbesondere für ältere, weniger mobile Bevölkerungsgruppen gesichert und beispielsweise durch den verstärkten Einsatz von I&K-Technologien weiterentwickelt werden?
  • Wie sollte eine Abschätzung der demografischen Folgen für die Auslastung und Kostenentwicklung von Leistungen öffentlicher Daseinsvorsorge auf der Basis von Erreichbarkeitsmodellen und geografischen Informationssystemen für Einrichtungen der Daseinsvorsorge organisiert und durchgeführt werden?
  • Welche neuen organisatorischen Zuschnitte und Modelle sowie alternativen Angebotsformen (durch Private, in Selbsthilfe) bieten sich - nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt der Notwendigkeit von Kosteneinsparungen - bei der Leistungserstellung der Infrastrukturen künftig an?
  • Welchen Beitrag können neue Instrumente (Ziel- und Qualitätsvereinbarungen, Ziele im Regionalplan, raumordnerische Verträge, Monitoring) zur Umsetzung von regionalen Anpassungsstrategien der öffentlichen Daseinsvorsorge leisten? Wie können entsprechende kooperative Planungen ausgestaltet werden?
  • Welche Möglichkeiten hat die räumliche Planung, Infrastrukturträger/Anbieter auf regionaler Ebene zu vernetzten sowie Kompensations- und Kooperationslösungen zu fördern?
  • Wie sind integrierte Anpassungskonzepte für soziale und technische Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge für regionale Planungsräume auf kooperativem Wege zu erarbeiten?
  • Wie muss das Zentrale-Orte-Konzept, bezogen auf die öffentliche Daseinsvorsorge, weiterentwickelt werden, um die Anpassungsprozesse an veränderte Bevölkerungsstrukturen zu unterstützen?
  • Anpassungsprozesse erfordern Umdenkensprozesse bei allen Akteuren (Politik, Verwaltung, Wirtschaft, freie Träger, Bürger): Wie kann frühzeitige Akzeptanz bei allen Beteiligten erreicht und gesichert werden?
  • Wie kann ein standortscharfes, laufendes Monitoring der öffentlichen Daseinsvorsorge im Hinblick auf Versorgungsqualität und Kostenentwicklung auf regionaler Ebene implementiert werden?

Projektphasen

Das Projekt gliedert sich in die folgenden sechs Projektphasen:

  • Projektphase A: Regionaler Lern- und Aushandlungsprozess
  • Projektphase B: Regionale Grundlagendaten und Festlegungen
  • Projektphase C: Modellanpassung
  • Projektphase D: Szenarien ohne Anpassungsmaßnahmen
  • Projektphase E: Szenarien mit Anpassungsmaßnahmen
  • Projektphase F: Projektkoordination und Dokumentation

Dabei sind die vier Projektphasen B bis E dem Bereich der wissenschaftlich-gutachterlichen Forschung zuzurechnen, während die Projektphase A dem Feld der regionalen Vermittlung sowie der Entscheidungsvorbereitung und -umsetzung angehört. Im Gegensatz zu vielen anderen Modellvorhaben, in denen Forschung und modellhafte regionale Umsetzung nacheinander erfolgen, verlaufen sie in dem hier vorgeschlagenen Vorgehen zeitlich parallel.

Die zeitliche Abfolge spiegelt die Grundüberlegungen zu einem integrierten Vorgehen von Wissenschaft und Prozessgestaltung vor dem Hintergrund der Aufgabenstellung und der Zielsetzung des Modellvorhabens wider.

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