Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel - Phase I

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Im Modellvorhaben Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel (KlimaMORO) haben acht Modellregionen regionale Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien entwickelt. Bestehende raumordnerische Instrumente wurden dabei angewendet und weiter entwickelt. So wurden auf regionaler Ebene konkrete Handlungsmöglichkeiten zur Anpassung an den Klimawandel erprobt und regionale Klimawandelstrategien formuliert.
Projektlaufzeit: April 2009 – November 2011

Regionale Folgen des Klimawandels

Der Klimawandel findet statt. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die CO2-Emissionen zu einem Treibhauseffekt führen. Angesichts der schleppenden internationalen Bemühungen zur Begrenzung des globalen CO2-Ausstoßes, einem Anstieg der globalen Subventionen für fossile Rohstoffe auf Rekordwerte und der Nutzung neuer Fördermethoden für Öl und Gas wird das Einhalten des 2-Grad-Zieles aller Wahrscheinlichkeit nach verfehlt.

Ein größerer Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts wird mit dramatischen Gefahren für Mensch und Umwelt einher gehen. Es drohen ein Verlust an Biodiversität, überflutete Küstenstädte, mehr Niederschläge in feuchten und weniger in trockenen Gebieten. Verbunden mit der Erwärmung ist eine Zunahme von extremen Wetterereignissen wie häufigeren und längeren Hitzeperioden sowie zunehmenden Starkregen und Stürmen. Auch Deutschland wird von diesen Auswirkungen betroffen sein.

Das bedeutet, dass eine vorsorgende Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels mehr denn je von Bedeutung ist. Notwendig ist dabei eine regionale Sichtweise, da unterschiedliche regionale Klimafolgen individuelle Lösungsansätze erfordern. Außerdem dürfen erforderliche Maßnahmen nicht nur auf der zu engen lokalen Ebene, sondern müssen in einem größeren Zusammenhang gesehen werden. Hochwasser macht bekanntlich nicht an Grenzen halt.

Auftragnehmer des Forschungsvorhabens war Raum & Energie, Institut für Planung, Kommunikation und Prozessmanagement GmbH (Katrin Fahrenkrug und Lutke Blecken), zusammen mit dem Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr (ISB) der RWTH Aachen (Prof. Dirk Vallée, Christoph Riegel).

Rolle und Handlungsfelder der Raumplanung zur Anpassung an den Klimawandel

Als querschnittsorientierter Akteur kann die räumliche Planung durch das raumordnerische Instrumentarium also einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung leisten. Dabei sind für sie vor allem folgende Handlungsfelder von Bedeutung:

  • Zum Schutz vor zunehmenden Hitzebelastungen in Städten hat vor allem der Erhalt von Freiflächen, Frischluftschneisen und Gebieten, in denen Frischluft gebildet wird, eine große Bedeutung. Daneben kommt es aber auch darauf an, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für zunehmende Gefahren zu wecken.
  • Angesichts zunehmender Hochwassergefahren gilt es, potenziell von Hochwasser betroffene Gebiete von Bebauung frei zu halten und zur Risikominderung beizutragen. In den Einzugsgebieten kann die räumliche Planung auf Flächennutzungen hinwirken, die das Retentionsvermögen erhöhen. Im Küstenschutz muss daneben eine Flächensicherung für einen zukünftig erforderlichen Ausbau von Anlagen zum Küstenschutz erfolgen.

  • Eine Verschiebung der Niederschläge vom Sommer in den Winter erfordert ein Landnutzungs- und Wassermanagement, das hilft, die Grundwasserneubildung zu verbessern, Hochwasser zu vermeiden und Wasser effektiv zu nutzen. Ausweisungen zum Grundwasserschutz können Wasserressourcen schützen, Festlegungen zu Natur und Landschaft oder Land- und Forstwirtschaft können auf eine grundwasserschonende Flächennutzung hinwirken.
  • Einer Verschiebung der Lebensräume von Tieren und Pflanzen und einem Verlust von Biodiversität kann durch eine großräumige Vernetzung begegnet werden. Hierfür können Flächen für den Naturschutz und den Biotopverbund gesichert werden.
  • Zwar ist der Einfluss der räumlichen Planung auf die Flächennutzung in der Land- und Forstwirtschaft gering, allerdings kann sie ertragreiche Standorte für die Landwirtschaft sichern und in der Forstwirtschaft durch Ausweisung im Regionalplan den notwendigen Waldumbau unterstützen. Wichtig ist aber auch eine informelle Vorgehensweise.
  • Weiterhin werden auch Klimaschutzmaßnahmen notwendig sein. Dabei müssen Wechselwirkungen mit Klimaanpassungsmaßnahmen berücksichtigt werden. Hierzu kann die räumliche Planung beitragen.

Ziele der Modellvorhaben


In dem Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) - Phase I – wurden von Mitte 2009 bis Mitte 2011 in acht Modellregionen Anpassungsstrategien an den Klimawandel auf regionaler Ebene erarbeitet.

Ziel der Phase I war es:

  • im Bereich des formellen, regionalplanerischen Instrumentariums zu prüfen, ob zur Anpassung an den Klimawandel in Regionen das derzeitige Instrumentarium ausreichend oder eine gesetzliche Erweiterung notwendig ist; Vorschläge zu seiner Weiterentwicklung zu erarbeiten und insgesamt dazu beizutragen, es zu stärken und entschlossener einzusetzen
  • auf informeller Ebene eine Stärkung der Position der Regionalplanung in Regional Governances durch Auswahl und Einsatz eines regional adäquaten Instrumentenmixes zu erreichen
  • dabei aufzuzeigen, wie sich formelle und informelle Instrumente zur regionalen Klimaanpassung ergänzen und wie das Zusammenspiel mit raumbedeutsamen Fachplanungen gestaltet werden muss
  • durch erste Pilotprojekte den praktischen Nutzen für die kommunale Ebene zu verdeutlichen und einen Beitrag zur Sensibilisierung zu leisten

Zugehörige Forschungsprojekte

Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel

Status: Abgeschlossen Laufzeit: Juni 2009–Dezember 2013

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