Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Aktionsprogramm regionale Daseinsvorsorge

Konzept

In den Modellregionen soll ausgehend von einer Analyse des demografisch bedingten Anpassungsbedarfs von Einrichtungen der Daseinsvorsorge und des ermittelten spezifischen Infrastrukturbedarfs der Bevölkerung, ein integriertes Anpassungs- und Maßnahmenkonzept für die Weiterentwicklung von Infrastrukturen eines regionalen Versorgungsraumes entwickelt werden.

Übersicht

Das Aktionsprogramm regionale Daseinsvorsorge läuft von 2011 bis 2015 und untergliedert sich in sechs Phasen:

  1. Vorbereitung: Konzeption und Organisation des Wettbewerbs
  2. Interessenbekundungsverfahren: Interessierte regionale Zusammenschlüsse und Organisationen formulieren eine Interessenbekundung für die Teilnahme am Wettbewerb.
  3. Konzepterarbeitung: 50 Regionen wurden ausgewählt, um Konzepte für die Erarbeitung einer Regionalstrategie zur Sicherung der Daseinsvorsorge einzureichen (gegen 4.000 Euro Aufwandsentschädigung).
  4. Strategiephase: 21 Regionen wurden für eine Förderung im Rahmen des Modellvorhabens der Raumordnung (MORO) ausgewählt, um die Regionalstrategie durchzuführen.
  5. Umsetzungsprojekte: Ausgewählten Modellregionen werden finanzielle Zuwendungen zur Unterstützung für Umsetzungsprojekte aus der Regionalstrategie gewährt. Dafür sind zwei Projektrunden vorgesehen.
  6. Auswertung: Ergebnisse des Modellvorhabens und der prozessbegleitenden Evaluation sind auszuwerten und zu dokumentieren.

Weitere Details finden sich auf dem Informationsportal zum Aktionsprogramm:
Regionale Daseinsvorsorge

Regionalstrategie

In einer regionalen Daseinsvorsorgestrategie werden Kosten-Nutzen-Prüfungen alternativer Versorgungsszenarios durchgeführt, um Anpassungsalternativen zu identifizieren, die ein gewünschtes Infrastruktur-Versorgungsniveau zu möglichst niedrigen Kosten und akzeptablen Erreichbarkeitsbedingungen realisieren. Dabei sind auch Handlungsansätze und -möglichkeiten zur Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements zur Sicherung der Daseinsvorsorge sowie zu deren Qualifizierung zu berücksichtigen.

Die Begleitforschung "Zentrale Datendienste" unterstützt die Strategieentwicklung in den Modellregionen durch ein zentrales Datenmanagement und eine einheitliche Anwendung von Bevölkerungsvorausschätzungs-, Bevölkerungsdisaggregierungs- und Erreichbarkeitsmodellen. Das zentrale Datenmanagement wird für alle Modellregionen übernommen. Es basiert auf einem umfassenden Konzept zur Beschaffung, Berechnung, Aufbereitung und Nutzbarmachung der erforderlichen Datengrundlagen. Für etwa die Hälfte der Modellregionen werden die Aufgaben der Bevölkerungsvorausschätzung, Bevölkerungsdisaggregierung und Erreichbarkeitsanalyse durchgeführt. In einem abschließenden wissenschaftlichen Bericht werden die in den einzelnen Modellregionen erzielten Ergebnisse anhand von vergleichenden Querauswertungen verallgemeinert und zu Kernaussagen zusammengefasst.

Die Begleitforschung "Zentrale Datendienste" besteht aus vier Bausteinen:

  • Baustein A (Zentrales Datenmanagement) umfasst die Konkretisierung eines einheitlichen Datenkonzepts und seine Umsetzung mit der programminternen Steuerung der Datenbeschaffung, -aufbereitung, -nutzbarmachung sowie Archivierung der Analyseergebnisse und eine Querauswertung und Berichterstattung zu den Ergebnissen. Baustein A schließt alle Modellregionen ein.
  • Baustein B (Bevölkerungsvorausschätzung) erstellt für die Modellregionen Einwohnerprognosen mit einem Zeithorizont von etwa 20 Jahren. Die Bevölkerungsvorausschätzungen sind nach Prognosejahr, Alter und Geschlecht der Bevölkerung sowie Raumeinheit (Gemeinde oder Ortsteil) differenziert.
  • Baustein C (Bevölkerungsdisaggregierung) bereitet kleinräumige Siedlungsstrukturdaten der Modellregion auf, um eine räumliche Disaggregierung der Bevölkerung auf Wohnstandorte (Rasterzellen) durchzuführen. Die kleinräumige Verteilung der Bevölkerung nach Altersgruppen dient der Abschätzung von Nachfragepotenzialen und gleichzeitig als Basis für eine räumlich sehr detaillierte Erreichbarkeitsmodellierung.
  • Baustein D (Erreichbarkeitsszenarien) stellt Indikatoren zur Versorgung der einzelnen Nutzergruppen mit Einrichtungen der Daseinsvorsorge bereit und ermöglicht insbesondere die Abschätzung der Folgen unterschiedlicher regionaler Strategieoptionen zur Anpassung der sozialen Infrastrukturen an den zu erwartenden demographischen Wandel.

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