Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Integrierte Planung im deutsch-polnischen Verflechtungsraum

Projektsteckbrief

  • Status Laufend
  • Start Oktober 2020
  • Programm MORO

Im Projekt "Integrierte Planung im deutsch-polnischen Verflechtungsraum" sollen bis zu fünf Modellvorhaben grenzübergreifende Strukturen und Prozesse integrierter Planung entwickeln. Sie sollen Lösungsansätze für raumwirksame Herausforderungen bieten, die sich in einem oder mehreren der fünf Handlungsfelder des Gemeinsamen Zukunftskonzepts 2030 (GZK 2030) stellen.

Ausgangslage

Der deutsch-polnische Verflechtungsraum sieht sich großen strukturellen Problemen wie Bevölkerungsverlust, Überalterung oder Strukturschwäche abseits der Metropolen gegenüber. Gleichzeitig gibt es eine große Zahl von Akteuren in der Region, die die Entwicklungshemmnisse nicht als gegeben und unveränderbar hinnehmen und sich für die gemeinsame Heimat einsetzen.

Die Verflechtungen zwischen Gebietskörperschaften und Aufgabenträgern sind inzwischen intensiv und etabliert; dennoch sind sie in vielen Fällen fragil und hängen stark von personellen Kapazitäten und Fachkenntnis in Planung und Umsetzung ab. Gleichzeitig sind sprachliche und interkulturelle Kompetenzen weiter ausbaufähig. Erstrebenwert sind vertiefte und etablierte Kooperationen, die Nutzung von Synergien statt unkoordiniertem "Nebeneinander her" – kurz: eine gemeinsame Planungs- und Kommunikationskultur.

Prägendes Dokument und Ergebnis der intensiven bilateralen Zusammenarbeit in der Raumordnung ist das am 1. Dezember 2016 vom Ausschuss für Raumordnung der Deutsch-Polnischen Regierungskommission für regionale und grenznahe Zusammenarbeit verabschiedete "Gemeinsame Zukunftskonzept für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum – Vision 2030 (GZK 2030)". Es entwirft ein positives und ermutigendes Bild für die Zukunft des Verflechtungsraums. Menschen und Institutionen arbeiten intensiver und erfolgreicher zusammen, Fragen der Daseinsvorsorge werden gemeinsam durch Kommunikation und Kooperation gelöst, was die Lebensqualität der Bevölkerung nachhaltig verbessert. Der Raum ist in der Raumentwicklung in beiden Ländern ein Begriff und gilt auch bei den entsprechenden Akteuren in Europa als beispielhaft für überwundene Grenzen. Projekte, die im Laufe der Umsetzung ins Leben gerufen wurden, haben sich etabliert.

Das neue MORO-Forschungsfeld "Integrierte Planung im deutsch-polnischen Verflechtungsraum" soll dazu beitragen, dass Doppelstädte und andere miteinander verwobene Gebietskörperschaften im Verflechtungsraum ihre Rolle als Motoren und Labore der bilateralen Zusammenarbeit weiter entfalten – und damit positiv in den deutsch-polnischen Verflechtungsraum ausstrahlen.

Ziel

Gesucht werden bis zu fünf Vorhaben im deutsch-polnischen Verflechtungsraum, die modellhaft grenzübergreifende Strukturen und Prozesse integrierter Planung entwickeln. Sie sollen Lösungsansätze für raumwirksame Herausforderungen bieten, die sich in einem oder mehreren der fünf Handlungsfelder des Gemeinsamen Zukunftskonzepts 2030 stellen:

  1. Die Vorteile der polyzentrischen Siedlungsstruktur nutzen
  2. Die verkehrlichen Verbindungen verbessern
  3. In die Menschen investieren
  4. Nachhaltiges Wachstum fördern
  5. Die Grundlagen für eine hohe Lebensqualität sichern

Dabei sollen auch Antworten auf die folgende Fragen gefunden werden:

  • Wie kann der Entwurf des GZK 2030 die Menschen im deutsch-polnischen Verflechtungsraum erreichen? Wie lässt er sich vor Ort in praktisches Handeln übersetzen?
  • Wie können integrierte Planungsansätze im deutsch-polnischen Verflechtungsraum – und insbesondere im engeren Nachbarschaftsraum entlang von Oder und Lausitzer Neiße – das Leben der Menschen erleichtern? Wie tragen sie zur gemeinsamen Gestaltung der gemeinsamen Region bei und wirken auch über das lokale Umfeld hinaus?
  • Wie lassen sich konkrete und erfolgreiche Initiativen und Projekte verstetigen, um gemeinsam die Potenziale der Region dauerhaft auszuschöpfen?

Den Zugang zum am 04.11.2020 veröffentlichten Projektaufruf zur Einreichung von Anträgen für die Förderung dieser Modellvorhaben finden Sie unter "Links".

Auftragnehmer

  • Herr Martin Reents, Herr Christian Gering
    INFRASTRUKTUR & UMWELT
    Professor Böhm und Partner
    Gregor-Mendel-Str. 9
    14469 Potsdam

    Telefon: +49 331 505 81 0
    E-Mail: christian.gering@iu-info.de

Kontakt

  • Dirk Gebhardt
    Referat I 3 - Europäische Raum- und Stadtentwicklung
    Telefon: +49 228 99401-2227
    E-Mail: dirk.gebhardt@bbr.bund.de

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