Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt Landschaftsnetz Mosel

Ergebnisse

In Workshops und bilateralen Gesprächen haben die Akteure eine Vielzahl von Vorhaben und Projektideen zusammengetragen und in den Diskussionsprozess eingespeist. Sieben Vorhaben an der Dreiländermosel wurden auf den Weg gebracht und mit Mitteln aus dem MORO-Programm gefördert:

  • Vorstudie zum Grenzüberschreitenden Entwicklungskonzept Oberes Moseltal (EOM)
  • Vorstudie zum Projekt "Grenzenlose Vielfalt – Naturerbe und Kulturlandschaften des Moseltals vernetzen"
  • Neubewirtschaftung von verbrachten Weinbauhängen in der Verbandsgemeinde Konz: Kulturlandschaftsprojekt Heil- und Gewürzkräuter
  • Vernetzung und Aufwertung von Moselufer und Moselhängen bei Palzem-Wehr
  • Integrierte Folgenutzung für das Kiesweihergebiet Pferdemosel in Perl-Nennig
  • Uferaufwertung und Gestaltung in Perl-Besch als Beitrag zur Förderung der Freiraumqualität und des Flusstourismus
  • Modellhafte Aufwertung eines städtischen Moselufers in Trier: Zwischen Jugendherberge und Hospitalsmühle

>> zu den Modellvorhaben


Der Projektauswahl lagen Kriterien wie Nachhaltigkeit, Imageverbesserung der Dreiländermosel, Realisierbarkeit oder Möglichkeiten der Partizipation zugrunde. Inhaltlich waren die Projektthemen sehr breit gefächert und setzten an den aktuellen Herausforderungen im Moseltal an, insbesondere dem Hochwasserschutz, der Aufwertung der Uferbereiche in der offenen Landschaft und der Entwicklung urbaner (Frei-)Räume an der Mosel, der Sicherung und behutsamen Weiterentwicklung der tradierten Kulturlandschaft sowie der touristischen Inwertsetzung des Moseltals.

Im Sommer 2012 gingen die sieben Modellprojekte an den Start. Sechs von ihnen wurden im Sommer 2014 erfolgreich beendet. Lediglich im Rahmen des Projekts "Grenzenlose Vielfalt" konnte das gewünschte Ziel nicht erreicht werden. Hier ging es um die Eruierung der Möglichkeiten zur Erstellung eines grenzüberschreitenden Natur-Reiseführers, der die vielfältigen Naturschönheiten der Kulturlandschaft an der Dreiländermosel grenzüberschreitend vorstellt und bewirbt. Obwohl gute Kontakte auf deutscher und Luxemburger Seite aufgebaut wurden, gelang es nicht, eine tragfähige Kooperation ins Leben zu rufen. Von Seiten des Saarlandes und insbesondere von Rheinland-Pfalz werden derzeit aus touristischer Sicht eher andere Schwerpunkte verfolgt, die mit einem Naturreiseführer – zumindest derzeit und angesichts knapper Kassen – nicht in Einklang zu bringen sind.

Alle weiteren Projekte konnten erfolgreich abgeschlossen werden: Einige setzten mit einer Konzeptphase zunächst Impulse für die weitere Konkretisierung und planerische Vertiefung; andere mündeten in eine konkrete Umsetzung, für die Förderprogramme, Anschlussprojekte und private Investitionen unmittelbar genutzt werden können.

Im Fokusraum Dreiländermosel konnten mit den Modellprojekten somit raum- und grenzübergreifende Vorhaben auf den Weg gebracht, beispielhafte Projektideen konkretisiert und erarbeitete Konzepte mit intensiver Beteiligung der Bürger bis zur Umsetzungsreife gebracht werden.

Wie lassen sich die Potenziale grenzüberschreitender Flusslandschaften besser nutzen?
Die Modellprojekte und die gemeinsamen Veranstaltungen der Projektbeteiligten gaben Aufschluss darüber, welche konkreten Faktoren eine integrierte und grenzüberschreitende Flusslandschaftsentwicklung positiv beeinflussen. Im Rahmen des Abschluss-Workshops im Oktober 2013 unterstrichen die Akteure die Bedeutung unterschiedlicher Faktoren in den Themenbereichen grenzüberschreitender, regionaler Entwicklungsprozesse, Projektentwicklung und -umsetzung, Finanzierung sowie Dialog, Netzwerk und Governance.

Das MORO "Landschaftsnetz Mosel" hat einen Beitrag dazu geleistet, das Moseltal stärker in den Fokus der grenzüberschreitenden Raumentwicklung zu rücken. Über die Erarbeitung von Strategien zur integrierten Flussgebietsentwicklung, die Initiierung von Akteursnetzwerken, aber insbesondere über die Entwicklung und Umsetzung konkreter Projekte und Vorhaben wurden erste Erfolge vor Ort sichtbar.

Die Chancen auf weitere positive Entwicklungen stehen sicherlich gut. Regionale Leitbilder und die besonderen Stärken und Potenziale des Moseltals bieten auf dem gemeinsamen Weg eine Orientierungshilfe. Sie helfen, das Wesentliche im Blick zu behalten und die Umsetzungsspielräume realistisch einzuschätzen. Entscheidend ist eine qualitätvolle Entwicklung für und mit den Menschen vor Ort, im grenzüberschreitenden Fokusraum der Dreiländermosel und auf Ebene der Großregion.

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