Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Region Trier

Regionale Energiekonzepte

Karte der Region Trier Region Trier Quelle: Geodaten: ATKIS® VG250, © Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2007 und OpenStreetMap

Die Region im Überblick
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Gebietsfläche:5.000 km2
Einwohner:500.000
Einwohnerdichte:100 EW/km2
Bevölkerungs-
entwicklung
(2000-07):
+0,8%
Träger der
Konzeptinitiative:
Planungsgemeinschaft
Region Trier
Ansprechpartner
in der Region:
Roland Wernig,
PLG Region Trier,
Email: roland.wernig@
sgdnord.rlp.de

Beschreibung der Region

Die Planungsgemeinschaft Region Trier ist für das Gebiet der Landkreise Bernkastel-Wittich, Trier-Saarburg, Vulkaneifel, des Eifelkreises Bitburg-Prüm und der Stadt Trier im westlichen Rheinland-Pfalz für die Regionalplanung zuständig und übernimmt Aufgaben aus dem Bereich der Regionalentwicklung.

Die Region ist mit Ausnahme des verdichteten Stadtbereiches Trier raumstrukturell dem ländlichen Raum zuzuordnen und verfügt über eine hochwertige naturräumliche Ausstattung, die im landesweiten Vergleich überdurchschnittliche Potenziale an Wasserkraft, Windenergie, Solarenergie und Biomasse birgt.

Konzeptinitiative

Das Landesentwicklungsprogramm IV des Landes Rheinland-Pfalz verpflichtet die Regionalplanung, Festlegungen zur Energie auf der Grundlage von Energiekonzepten zu treffen. Die Planungsgemeinschaft Region Trier hat bereits im Jahr 2001 mit dem "Regionalen Energiekonzept für die Region Trier als Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung" (REK 2001) ein solches Konzept vorgelegt und beschreibt darin ein alternatives, auf Nutzung erneuerbarer Energien und Energieeinsparung basierendes Szenario zur regionalen Energieversorgung.

Das REK 2001 wurde unter breiter Beteiligung der relevanten Akteure in der Region in einem dialogorientierten, diskursiven Prozess erstellt. Ziel dieses Vorgehens war es insbesondere, eine Selbstbindung der Akteure für die Umsetzung des Konzeptes zu erreichen. Dies gelingt nach Einschätzung der Planungsgemeinschaft Region Trier umso besser, je höher die Akzeptanz der Energiekonzeption und die Identifikation mit den Zielen ist. Der dialogorientierte Prozess trägt nach Erfahrungen der Planungsgemeinschaft darüber hinaus auch positiv dazu bei, die Akteure der regionalen Energieversorgung zu einem gemeinsamen Verständnis einer integrativen, regional ausgerichteten Energiestrategie zu lenken.

Im Rahmen des regionalen Entwicklungskonzepts "Zukunftsstrategie 2025" hat sich die Region Trier u.a. die Fortschreibung des REK 2001 zum Ziel gesetzt, womit im Jahr 2009 begonnen wurde. Die Region verfolgt dabei das Ziel, bis zum Jahr 2025 den Anteil der erneuerbaren Energien bei Haushalten und Kleinverbrauchern auf über 50 % zu steigern. Die Fortschreibung des REK 2001 begann mit dessen Evaluierung und beinhaltet eine Bestandsaufnahme und Potenzialuntersuchung der regionalen EE-Nutzung. Sie soll Grundlage für die Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms sein.

Für die Weiterentwicklung und Umsetzung der regionalen Energie-Ziele ist zu Beginn des Jahres 2010 eine regionale Energieagentur gegründet worden. Diese soll v.a. Aufgaben im operativen Beratungsgeschäft wahrnehmen und die Netzwerkbildung und -pflege auf regionaler und überregionaler Ebene unterstützen. Die regionale Energieagentur legte 2010 einen sog. "Energieplan" vor, der das Ziel verfolgt, die Region Trier "von einer energieimportierenden zu einer energieexportierenden Region" zu transformieren. In einem "Best-Case-Szenario" zeigt die Energieagentur einen Entwicklungspfad auf, der für die Region im Jahr 2044 eine leichte EE-Überschuss-Produktion im Verhältnis zum Brutto-Endenergieverbrauch darstellt (vgl. EART 2010, S. 58). Auf Grundlage dieser Analyse und der Ergebnisse aus vorangegangenen Studien wurde mit dem Energieplan eine "verbindliche Strategie" erarbeitet, mit der die Region zu einer energieexportierenden Region entwickelt werden soll.

Regionalplanerische Ansätze zur räumlichen Steuerung des EE-Ausbaus

Der Ausbau der Windenergienutzung ist in der Region Trier bereits weit fortgeschritten. Hierzu hat die Regionalplanung einen erheblichen Beitrag geleistet. Der Regionalplanungsträger sieht daher aktuell keinen Bedarf für die Erweiterung der im Regionalen Raumordnungsplan von 2004 festgelegten Vorranggebietskulisse. Das Repowering wurde als Planungsziel in den Regionalen Raumordnungsplan (Teilfortschreibung Windenergie) übernommen und soll durch eine standortbezogene Abstimmung mit der Bauleitplanung, den Zulassungsbehörden und Betreibern erreicht werden. Als Hemmnis erweisen sich bauleitplanerische Höhenbegrenzungen, eingeschränkt wirksame regionalplanerische Steuerungsmöglichkeiten und die abwartende Haltung von Investoren und Anlagenbetreibern.

Eine formelle regionalplanerische Sicherung von Standorten für raumbedeutsame Freiflächen-Photovoltaikanlagen hält der Regionalplanungsträger aktuell nicht für zweckmäßig. Es gelang jedoch, eine regionsweite Abstimmung der Träger der Bauleitplanung und der Zulassungsbehörden über Planungs- und Zulassungskriterien herbeizuführen. Zur Standortbewertung wurden Kriterien entwickelt, die der Abgrenzung von Ausschluss- und Vorbehaltsgebieten bzw. der Bewertung von als konfliktarm einzustufenden Restflächen dienen. Dieser Kriterienkatalog wurde bereits genutzt, um Eignungsflächen für raumverträgliche Potenzialflächen zu identifizieren.

Im Bereich der Bioenergie sieht der Regionalplanungsträger derzeit keine Möglichkeiten, Anlagenstandorte für die Nutzung von Bioenergieträgern bzw. den Energiepflanzenanbau räumlich zu steuern. Diesbezügliche Vorhaben werden reaktiv im Rahmen der Zulassungs- (oder Bauleitplan-)verfahren beurteilt und ggf. raumordnerische Prüfverfahren vorgeschaltet.

Erfolgsfaktoren und Hemmnisse beim Ausbau der EE-Nutzung
ErfolgsfaktorenHemmnisse
Regionale
Strategie zum EE-Ausbau

dialogorientierter, diskursiver Prozess führt zu

  • breiter Akzeptanz der regionalen EE-Ausbau-Strategie
  • Selbstbindung der Akteure bei der Umsetzung der EE-Ausbau-Strategie
  • integrativer, regional ausgerichteter Energiestrategie
  • Aufbau eines regionalen Akteursnetzwerks
  • relativ unkonkrete, qualitative EE-Ausbau-Ziele, da der dialogorientierte, diskursive Prozess häufig eine Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner bedingt
  • fehlende Zielvorgaben seitens des Landes, an denen sich die Planungsregionen bei der Aufstellung regionaler Zielgrößen orientieren könnten
Regionalplanerische Ansätze zur räumlichen Steuerung des EE-Ausbaus
  • aktive Standortvorsorge leistet erheblichen Beitrag zum weit fortgeschrittenen Ausbaustand der Windenergienutzung
  • Kriterienkatalog für die Bauleitplanung zur Planung und Zulassung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen
  • eingeschränkt wirksame regionalplanerische Steuerungsmöglichkeiten im Bereich des Repowering

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Erstellung des regionalen Energiekonzeptes ist die dialogrientierte, diskursive Prozessgestaltung. Diese führt in der Region zu einer breiten Akzeptanz der regionalen EE-Ausbau-Strategie und erzielt ebenfalls Wirkungen bei der Umsetzung des Energiekonzeptes.

Die Verzahnung zwischen regionalem Energiekonzept und planerischer Steuerung, insbesondere im Bereich der Steuerung der Freiflächen-Photovoltaikanlagen, ist auch für andere Regionen beispielhaft.

Steckbrief der Region Trier zum Download

Download (PDF, 424KB, Datei ist barrierefrei/ barrierearm)

Ergebnisse

Im Rahmen der Beteiligung an der MORO-Studie erarbeitete die Planungsgemeinschaft Trier zwei Studien zur Fortschreibung des regionalen Energiekonzepts 2010:

Zusammengefasst sind die Ergebnisse in der Ausgabe 29 der Materialien und Informationen der Planungsgemeinschaft Trier, "Handlungsempfehlungen zur strategischen Einbindung regenerativer Energien zur Fortschreibung des Energiekonzepts für die Region Trier".
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Kurzfassung
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