Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Umsetzung der Territorialen Agenda der Europäischen Union: Modelllösungen zur Einbeziehung der Wirtschaft

Projektsteckbrief

  • Status Abgeschlossen
  • Laufzeit August 2008 – Dezember 2009
  • Programm MORO

Die europäische Raumentwicklungspolitik hat mit der Verabschiedung der Territorialen Agenda der Europäischen Union eine neue Grundlage erhalten. Mit der Annahme der "Charta Wirtschaft und Raum: Aufruf zum territorialen Dialog" am 27.10.2008 während der Konferenz "Wirtschaft und Raum" im Rahmen der Euregia-Messe in Leipzig haben Unternehmen und Politik Wege und Mittel zur verstärkten Kooperation in den Regionen aufgezeigt. Das Forschungsvorhaben diente der Erarbeitung eines Konzeptes, wie die in der Charta aufgezeigten Kooperationsmodelle modellhaft erprobt und umgesetzt werden können.
Projektlaufzeit: August 2008 - Dezember 2009

Mit der Verabschiedung der Territorialen Agenda der EU haben die Mitgliedstaaten die Grundlage für eine neue integrierte und nachhaltige Politik der Stärkung des territorialen Zusammenhalts im Einklang mit der Lissabon- und der Göteborg-Strategie der Europäischen Union geschaffen. Die Territoriale Agenda der EU identifiziert den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik als ein besonders wichtiges Mittel für die Gestaltung einer zukünftigen Raumentwicklungspolitik. Mit diesem Ansatz folgt sie einem neuen Verständnis von Planungs- und Entwicklungspolitik, demzufolge alle Akteure raumrelevanter Maßnahmen in die Gestaltung der Raumentwicklungspolitik eingebunden und an ihrer Umsetzung beteiligt werden sollen.

Zur weiteren Vertiefung der Kooperation zwischen Unternehmen und Politik hat am 27.10.2008 in Leipzig im Rahmen der Euregia die "Konferenz Wirtschaft und Raum" stattgefunden. Auf dieser Konferenz wurde die "Charta Wirtschaft und Raum: Aufruf zum Territorialen Dialog" im Beisein von Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup und Fachkollegen aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten sowie Vertretern der Wirtschaft öffentlich vorgestellt.

Ziel der Charta ist die Einführung des Territorialen Dialogs. Der Territoriale Dialog will einen kontinuierlichen Austausch zwischen den Unternehmen und den Regionen etablieren und Wege zur Neugestaltung planerischer und rechtlicher Rahmenbedingungen entwickeln, um wirtschaftliches Engagement zu erleichtern. Er ist auch Ausdruck der Bereitschaft zum stärkeren regionalen Engagement der Wirtschaft in Zeiten wachsender Globalisierung. Für die Politik bietet der Territoriale Dialog die Chance, sich ein besseres Bild davon zu verschaffen, welche Erwartungen die Unternehmen an eine moderne Verwaltung haben.

Das Forschungsvorhaben knüpfte hier an. Sein Gegenstand war es, Wege zur Umsetzung der in der Charta vorgeschlagenen Kooperationsmodelle zwischen Unternehmen und Politik vorzustellen. Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens sollte ein Konzept entwickelt werden, wie die in der Charta vorgeschlagenen Kooperationsmodelle in den nächsten Jahren modellhaft umgesetzt werden können. Dazu sollten Modellregionen und interessierte Partner aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Wissenschaft ermittelt werden, die an der Erprobung des Territorialen Dialogs in der Praxis mitwirken wollen. Des Weiteren sollten konkrete Konzepte für die Verwirklichung des Territorialen Dialogs diskutiert, die sich für eine Erprobung im Rahmen zukünftiger Modellprojekte eignen. Diese Modellprojekte wurden auf das Ziel ausgerichtet, den Territorialen Dialog auf regionaler und lokaler Ebene nachhaltig zu verankern.

Auftragnehmer des Forschungsvorhabens war die Kanzlei Noerr LLP, vertreten durch Dr. Holger Schmitz, Berlin.

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