Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Thematische Auswertung der transnationalen Zusammenarbeit; Teil A: grünes und blaues Wachstum

Projektsteckbrief

  • Status Abgeschlossen
  • Laufzeit Juli 2013 – Juni 2014
  • Programm MORO

Transnationale Zusammenarbeit ist ein wichtiges Ziel der EU-Kohäsionspolitik und kann auf unterschiedliche Weise zur Erreichung von übergeordneten europäischen Zielen beitragen. Sie unterstützt insbesondere die Umsetzung der Europa 2020-Strategie und der Territorialen Agenda 2020. In diesem Zusammenhang haben sich in den letzten Jahren zwei spezifische Wachstumsziele etabliert: grünes und blaues Wachstum. Mit dieser Studie wurden Projekte der transnationalen Zusammenarbeit ausgewertet, um aufzuzeigen, wie die transnationale Zusammenarbeit zu grünem und blauem Wachstum beiträgt.

Projektlaufzeit: Juli 2013 - Juni 2014

Ausgangslage

Die transnationale Zusammenarbeit im Rahmen des Ziels "Europäische territoriale Zusammenarbeit" (INTERREG B) wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Im Rahmen von INTERREG B werden für europäische Herausforderungen, die gemeinsames Handeln über Staatsgrenzen und Ressorts hinweg erfordern, in einer projektorientierten Zusammenarbeit Erfahrungen ausgetauscht, erfolgreiche Arbeitsmethoden und -instrumente übertragen und Modelllösungen entwickelt. Deutschland war in der letzten Förderperiode 2007-2013 in fünf transnationalen Kooperationsräumen vertreten: im Alpenraum, in Mitteleuropa, im Nordseeraum, in Nordwesteuropa und im Ostseeraum.

Dieser Ansatz wird auch in der neuen Förderperiode zwischen 2014 und 2020 fortgeführt. Zentral ist dabei der Beitrag, den die Programme zur Umsetzung der Strategie "Europa 2020 für ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum" leisten können. Die Umsetzung der Europa 2020-Strategie kann allerdings nur gelingen, wenn die Potenziale aller Regionen einbezogen und Wachstumspotenziale entsprechend genutzt werden. Dies greift auch die Territoriale Agenda 2020 (TA 2020) auf, indem sie in sechs "territorialen Prioritäten" die Bedeutung von raumentwicklungspolitischen Aspekten hervorhebt.

Eine besondere Rolle innerhalb des nachhaltigen Wachstumsziels der Europa 2020-Strategie spielen unter anderem die Ziele des grünen und blauen Wachstums. Grünes Wachstum beschreibt Wachstum mit Nachhaltigkeitsfokus und oftmals auch Innovation im Bereich von grünen Technologien. Es gilt als wesentlich für eine langfristige, nachhaltige Entwicklung, aber auch für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen und Akteure in der globalen Konkurrenz. Blaues Wachstum beschreibt die Erschließung der bislang nicht (vollständig) genutzten Potenziale der europäischen Ozeane, Meere und Küsten für Beschäftigung und Wachstum. Die Schwerpunktbereiche für blaues Wachstum sind gemäß der Europäischen Kommission blaue Energie, Aquakultur, Meeres-, Küsten- und Kreuzfahrttourismus, Meeresbodenschätze und blaue Biotechnologie. Mit anderen Worten: Blaues Wachstum ist die maritime Dimension der Europa 2020-Strategie. Da die genannten Sektoren und Themenfelder bereits heute in Projekten der transnationalen Zusammenarbeit bearbeitet werden, kann transnationale Zusammenarbeit bereits heute zu grünem und zu blauem Wachstum beitragen, ohne notwendigerweise die Begrifflichkeiten zu verwenden.

Ziel

Diese Studie zielte darauf ab, Ergebnisse und Erfahrungen der transnationalen Zusammenarbeit zum grünen und blauen Wachstum für die Raumordnung und die Raumentwicklung in den Ländern und auf regionaler und kommunaler Ebene besser nutzbar zu machen.

Im Mittelpunkt der Studie steht eine themenbezogene Auswertung von INTERREG IV B-Projekten in den fünf Kooperationsräumen mit deutscher Beteiligung. Diese Auswertung der transnationalen Projekte zeigt auf, wie diese zum grünen und blauen Wachstum und gleichzeitig unter Nutzung regionaler Potenziale zum territorialen Zusammenhalt beitragen. Somit wird beispielhaft dargestellt, wie die transnationale Zusammenarbeit zur Umsetzung der Territorialen Agenda 2020 im Sinne eines räumlich ausgewogenen und nachhaltigen Wachstums beiträgt.

Im Einzelnen zielte diese Studie für die Themenfelder des grünen und blauen Wachstums darauf ab,

  • die bisherigen Erfahrungen im Hinblick auf die von transnationalen Projekten erzielten Ergebnisse, Nutzen und den Mehrwert auszuwerten;
  • den Bezug zu und die Einbindung von anderen relevanten Politikfeldern im Sinne der Territorialen Agenda 2020 aufzuzeigen;
  • den Nutzen zu illustrieren, den transnationale Projekte für regionale und kommunale Akteure erzeugen;
  • Empfehlungen für eine künftige Stärkung der Kooperationen und eine gezielte Nutzbarmachung der Ergebnisse zu entwickeln.

Auftragnehmer des Forschungsprojekts war Spatial Foresight Germany GmbH, Berlin.

Kontakt

  • Brigitte Ahlke
    Referat RS 3 „Europäische Raum- und Stadtentwicklung“
    Telefon: +49 228 99401-2330
    E-Mail: brigitte.ahlke@bbr.bund.de

Diese Seite